iMovie vs. Studio, Apple vs. Avid! Ein Wettbewerb, der schon seit gut einem Jahrzehnt im professionellen Film- und Videobereich beständig schwelt. Nun ist die App Avid Studio (3,99 Euro) nicht Media Composer, und iMovie (3,99 Euro) schon gar nicht Final Cut Pro. Nichtsdestotrotz haben wir uns den Spaß gemacht, die beiden Apps am iPad direkt miteinander zu vergleichen.
Stilistisch etwas anspruchsvoller kommt der Startbildschirm von Avid Studio daher, mit altem Filmprojektor und liebevoll gestaltetem Filmstreifen, während iMovie die Projekte auf dem schon ziemlich angestaubten Kinoeingang präsentiert. Bei beiden Apps reicht ein Tippen, um ein Projekt anzulegen oder einen bestehenden Film zu öffnen, und beide laden den Programminhalt ohne unangenehme Wartezeit. Im Unterschied zu iMovie kann man in Avid Studio nur Filme erstellen, keine sogenannten Trailer (kurze Stücke mit vorgefertigten Text- und Grafikanimationen). Dafür fragt Avid den Anwender gleich zum Start nach einem Projektnamen, während iMovie zunächst nur stumpf mit "Mein Projekt" beginnt.
01_AVID_Opener
1. Nach Apple bringt auch der Videospezialist AVID eine Schnitt-App auf das iPad.
02_AVID_Startbildschirm
2. Der Startbildschirm von AVID Studio ist sehr ansprechend gestaltet. Ein Tipp auf einen Filmframe öffnet ein neues Projekt.
03_iMovie_Startbildschirm
3. Der Startbildschirm von iMovie ist ebenfalls sehr schick, aber schon ein bisschen abgenutzt.
04_AVID_Schnitt_2_Timelines
4. Der Schnitt in AVID erfolgt im Vorschaufenster; ausserdem stehen zwei Timelines zur Verfügung (Storyboard oben, Zeitleiste unten).
05_iMovie_benutzte_Clips
5. Im Gegensatz zu AVID Studio zeigt iMovie das bereits benutzte Material anhand orangefarbener Balken an.
06_AVID_Musik
6. Das Auffinden von Songs ist mangels Suchfeld in AVID Studio relativ aufwendig, gerade wenn man viele Stücke in der Bibliothek hat. Dafür kann man Lieder in der Timeline nachschneiden.
07_AVID_Aktualisierung
7. Jedes mal wenn man die AVID Studio App verlässt und wieder aufruft, folgt die Frabe ob die Bibliothek aktualisiert werden soll. Auf die Dauer kann dies sehr nerven...
08_AVID_Fotoanimation
AVID Studio animiert Fotos nicht automatisch. Man kann es aber bei Bedarf manuell durchführen.
09_AVID_Feinschnitt
9. Der Feinschnitt in der Timeline von AVID Studio ist recht angenehm, da hier vergleichsweise große Buttons zur Verfügung stehen.
10_iMovie_Feinschnitt
10. Auch in iMovie ist der Feinschnitt in der Timeline möglich. Hier bedient man sich der gelben Kreise.
11_AVID_Blenden
11. In AVID Studio stehen nur zwei Arten von Übergängen zur Verfügung. Dafür kann man diese im Gegensatz zu iMovie beliebig lang ziehen.
12_AVID_Multilayer_Effekt
Über Multilayer ist es möglich, in AVID Studio einen Bild-in-Bild Effekt zu erzielen.
13_iMovie_Trimmen_Modus
13. Der Feinschnitt von Übergängen ist in iMovie aufgrund der zweispurigen Timeline sehr angenehm und präzise.
14_iMovie_Themen
14. In iMovie stehen mehrere Übergänge, immer in Abhängigkeit vom gewählten Thema, zur Verfügung.
15_AVID_Titeleffekt
Text-Animationen lassen sich in AVID Studio mit Fotos und Videos anreichern.
16_AVID_Textformate
16. Die Format-Optionen für Titel und Texte sind leider auch in AVID Studio sehr eingeschränkt.
17_AVID_Grafikanimation
17. Dafür findet der Anwender in AVID Studio einige sehr interessante Effekte für die Animation von Bildern.
18 iMovie Titel
18. Titel und Texte lassen sich auch in iMovie nicht wirklich nach eigenem Gusto gestalten. Stattdessen muss man hier mit den vorgefertigten Themen vorlieb nehmen.
Vom Aufbau her geben sich beide Apps nicht viel: Links oben befindet sich die Medienübersicht der Videos und Fotos, rechts die Vorschau und unterhalb beider Fenster die Zeitleiste. Während iMovie jedoch nur eine Timeline vorweist, enthält Avid Studio zwei, nämlich eine Piktogrammansicht (das sogenannte Storyboard) zum Aufbau des Films und eine Zeitleiste mit der bekannten Balkenansicht professioneller Schnittprogramme.
Während iMovie sich ziemlich zickig anstellt, was den Import von Clips anbelangt, die nicht mit dem iPad gefilmt wurden (hier muss eine vorherige Synchronisation der Videos über den Fotobereich von iTunes erfolgen), greift Avid Studio direkt auf alle kompatiblen Clips in der Videobibliothek zu, was erheblich Zeit und Aufwand spart. Beide Apps haben jedoch gleichsam Zugriff auf die iPhoto-Bibliothek des iPad und auf die Musik von iTunes inklusive aller Playlisten. Etwas nervig ist die Tatsache, dass Avid Studio ständig die Medienbibliothek aktualisieren will, auch wenn man nur kurz das Programm wechselt.
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