1047446

Videokomprimierer für Profis

02.04.2011 | 10:34 Uhr |

Wir testen die wichtigsten Videokomprimierern für den professionellen Einsatz und Heimanwender zuhause.

Eine generelle Empfehlung für einen oder mehrere Komprimierer auszusprechen ist quasi unmöglich, da die Wahl der richtigen Applikation doch sehr von den individuellen Bedürfnissen abhängt. Aus der eigenen (Produktions-)Erfahrung können wir sagen, dass der kostenlose MPEG Streamclip für das Transcodieren beispielsweise von DVD-Material sehr hilfreich ist, und dass man mit Quicktime 7 Pro schon sehr viele Aufgaben des Umrechnens erledigen kann.

Wer häufig und/oder lange Filme in MPEG-4 enkodiert, für den lohnt sich die Investition in Elgatos Turbo.264 mit Hardware-Beschleunigung, während man Flash-Filme sehr gut mit Sorenson Squeeze (for Flash) erstellen kann. Anwender von Final Cut Studio sind mit dem Compressor ebenfalls meist ausreichend bedient, während man für die Erstellung professioneller Bluray DVDs auf Episode oder Reference zurückgreifen kann. Besonders gefallen hat uns auch die grafische Oberfläche von Episode 6, welche bei häufig auftretenden, komplexen Kompressionsvorgängen sehr hilfreich ist.

Apple Compressor 3.5

Teil des Final Cut Studio-Pakets ist der Stapelkomprimierer Compressor, der es ermöglicht, einen Film in viele Formate oder viele Filme in ein Format umzurechnen. Der Compressor bietet hierbei eine Vielzahl an mitgelieferten Einstellungen, unter anderem für Web (MPEG-4), DVD (MPEG-2) sowie Blu-ray (H.264), und ermöglicht die Eingabe und Speicherung individueller Einstellungen, um diese jederzeit erneut nutzen zu können. Seit der Version 3.5 verfügt der Compressor zudem über so genannte Jobs, die bestimmte Aufgaben automatisch erledigen, zum Beispiel den Upload auf YouTube oder MobileMe, oder das Brennen von Video-DVD und Blu-ray Disks. Der Compressor greift zudem auf installierte Quicktime-Komponenten zurück, sodass das Kompremieren auch fremder Formate wie WMV oder DivX sowie Codecs anderer Hersteller, zum Beispiel Elgato, möglich ist. Der Compressor ist leider nur als Bestandteil von Final Cut Studio und nicht als separates Programm erhältlich.

Adobe Media Encoder CS5

Videokomprimierer

Hersteller

Apple

Adobe

Produkt

Compressor 3.5

Media Encoder CS5

Preis

Teil von Final Cut Studio

Teil u. a. von Production Premium CS5

Gesamtwertung

1,8 gut

2,0 gut

Einzelwertungen

Geschwindigkeit (20%)

1,8

1,8

Ausstattung (30%)

1,6

2,0

Encoder-Qualität (30%)

1,8

1,9

Handhabung (20%)

1,8

2,4

Testurteil

Vorzüge

Ausreichend für die meisten professionellen Ansprüche, viele Formate, speicherbare Presets, Stapelfunktion, viele Filter

Als Teil der Production Premium CS5 Suite, ausreichend für viele professionelle Ansprüche. Unterstützt auch Flash und MXF (P2)

Nachteile

Keine Live-Preview beim Encoding, Fehlermeldungen werden nicht erklärt

Etwas unübersichtlich in der Handhabung, nur als Bundle-Produkt erhältlich, nur ein Filter

Technische Angaben

Stapelfunktion

ja

ja

Video-Eingangsformate

Quicktime, MPEG-4, AVI, DV, Flash, MPEG-1

QuckTime, MPEG-4, AVI, DV, Flash, MPEG-TS

Video-Ausgangsformate (ohne 3rd Party Quicktime-Komponenten)

Quicktime, MPEG-4, Blu-ray H.264, MPEG-1, MPEG-2, AVI

Quicktime, MPEG-2 (DVD und Blu-ray), MPEG-4, Flash, DPX, MXF (P2)

Größe, Daten- und Bildrate

Beliebige Größe und Framerate, durchschnittliche und höchste Bitrate, CBR und VBR (1- und 2-pass)

Verschiedene Bildgrößen festgelegt, durchschnittliche und höchste Bitrate, CBR und VBR (1- und 2-pass)

Speicherung von Presets

ja

ja

Filter

Farbkorrektur, Deinterlacing, Weich- und Scharfzeichnen, Timecode-Überlagerung

Weichzeichner

Live-Preview

ja

nein

Watchfolder

ja, über Droplets

nein

Benachrichtigungen über E-mail oder SMS

ja

nein

Direkter Upload oder Web-Service

MobileMe, YouTube, FTP-Server

FTP-Server

Website

www.apple.com/de

www.adobe.de

Auch Adobe liefert in dem Production Premium Paket CS5 einen eigenen Stapelkomprimierer mit. Dieser ist zwar bei weitem nicht so übersichtlich wie der Compressor, umfasst aber eine Menge nützlicher Funktionen. So ist es beispielsweise möglich, nicht nur Standards wie Quicktime oder MPEG-2 und MPEG-4 zu enkodieren, sondern auch Flash-Filme (optional sogar mit Que-Points), oder professionelle Formate wie DPX oder MXF für P2. Auch die Einstellungen umfassen (fast) alle notwendigen Optionen wie Bildgröße (allerdings nur als formatspezifische Vorgaben, nicht frei einstellbar), Datenrate und Qualität, sowie den direkten Upload auf einen FTP-Server. Der Media Encoder wird ausschließlich als Bestandteil andere Pakete mitgeliefert und ist nicht als Einzelprodukt erhältlich.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1047446