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View Sonic VP 2290b

22.10.2003 | 14:14 Uhr |

Seit etwa zwei Jahren tauchen vereinzelt meist auf renommierten Messen wie der Cebit so genannte hochausflösende LCD-Monitore auf.

Diese Geräte arbeiten mit extrem hoher Pixelanzahl, bei halbwegs normaler Bilddiagonale. Die Folge: die Informationsdichte auf dem Monitor ist wesentlich höher als bei herkömmlichen Displays. Der Nachteil: die normale Schriftgröße wird so klein, dass man sie mit bloßem Auge kaum noch erkennen kann. Mac-OS X hilft hier zum Glück mit der integrierten Lupenfunktion. Dennoch: solche Monitore sind sicherlich nicht für die breite Masse geeignet, doch im grafischen Gewerbe - und damit besonders im Mac-Bereich - gibt es duchaus sinnvolle Einsatzmöglichkeiten. Der professionelle Fotograf kann beispielsweise die Fotos seiner 6 Megapixel Digitalkamera in voller Detailauflösung betrachten, ohne dass die Software das Bild herunterskalieren muss. Designer, die im Bereich der Starßenkartenherstellung arbeiten, benötigen gar diese hohe Auflösung, um in den Detailansichten mit korrektem Maßstab arbeiten zu können. Wer gute Augen hat, kann sich auch riesige Excel-Tabellen in kompletter Größe darstellen, ohne dass man Scrollen muss. Auch Entwickler, die möglichst viel von ihrem Sourcecode im Überblick haben wollen, werden die Auflösung zu schätzen wissen. Anwendungen in der Medizin und Überwachungstechnik sind ebenso denkbar beziehungsweise bereits Realität, wenngleich mit weniger Mac-Relevanz.

Viewsonic bietet mit dem VP2290b einen hoch auflösenden 22,2 Zoll-Monitor an, der mit neun Megapixeln (3840 mal 2400 Punkte) arbeitet. Zum Vergleich: Apples größtes Cinema-Display liefert 1920 mal 1200 Punkte. Um auf die Auflösung des VP2290 zu kommen, müsste man also vier Cinema Displays gleichzeitig an einen Mac anschließen.

Eine Frage der Grafikkarte

Das VP2290 wird digital angesteuert. Wir sind erstaunt, denn obwohl das Display zwei DVI-Eingänge bietet und laut Hersteller auch benötigt, braucht es am Mac nur einen davon. Dadurch funktioniert es grundzätzlich an allen ATI-Grafikkarten ab Radeon 8500 aufwärts. Viewsonic empfiehlt denn auch die Radeon 8500 und mit eben dieser betreiben wir de Monitor im Test an einem Power Mac G4 Dual 1 GHz unter Mac-OS X 10.2.8. Die Radeon 8500 funktioniert auch im neuen Power Mac G5, der Dank seiner höheren Rechenleistung die Fülle an Grafikinformationen allgemein besser verarbeiten kann.
Wir testen das Display zudem an einer Radeon 9600 und Radeon 9800 Pro, doch bei beiden gibt es Probleme mit dem Bild-Refresh auf der rechten Bildhälfte. Offensichtlich ist derzeit nur die Radeon 8500 in der Lage die Datenmenge von etwa 27 Megabyte pro Bild (bei 24 Bit Farbtiefe) korrekt zu verarbeiten.
Eine Konsequenz des gigantischen Datenaufkommens ist die Bildrate, die auf 13 Hz sinkt (wer nachrechnen will: das sind trotzdem knapp 360 MB/s, die über den DVI-Bus fließen!). 13 Hz hören sich schlimmer an als sie in der Praxis sind, denn aufgrund der LCD-Technik flimmert das Display selbst bei dieser niedrigen Frequenz nicht, jedoch bewegt sich die Maus hakelig und schnelle Bewegungen auf dem Monitor ruckeln etwas. Für den Videobereich ist das Gerät zumindest in dieser hohen Auflösung nicht zu empfehlen.

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