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Virtual PC für Mac 7.0

06.01.2005 | 15:56 Uhr |

Leistungsfähige und verbesserte PC-Emulation mit G5-Unterstützung

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Nach der Übernahme von Connectix im Frühjahr 2003 und dem ersten eher farblosen Update 6.1 unter Microsoft-Flagge sind die Erwartungen der Anwender an die neue Version 7.0 entsprechend hoch. Man bekommt die Software wahlweise als eigenständiges Programm oder in der Professional Edition von Microsoft Office 2004 für den Mac. Letztere beinhaltet bereits ein vorbereitetes Windows XP Professional.

Die erste Verbesserung macht sich auch sogleich während der wesentlich eleganteren Programminstallation bemerkbar. Enthält die Version von Virtual PC 7.0 ein Windows-Betriebssystem, wird dieser vorkonfigurierte virtuelle Rechner ebenfalls sofort mitinstalliert und an den Mac angepasst. Leider verzichtet Microsoft auch hier nicht auf die zwingende Aktivierung des Windows-Betriebssystems, was mangels korrekt eingerichteter Internet-Verbindung in den seltensten Fällen auf Anhieb gelingen dürfte. Nach dem Start des Windows-Betriebssystems fällt ein neues Symbol namens CPU-Indikator in der Virtual PC Symbolleiste auf. Der CPU-Indikator zeigt die CPU-Gesamtnutzung durch die Virtual PC Anwendung und die Änderungen der Verhaltens- und Reaktionsweisen von Virtual PC an, wenn Virtual PC im Hintergrund und andere Anwendungen im Vordergrund ausgeführt werden.

Neben diesem eher optischen Gimmick sind jedoch einige Benchmark-Messungen (Ergebnisse unter www.macwelt.de, Webcode 29496) und vor allem der subjektive Leistungseindruck für die Kaufentscheidung von wesentlich höherem Interesse. Im Vergleich zur vorhergehenden Version 6.1 sind auf einem Power Mac G4/1 GHz, 512 MB RAM und unter Mac-OS X 10.3.5 beim Hochfahren und Herunterfahren von Windows XP Professional keine Leistungssteigerungen erkennbar. Wenn man hingegen verschiedene Programme startet, Fensterrahmen verschiebt oder Dateioperationen tätigt, machen sich aber dennoch sehr deutlich subjektiv spürbare Leistungsverbesserungen bemerkbar. Hier hat Microsoft nach eigenen Angaben die Grafik- und Anzeigefeatures für Mac-OS X optimiert, was sich durch die schnellere Bildschirmaktualisierung bestätigt. Die Installation und Nutzung der hauseigenen Encarta 2005 unterstützt diesen subjektiven Eindruck. Interaktive Recherche-Funktionen führt die Enzyklopädie zügig durch. Selbst Videofilme, die letzte Leistungsreserven der PC-Emulation und der eingesetzten Mac-Hardware offen legen, laufen wesentlich ruckelfreier als in der Version 6.1. Mac-Anwendern mit aktueller G5-Hardware oder Mac OS X 10.3.X bringt Virtual PC 7.0 weiter Freude. Zum einen ist die Emulation nun endlich unter einem G5-Prozessor einsetzbar, zum anderen erleichtert das Programm unter Mac-OS X 10.3.x die Druckerinstallation. Ist der Mac nämlich bereits für den Druck über einen direkt angeschlossenen Drucker oder einen Netzwerkdrucker konfiguriert, wird ein virtueller Druckertreiber als Druckerverbindung für den virtuellen Rechner eingerichtet. Der virtuelle Druckertreiber verwendet die für den Mac hergestellten Druckerverbindungen und erfordert somit keine Zeit raubende Nachinstallation und Konfiguration der PC-Druckertreiber. Eine ebenso praktische wie bequeme Funktion ist die neue Schnellspeicherung. Beim Herunterfahren des virtuellen Rechners wird der aktuelle Status des Betriebssystems in einem einfachen Schritt gespeichert. Beim nächsten Start des virtuellen Rechners macht das Betriebssystem an der Stelle weiter, an der es heruntergefahren wurde. Alle geöffneten Programme und Dateien sind damit beim Neustart des virtuellen Rechners sofort verfügbar. In den Anwendungseinstellungen, die für alle in Virtual PC erstellten Rechner gelten, findet man nun unter anderem Möglichkeiten zur Konfiguration der Symbolleiste oder des Soundverhaltens.

Fazit

Mit Virtual PC 7.0 hat Microsoft gezeigt, dass es nicht nur Betriebssysteme entwickeln, sondern sein Know-How auch in die Weiterentwicklung von PC-Emulationen einbringen kann. Zum ersten Mal macht die Arbeit unter leistungshungrigen Betriebssystemen wie Windows XP selbst auf mittelmäßig ausgestatteten Macs wieder Spaß, da die Leistungsverbesserungen in den Grafik- und Anzeigefunktionen deutlich spürbar sind. Wer den hohen Preis nicht scheut und auf eine PC-Emulation angewiesen ist, kann getrost zugreifen. rw

Note: 1,2 sehr gut.

Vorzüge: G5-Unterstützung, verbesserte Leistungswerte, vereinfachte Installation von Programm und PC-Betriebssystem, Einrichtung eines virtuellen Druckertreibers, Schnellspeicherung beim Herunterfahren

Nachteile: höhere Hardware-Anforderungen an den eingesetzten Mac, Zwangsaktivierung des mitgelieferten Windows-Betriebssystems über das Internet oder Telefon

Alternative: keine

Preis: € (D) 160, € (A) 166, CHF 220; mit Windows XP Professional € (D) 320, € (A) 332, CHF 439; Office 2004 für Mac Professional Edition € (D) 650, € (A) 673, CHF 890, Update € (D) 110, € (A) 114, CHF 151

Technische Angaben

Systemanforderungen: G3-, G4- oder G5-Prozessor mit mindestens 700 MHz, ab Mac-OS X 10.2.8, ab 512 MB RAM, 3 GB freier Festplattenspeicher, CD-ROM-Laufwerk, Monitor mit 1.024 * 768 Pixel oder höher

Info: Microsoft

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