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PolyKB für Morphing und Modulation

23.02.2011 | 13:37 Uhr |

Der PolyKB hat alles, was man sich von einem analogen Synthesizer erwartet, überzeugt aber erst mit seinen Zusatzfunktionen.

Den Synthesizer, den der Elektronikmusiker Jean Michel Jarre in seiner Sammlung nicht hat, hat es mutmaßlich auch niemals gegeben. Kein Wunder, dass Gerüchten zufolge auch ein Polykobol 2 dazu gehört - ein Instrument, das 1982 stolze 6.500 Euro gekostet und es auf gerade einmal rund 30 (sic!) Exemplare gebracht hat. Xils-Lab , eine französische Firma, die sich auf altehrwürdige Synthesizer-Nachbauten in Software-Darreichungsform spezialisiert hat, bringt nun mit dem PolyKB den virtuellen Nachfolger auf den Markt.

Für die Klangerzeugung gibt es zwei spannungsgesteuerte Oszillatoren mit analogen Wellenformen wie Sägezahn, Rechteck, Dreieck und Puls, einen Tiefpassfilter sowie zwei Hüllkurvengeneratoren, einen LFO und eine Effektsektion mit Delay und Chorus. So weit, so normal.

Ungewöhnlich ist nicht nur, dass man zwischen den Wellenformen stufenlos umschalten kann, mithin also Zwischenschritte dieser Wellenformen existieren. Dieses "Waveform Morphing" lässt sich auch über die umfangreiche Modulationsmatrix steuern, was beim Spielen zu ungewöhnlichen Klangerlebnissen verhilft, die an den Presets des PolyKB eindrucksvoll abzuhören sind.

Bei vergleichbaren analogen Synthesizern ebenfalls ungewöhnlich ist die "Programmation"-Sektion des PolyKB: Hier bietet ein achtspuriger Sequenzer die Möglichkeit, komplexe Tonfolgen aufzuzeichnen und anschließend zum Beispiel einzeln oder in Kombination und passend zum Tuning abzuspielen. Zusammen mit dem eingebauten Arpeggiator lassen sich so beeindruckend vielfältige Melodien live produzieren.

Überzeugend präsentiert sich PolyKB auch mit zwei weiteren Step-Modulations-Matrizen: eine für die Platzierung der einzelnen Stimmen und Ausgangskanäle im Stereobild und eine für die Modulation der Klänge. Hier lassen sich vier Parameter zuweisen und stufenlos ansteuern. Prima!

Fazit:

Die Kombination einer traditionellen Klangerzeugung mit Wellenform-Morphing, einer umfangreichen Modulationsmatrix und einer Programmier-Sektion mit einer ungewöhnlichen Vielfalt von Eingriffsmöglichkeiten macht aus dem PolyKB einen sehr ansehnlichen Vertreter seiner Zunft. Der virtuelle Synthesizer ist eine Empfehlung an all’ denjenigen, die sich bei ihrer Suche nach dem perfekten analogen Klang gerne von ungewöhnlichen Ergebnissen inspirieren lassen.

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