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Webbasiertes Design-Programm Gravit

30.09.2015 | 11:04 Uhr |

Gravit ist laut Anbieter das erste Pixel-Design-Programm, das im Web-Browser ohne spezielle Lizenz verwendet werden kann.

Gravit ist ein webbasiertes Design-Programm, das sich im Browser starten lässt, ohne vorher eine Software installieren zu müssen. Das Produkt will laut Entwickler "professionelle Design-Anwendungen" ins Netz bringen, Nutzer sollen von überall auf ihre Projekte zugreifen und sie bearbeiten können. Das Produkt richtet sich Gravit zufolge sowohl an Einsteiger, die Facebook- und Twitter-Cover designen und Bilder bearbeiten wollen, als auch an Profis, die damit vektorisierte Pixelgrafiken erstellen können. Darüber hinaus soll Gravit die Zusammenarbeit von Designern mit Unternehmen wesentlich vereinfachen: Anstatt Entwürfe mehrfach hin- und herschicken zu müssen und dabei Änderungswünsche gegebenenfalls nicht nachvollziehen zu können, bietet das Programm die gemeinsame Verwaltung von Projekten an. In diesem Rahmen können beide Seiten auf die Designs zugreifen, sie bearbeiten wie auch kommentieren.

Mitte Mai ging Gravit als Invitation-only-Projekt online. Innerhalb von sechs Wochen folgten dem Anbieter zufolge über 1000 Nutzer der Einladung und registrierten sich, um mit der Erstellung unterschiedlichster Designs beginnen zu können. Gravit ist kostenfrei und bietet 500 MB Speicherplatz. Allerdings sollen in Zukunft Gebühren für Premium-Features und zusätzlichen Speicherplatz anfallen.

Da es das Angebot vorläufig und in dem genannten Rahmen kostenlos gibt, klingt das nach einer attraktiven Gestaltungsmöglichkeit für eigene Entwürfe. Wir haben uns also einfach mal bei Gravit angemeldet und erste Erfahrungen gesammelt. Tatsächlich macht Gravit mit seiner coolen, im inzwischen verbreiteten stylischen Schwarz oder Anthrazit gehaltenen Benutzeroberfläche einen professionellen und ansprechenden Eindruck. Die Eingewöhnung ist aber nicht ganz so intuitiv wie erhofft. So lassen sich zwar leicht eigene Bilder hochladen. Doch wie man ein versehentlich ausgewähltes wieder löscht, erschließt sich erst nach verschiedenen Testläufen, direkt funktioniert es jedenfalls nicht. Dazu muss man erst zurück in die Übersicht gehen, das könnte besser gelöst sein. Auch wie man Text behandelt, wenn man etwa seine Größe verändern will, ist erst nach einigen Versuchen klar. Man wählt zwar den entsprechenden Font wie in einer Textverarbeitung aus, aber dessen Schriftgröße verändert man durch die Eingabe von Höhe und Breite in numerischen Einheiten. Ist das einmal erkannt, klappt es allerdings prima.

Gravit bringt zudem jede Menge einfach gestalteter Grafiken mit, von Pfeilen bis zu Objekten wie Häusern und Computer, wahlweise in Schwarz-Weiß oder Farbe. Auch diverse Polygone und Werkzeuge gehören zum Funktionsumfang. Die meisten Bearbeitungsoptionen sind direkt rund um das Bearbeitungsfenster verfügbar, einige andere Funktionen erhält man über ein mehrgliedriges Menü.

Alles in allem erscheint uns Gravit als sehr vielversprechend, um einfache oder komplexere Grafiken zu erstellen. Wie günstig sich das Programm auch für Gelegenheitsnutzer gestaltet, kommt auf die endgültige Preisgestaltung an. Unklar ist zum Beispiel noch, was ”Premiumfunktionen” sein sollen und was ein Speicherplatz größer als 500 MB kosten wird. Einen Blick wert sollte das Angebot allen an grafischen Gestaltungen Interessierten durchaus sein, mehr als eine kostenlose Registrierung ist dafür derzeit nicht erforderlich. Für Profis interessant ist zudem die Ebenenverwaltung sowie der SVG-Export, der bei uns aber noch nicht so recht klappen wollte.

 

 

 

 

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