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Withings Pulse O2 im Test: Fitnesstracker mit Pulsmesser

03.07.2014 | 16:20 Uhr |

Mehr Extras hat kaum ein Fitnesstracker: Er misst Puls, Sauerstoffsättigung, Schritte und den Schlaf. Nicht alles überzeugt dabei.

Schritte zählen ist inzwischen nicht genug, in der Branche rund um Fitness und Healthstyle sollen immer weitere Funktionen die Kunden überzeugen. Der Withings O2 Pulse zählt zur neusten Generation von Fitness-Trackern. Im Vergleich zum Vorgänger Withings Pulse ist hier das "O2" neu, was die Messung der Blutsauerstoffsättigung meint.Tatsächlich ist dies jedoch kein echter Nachfolger, sondern Withings hat die neue Funktion per Firmware-Update hinzugefügt. Ebenfalls neu: Mittels Armband kann man den Tracker jetzt auch am Handgelenk tragen und wie eine Uhr nutzen. Wir haben den Withings Pulse O2 mehrere Wochen genutzt, hier ist unser Fazit.

Puls und Blutsauerstoff

Puls und Blutsauerstoff misst Withings nicht mit externen Sensoren, sondern mittels einer Photozelle auf der Rückseite des Schrittzählers. Pulsoxymeter sagt der Fachmann dazu. Eine LED durchleuchtet unseren Zeigefinger, während die Photozelle unsere Äderchen vermisst. Das klingt einfach und praktisch - ist es in der Realität aber nur zum Teil. Denn die Prozedur ist relativ aufwändig und dauert etwa eine Minute. Einen Pulsgurt beim Sport ersetzt die Funktion also keineswegs, ist also nur etwas für ruhige Momente.

Per LED-Licht und Photozelle misst der Tracker den Puls.
Vergrößern Per LED-Licht und Photozelle misst der Tracker den Puls.

Man muss die Messung per Tastendruck aus dem Hauptmenü auswählen, das Herz-Symbol per Fingertipp auswählen und dann den Zeigefinger auflegen. Oft kommt es dabei jedoch vor, dass man den Finger mit dem "falschen" Druck aufgelegt hat. Drückt man zu fest oder zu leicht, erhält man nur ein "X X" als Ergebnis, die Messung ist fehlgeschlagen. Das kommt leider häufiger vor. In der Praxis haben wir diese Funktion deshalb nur relativ selten genutzt. Die Genauigkeit scheint meistens in Ordnung zu gehen, einige Male zeigte der Pulse O2 jedoch einen deutlich höheren Wert als der Puls-Brustgurt, den wir zum Vergleich herangezogen haben.

Im Alltag

Die Kernaufgabe vom Pulse O2 ist jedoch zweifellos, unsere Bewegung über den Tag zu messen. Das kann der Pulse O2 entweder in der Hosentasche oder im Armband am Handgelenk erledigen. Das macht er auch klaglos. Es gibt drei verschiedene Armbänder zum Pulse O2: ein schwarzes Lederarmband sowie ein blaues und ein schwarzes Gummiband. Der Tracker sitzt gut in seiner Halterung, bei dem Lederarmband fiel er uns jedoch zwei Mal heraus.

Bei unserem Lederband ist die Halterung offenbar etwas lose. Am Handgelenk ist der Pulse O2 vielleicht besser aufgehoben - wenn hier nicht schon eine Uhr sitzt. Seit Neuestem kann man das Display passend auch im Quer-Format ausrichten lassen und die Zeitanzeige an die erste Stelle des Hauptmenüs rutschen lassen.

Wochenübersicht: Erkundungsspaziergänge im Urlaub werden belohnt.
Vergrößern Wochenübersicht: Erkundungsspaziergänge im Urlaub werden belohnt.

Die Details

Ein Knopf und eine Art rudimentärer Touchscreen ermöglichen die Steuerung. Der Knopf aktiviert das Display und schaltet durch das Hauptmenü. Per Fingerwisch kann man die Daten der letzten Tage durchblättern. Die Hardware macht aber nur einen relativ kleinen Teil des Nutzererlebnisses aus, auf die App kommt es an. Die Withings-App macht einen guten Eindruck und bietet alle Funktionen, die man erwartet. Tageswerte, Wochenwerte, Erinnerungen an geplante Aktivitäten gehören dazu. Die App kann auch den Schlaf auswerten , maßt sich auch nicht an, "Schlafqualität" bewerten zu wollen, schön.

Zusätzlich kann in der App auch das Gewicht mittels der Withings-Waage und die Blutdruckwerte vom hauseigenen Gerät protokolliert werden. Seit Kurzem kann auch die App per iPhone-Kamera den Puls messen. Generell macht die Softwarepflege einen sehr guten Eindruck. Während unseres Tests sind mehrere Updates für die App und für die Firmware des Trackers erschienen, die jeweils schöne und sinnvolle Verbesserungen bringen.

Per rudimentärem Touchscreen starten wir die Pulsmessung oder den Schlafmodus.
Vergrößern Per rudimentärem Touchscreen starten wir die Pulsmessung oder den Schlafmodus.

Für Sport?

So gut sich Withings Pulse O2 im Alltag schlägt, für Sportskanonen ist es nicht gedacht. Die einzigen Aktivitäten, die der Tracker kennt, sind Gehen und Laufen. Andere Sportarten kann man weder messen noch manuell eintragen. Dass man eine Stunde Rad gefahren ist oder Fußball spielen war, kann man leider nicht protokollieren. Withings richtet sich eher an Gesundheitsbewusste. Selbstdiagnose statt Training.

Fazit

Nach einigen Wochen mit dem Withings Pulse O2 gefällt der Tracker für den Alltag dank guter App und Hardware prima. Die Gimmicks wie Pulsmessung und Blutsauerstoffmessung sollte man vor dem Kauf nicht überbewerten, das hat uns im Alltag weniger überzeugt, ist zu umständlich. Leider muss der Pulse beim Sport (außer Joggen) passen, entschädigt dafür mit einem klassischen Micro-USB-Anschluss, wodurch man den internen Akku ohne Adapter laden kann.

Withings Pulse O2

Hersteller: Withings

Preis: € 120

Note: 2,5 befriedigend

+ Gute App, als Uhr tragbar, Pulsoxymeter

- Umständliche Pulsmessung,

Alternativen: Misfit Shine, Fitbit Flex

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