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Zyxel Prestige 660HW

22.07.2004 | 14:59 Uhr |

Weniger ist mehr, vor allem bei einer DSL-Installation. Ein weiterer Vertreter der All-in-One-Gattung kommt diesmal von Zyxel in Gestalt des 802.11g-ADSL-Modem-Routers Prestige 660HW. Für Airport-Extreme-Benutzer ist das Gerät allerdings nur bedingt tauglich.

Äußerlich macht der kleine Plastikkasten einen robusten Eindruck, vor allem "Platz sparend" ist ein treffendes Eigenschaftswort für Zyxels aktuellsten DSL-Gateway-Zugang. In der Verpackung befindet sich neben der Hardware ein umfangreiches deutsches Handbuch sowie eine Support-CD-ROM, auf der alle aktuellen Infomaterialien zur Prestige-660H-Serie auch für Macs zugänglich sind. Beim Kabelmaterial geizt Zyxel nicht, sowohl DSL-Zuleitung als auch ein Cat5-Ethernetkabel (UTP, Unshielded Twisted Pair) sind in außergewöhnlicher Länge enthalten. Damit ergeben sich auch bei komplizierten Aufbausituationen angenehme Spielräume. Wie bei Routern der 100-Euro-Klasse üblich strahlt das WLAN-Signal über eine omnidirektionale Antenne mit 2 dB(i) kreisförmig vom Access-Point weg. Zyxel bietet für alle eigenen WLAN-Router Zusatzantennen an, mit denen sich die Reichweite der Geräte je nach Bedarf bequem erweitern lässt. Apropos: In der aktuellen Firmware ist es nicht möglich, den Prestige 660HW in einen Roaming-Modus zu versetzen, um mit anderen WLAN-Zugangspunkten eine gewisse Netzabdeckung zu realisieren.

Man spricht deutsch

Angenehm schon bei der Erstinstallation: Zyxel hat das Web-Interface des Prestige-Routers sauber ins Deutsche übersetz. Zu jedem Dialog gibt es einen kontextsensitiven Hilfetext, der allerdings nur die Grundlagen vermittelt. Wünschenswert an dieser Stelle wäre für die Zukunft ein Hinweis auf weitere Informationsquellen im Internet, etwa bei der Konfiguration der Firewall oder der Einrichtung einer VPN-Verbindung (Virtual Private Network). Zyxel setzt auf maximale Sicherheit und spendiert aktuellen DSL-Geräten einen automatischen Logout aus der Admin-Web-Schnittstelle. Vorsichtshalber ist diese Funktion auch nicht deaktivierbar, dem erklärten Sicherheitsziel ist diese Einschränkung jedoch nur dienlich. Bei der WLAN-Verschlüsselung ist alles dabei, was ein Anwender heutzutage von einem Router erwarten kann: MAC-Adressen-Filter, WEP-Verschlüsselung bis zu 256 Bit, Unterstützung für Radius-Server sowie das aktuelle WPA-Verfahren. Alternativ kann der Router-Admin auch eine lokale Benutzerliste mit bis zu 32 Einträgen im Gerät anlegen, das noch vor einer eventuellen Radius-Abfrage bei einer Authentifizierung zum Zuge kommt.

AOL-Kunden freuen sich über einen eingebauten AOL-DSL-Client, der alternativ zur gewöhnlichen Einwahl bei T-Online, GMX und Konsorten anwendbar ist. In der Abteilung DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol, automatische Vergabe von IP-Nummern) stechen die verschiedenen Betriebsmodi hervor. So kann der Prestige 660HW entweder als DHCP-Server im Netz agieren oder Informationen von einem vorhandenen DCHP-Server an seine eigenen Clients weiterreichen (Relay). Ebenfalls sehr praktisch ist das optionale "WAN-Backup": Fällt am DSL-Port des Routers einmal das WAN-Signal weg, kann das Gerät den Datenverkehr auf ein alternatives Gateway umleiten. Dazu muss natürlich ein entsprechendes Backup-System im Netz installiert sein. Anwender von VPN-Anwendungen können bis zu fünf IPSec-Tunnel manuell definieren, leider ist das Einspielen von vorhandenen VPN-Zertifikaten nicht vorgesehen.

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