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Daten auf der Festplatte mit Data Rescue One retten

26.11.2015 | 10:05 Uhr |

Bootfähige Festplatte mit Datenrettungstool: Data Rescue One rettet zuverlässig Daten, funktioniert mit SSDs aber nur eingeschränkt.

Datenrettungssoftware ist eine Programmgattung, die man glücklicherweise nur selten benötigt – dann aber ist sie Gold wert. Ist die Festplatte eines Macbook plötzlich nicht mehr ansprechbar, kann man mit Tools wie Data Rescue oft noch die darauf gespeicherten Daten retten. Auch  nach dem versehentlichen Löschen des Familien-Fotoarchivs oder irrtümlicher Formatierung einer Speicherkarte bringt eine Wiederherstellungssoftware die Rettung. Für den Zugriff auf die interne Festplatte sollte man aber einen zweiten Rechner verwenden oder von einem externen Medium booten – sonst überschreibt man ungewollt Daten. Einfacher und komfortabler geht´s mit der neuen Lösung Data Rescue One . Diese besteht aus der Datenrettungssoftware Data Rescue 4, die man vorinstalliert auf einer bootfähigen Festplatte erhält. Bei unserem 274 Gramm schweren Testgerät handelte es sich um die Version mit 500 GB Kapazität, eine USB-3.0-Festplatte mit einem auffallenden roten Spezialdesign.

Die Funktionsweise von Data Rescue One

Das Prinzip: Man bootet den betroffenen Mac von der Festplatte, analysiert mit Data Rescue das gewünschte Speichermedium und rettet die Daten (nach Dateiart sortiert) auf eine separate Partition der Festplatte. Das ist nicht nur schneller, sondern auch bequemer als die Nutzung einer Datenrettungs-CD und einer externen Platte. Gerettete Daten sollte man nämlich immer auf ein zweites Medium sichern, um keine Daten zu überschreiben.

Die Datenrettungssoftware ist einfach bedienbar.
Vergrößern Die Datenrettungssoftware ist einfach bedienbar.
© Prosoft

Die Bedienung ist einfach: Um von dem System zu booten, schließt man die USB-Festplatte an und startet seinen Mac mit gedrückter Wahltaste. Man erhält nun eine Übersicht aller Boot-Systeme und kann die externe Festplatte als Startvolume auswählen. Das Mini-Betriebssystem ähnelt Apples Recovery-Umgebung. Nach dem Booten führt das Tool Schritt für Schritt durch die Wiederherstellung. Die Software bietet dabei drei Optionen: Eine Schnellsuche, das Durchsuchen der kompletten Festplatte und eine Suche nach gelöschten Dateien. Letztere ist für den Fall gedacht, dass man versehentlich Dokumente gelöscht hat. Profis können über die Voreinstellungen einige Zusatzfunktionen aktivieren, außerdem ist das Klonen eines Mediums möglich. In den letzten Jahrzehnten hat sich Data Rescue einen guten Ruf als zuverlässige und effiziente Lösung erworben, auch diese Version kann uns hier voll überzeugen.

SSD bedingt rettungsbereit

Gut funktioniert die Datenrettung bei magnetischen Festplatten, die noch ansprechbar sind. Das gilt aber nicht für alle Dateiarten: Große Videodateien und Programmdateien sind oft nicht mehr zu rekonstruieren, Fotos oder MP3s kann man meist noch retten. Schuld ist die oft starke Fragmentierung großer Dateien, die allen Datenrettungstools bei der Rekonstruktion Probleme bereitet. Schwer vorhersehbar ist der Erfolg bei Hardwareschäden und vor allem bei Rechnern mit SSD. Diese Medien überschreiben nämlich gelöschte Daten oft automatisch, andere Modelle verschlüsseln alle Inhalte. Zusätzlich sind Daten einer SSD oft besonders stark fragmentiert. Ist auch noch der Controller der SSD beschädigt, hilft nur noch ein teures Datenrettungs-Labor weiter.

Nutzt der Anwender Filevault, ist die Wiederherstellung ebenfalls unmöglich. Hat man aber gerade eben erst irrtümlich seine Fotos-Bibliothek gelöscht, kann man auch bei einer SSD oft viele der Bilder noch retten. Bei unseren Tests mit zwei SSDs von Drittherstellern (Toshiba und Sandisk) sind die Erfolge bei der Datenrettung vor allem bei Fotos noch akzeptabel. Brauchbar sind die Ergebnisse bei kleinen Audiodateien und Bilddateien, komplexere Dokumente und Videos kann das Tool in unserem Test nur sehr begrenzt rekonstruieren.

Überzeugende Kombination aus Hard- und Software

Insgesamt überzeugt uns das Konzept der Software-Hardware-Kombination, sie ist aber sehr stark auf die Rettung einer internen Platte zugeschnitten. Unkomfortabel ist das Konzept, wenn man Daten von einer externen Festplatte oder einer SD-Karte retten will - auch dann muss der Anwender nämlich von der externen Festplatte booten.

Verfügbar ist Data Rescue One in vier Versionen, der Preis berechnet sich nach der wiederherstellbaren Datenmenge: Die Einstiegsversion basiert auf einem USB-Stick und kostet 50 US-Dollar. Allerdings kann man nur magere 16 GB Daten retten. Für 139 bzw. 169 US-Dollar erhält man ein One Drive mit 500 und 1 TB Speicher (ohne Versandkosten). Zusätzlich bietet Prosoft eine Firmenversion für 410 US-Dollar. Die reine Softwarelösung Data Rescue 4 kostet dagegen ab 49 US-Dollar (begrenzt auf 250 GB) - und kann ebenfalls bootfähige Medien erstellen.

Empfehlung

Das Konzept von Rescue One hat einige Vorteile: Nutzern bleibt dank Bootfähigkeit das Hantieren mit mehreren Laufwerken erspart, die Bedienung ist deutlich einfacher. Bei magnetischen Festplatten ist die Leistung hervorragend. Wie jede Datenrettungssoftware stößt das Tool bei SSDs an ihre Grenzen, was man aber nicht Data Rescue anlasten kann. Für erfahrene Anwender erscheint uns  die Software-Version die flexiblere Lösung.

Prosoft Data Rescue One

Preis:

ab 59 US-Dollar (16 GB)

Note:

 1,9 gut

Teilnoten:

Leistung (50%)   1,5

Ausstattung (30%)  2,5

Handhabung (10%)    2,0

Dokumentation (10%)    2,0

Vorzüge:

 Einfache Bedienung, gute Ergebnisse bei herkömmlichen Festplatten, nur englischsprachig

Nachteile:

 SSDs nur begrenzt unterstützt, nur nach Booten nutzbar

Alternativen:

 Phoenix Data Recovery, Photorescue

Systemanforderungen:

Ab OS X 10.7, Core 2 Duo-CPU

Hersteller:

Prosoft Engineering, www.prosofteng.com

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