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eMac: Mehr Power für Einsteiger

28.04.2004 | 15:50 Uhr |

Ursprünglich nur für Schulen und Universitäten gedacht, entwickelt sich Apples preisgünstiger Mac immer mehr zum Schnäppchen. Dank mehr Leistung gilt dies nicht nur für Einsteiger.

Fast ein Jahr lang hat Apple den preisgünstigen eMac nicht mehr verändert. Nun bekommt der letzte Röhren-Mac mehr Leistung spendiert. Die Neuerungen gehen teilweise weit über das übliche Niveau eines "Speed-Bumps" hinaus und erstrecken sich in fast alle Teilbereiche des Hardware-Designs. Im Test deutlich spürbare Auswirkung hat der höhere CPU-Takt. Statt mit 1 GHz arbeitet die neue eMac-Generation mit 1,25 GHz. CPU-intensive Anwendungen wie iTunes (beim MP3- oder AAC-Encoding) oder iDVD (beim DVD-Encoding) arbeiten hier um einiges flotter. Zudem setzt Apple nun einen G4-Chip mit 512 KB (MPC 7447) On-Chip-Cache ein. Das ist glatt doppelt soviel wie noch beim Vorgänger. Mit dazu bei trägt auch der höhere Bustakt von 167 MHz (gegenüber 133 MHz des Vorgängers) und das erstmals im eMac verwendete DDR-RAM (Double Data Rate). Der effektive Speichertakt liegt also bei 333 MHz. Schneller sind selbst die immer noch erhältlichen Konfigurationen des Power Mac G4 nicht.

Für Spieler - Mehr Grafikpower

Neben mehr CPU- und Speichertakt verbauen Apples Ingenieure im eMac auch einen neuen Grafikchip. Statt einer Radeon 7500 kümmert sich nun eine Radeon-9200-Grafikkarte um die Bildschirmdarstellung. Dieser Chip bietet besonders in puncto 3D-Beschleunigung deutlich mehr Leistung, da er intern über vier Pipelines (statt 2 beim Radeon 7500) verfügt und auf wesentlich mehr 3D-Funktionen zurückgreift. In erster Linie kommt das Spielernaturen zu Gute, was unser Test mit UT2k3 zeigt. Aber auch Quartz-Extreme, Apples Grafik-Beschleunigung für Mac-OS X profitiert von dem schnelleren Chip. Der Bildaufbau geht in allen Mac-OS-XProgrammen nun flüssiger vonstatten.

Gute Voraussetzungen für DVD-Authoring

Einen großen Sprung hat Apple mit dem neuen Superdrive im eMac getan. Es beschreibt DVDR- Medien mit achtfacher Geschwindigkeit, was den derzeitigen Stand der Technik darstellt. Damit eignen sich die eMac sehr gut, um DVDs zu erstellen und zu mastern. Selbst in den aktuellen G5-Macs kommen derzeit nur Vierfach- Speed-Laufwerke zum Einsatz. Die preiswertere Konfiguration beinhaltet ein Combo-Laufwerk, das DVDs liest und CD-R/RWs brennt. Eine Version mit einfachem CD-ROM-Laufwerk hat Apple aus dem offiziellen eMac-Programm gestrichen. Dieses Modell gibt es nur noch für den Bildungsbereich. Bei den Festplatten gibt es keine Neuerung, hier wählt man nach wie vor zwischen einer 40- oder 80 GB fassenden internen IDE-Platte. Wer seinen eMac im Apple Store bestellt, kann gleich eine 160-GB-Platte einbauen lassen. Damit sollten sich auch größere Videoschnitt- oder DVDProjekte realisieren lassen.

Konkurrenz im eigenen Haus

Die neue eMac-Generation braucht sich vom Leistungsniveau her nicht hinter den aktuellen iMacs zu verstecken. Im Gegenteil: das Superdrive im eMac ist derzeit leistungsfähiger als das im iMac, der Grafikchip in einigen Bereichen gar überlegen. Die Frage eMac oder iMac wird dadurch immer interessanter, denn sie reduziert sich durch die neuen eMacs auf die Frage: LCDMonitor oder Röhren-Bildschirm? Wer einen bis zu 20 Zoll großen LCD-Monitor bevorzugt, sollte weiterhin zum iMac greifen. Für Preis bewusste Anwender, denen Abstriche bei der Bildqualität nichts ausmachen, ist der eMac eine echte Alternative.

Mehr Informationen zu den neuen eMacs und alle Testergebnisse finden Sie in Macwelt 6/2004, die ab 5. Mai am Kiosk liegt.

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