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Angetestet: Google Calendar lernt CalDAV

02.12.2008 | 14:58 Uhr |

Google gibt bekannt, mit dem eigenen Online-Kalender ab sofort auch Apples Kalendersoftware iCal zu unterstützen. Hinter dieser neuen Zusammenarbeit steckt das CalDAV-Protokoll.

iCal Server von Mac-OS X 10.5 Server
Vergrößern iCal Server von Mac-OS X 10.5 Server

Es sorgt still und leise dafür, dass iCal abonnierte Kalender nicht nur lesen, sondern auch in sie hineinschreiben kann. Die macnews.de-Redaktion hat den Dienst angetestet, der zum Teil eine kostenlose Alternative zu MobileMe und ähnlichen Angeboten ist.

Einmal mehr sind sich Apple und Google über die Zukunft einig: In Sachen Kalender setzen nun beide Firmen auf das CalDAV-Protokoll, mit dem sich Kalenderdateien über WebDAV austauschen lassen. Der Mac-Hersteller unterstützt CalDAV seit Mac OS X 10.5 und stellt auch eine Serversoftware zur Verfügung, den Darwin Calendar Server. Der Anwender muss von all dieser Theorie nichts wissen, sie arbeitet im Hintergrund. Er verwendet in seinem Browser den Google Calendar und nimmt die meisten Einstellungen dort vor, mit den Kalendern arbeiten kann er dann in Apples Software. iCal ist seit Leopard auch ein CalDAV-Client und kann so am Mac als alternative Oberfläche für den Google-Kalender dienen. Neue Kalender allerdings lassen sich ausschließlich online anlegen und auch die Verwaltung von Freigaben und Kalendern Dritter übernimmt iCal nicht. Bei der Einrichtung am Mac hilft die kleine Software Calaboration , die Google kostenlos zur Verfügung stellt. Nach dem Start des Programms gibt der Anwender zunächst seinen Google-Benutzernamen und das zugehörige Passwort ein, dann kann er mit einem Klick alle Kalender auswählen, die iCal anzeigen soll. Calaboration legt in iCal für jeden Kalender einen neuen Account an, das sieht in der Seitenleiste etwas unschön aus, ändert aber nichts an der Funktionalität. Die Arbeit mit den Google-Kalendern funktioniert im Test hervorragend. Änderungen werden im Nu in den Online-Kalender übernommen, selbst wenn auf zwei Rechnern gleichzeitig verschiedene Änderungen an einem Termin vorgenommen werden. iCal gleicht dabei auch Notizen und Einladungen zu Terminen ab. Google-Kalender, auf die ein Anwender ausschließlich Schreibzugriff hat, kann Calaboration in der aktuellen Version 1 noch nicht in iCal übernehmen, manuell ist das im iCal-Format aber möglich. Auf das iPhones allerdings lassen sich die CalDAV-Kalender in iCal hingegen gar nicht übertragen, weder per Push noch mit Hilfe der iTunes-Synchronisation. Für die Anzeige von Google-Kalendern auf dem Apple-Handy gibt es im App Store allerdings eine Reihe von Lösungen. Fazit: Wer bereit ist, seine Daten Google anzuvertrauen, dem steht nun eine Lösung zur Verfügung, die sich elegant in iCal einbindet. Die Einschränkungen dieser Zusammenarbeit sind vornehmlich Apple geschuldet und nicht Google: Es gibt bessere CalDAV-Clients als den Kalender in Mac OS X.

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