iLife 09: Musik
Garageband 5.0 in der Praxis
Das Zeitalter der Laptop-Musik neigt sich dem Ende entgegen. Mit Garageband 5.0 ist in iLife 09 eine Software enthalten, die den handwerklichen Aspekt der Musik mehr denn je vermittelt.
"Ich habe das Lick von Steve Cropper geklaut," räumt der Gitarrist und Sänger John Fogerty freimütig in der Künstlerlektion ein, die er für Apples Garageband 5.0 aufgenommen hat. Mit "Danke Steve!" beschließt der Gründer von Creedence Clearwater Revival (CCR) so den Teil des Filmes, der sich an etwas fortgeschrittene Gitarristen richtet. Es ist damit einmal nicht der Apple-CEO gemeint sondern der langmähnige und bärtige blonde Musiker, den die meisten von Fogerty angesprochenen Hobbymusiker aus dem Blues-Brothers-Film von 1980 kennen dürften. Einem "Danke, Apple!" von Anwenderseite her würden wir aber nicht widersprechen, hat sich doch Garageband in seiner Inkarnation in iLife 09 wieder weg vom Produktionsstudio für Filme und Podcasts hin zu einer Software für Musiker und solche, die es werden wollen, gewandelt.
Garageband 5.0 in der Praxis
Jetzt geht’s los: So aufgeräumt präsentiert sich das neue Startfenster von Garageband.
An virtuellen Knöpfen dreht es sich angenehmer als an Schiebereglern. Maus runter bedeutet Drehung nach links, Maus rauf dreht nach rechts.
Softwareinstrumente sind noch reichlich vorhanden. Manchmal zu reichlich, obiges Setup brachte unseren Mac Pro Baujahr 2007 zunächst ins Schleudern, bevor wir über die Garagebandvoreinstellungen auf maximale Spuren mit großem Pufferspeicher schalteten.
Wer seine mit Softwareinstrumenten eingespielten Gitarrenspuren von der neuen Klangerzeugung profitieren lassen will, geht einen kleinen Umweg über die Apple Loops, um eine neue Gitarrenspur anzulegen.
Fünf Plätze stehen für die Auswahl von zehn Effektpedalen bereit. Wir wünschen jedoch ein Garageband-Hardware-Interface, das Pedale und Verstärker steuern könnte.
Eigene Einstellungen speichert Garageband in einem separaten Bereich – der Übersichtlichkeit wegen.
Für den leichten Austausch der Sounds von User zu User empfehlen wir einen Blick in den Application Support im Benutzerordner. Lehrfilme stellt Garageband allen Benutzern eines Rechners bereit.
Zusätzliche Grundübungen und Künstlerübungen erhält man über den „Store für Übungen“. Die Bezahlung der Künstlerübungen – 4,95 Euro pro Lektion – wickelt der Apple Store online ab. Die John-Fogerty-Lektion ist 750 MB groß, eine schnelle Leitung sollte man beim Download haben.
Die Einsteigerlektion ist lediglich für Anfänger nicht banal, die für Fortgeschrittene hat es aber durchaus in sich. Vor dem Spielen das Stimmen nicht vergessen!
Genau auf die Finger sehen, gut zuhören und schließlich mitspielen: Die Künstlerübungen machen Lust auf mehr. Das Lautstärkenverhältnis zwischen Gitarre des Lehrers, des Schülers und der Begleitband lässt sich individuell mischen.
Auf Youtube findet man Lehrvideos in Dutzendware – und schlechter visueller und akustischer Qualität. In Garageband zeigen Lehrer und Künstler genau, was sie machen.
Sieht einfach aus, kann man sich erarbeiten aber bis man den richtigen Sound trifft, braucht es weit mehr, als die richtigen Knöpfe zu drehen. John Fogerty empfiehlt: Üben, üben, üben...
Die Cycle-Aufnahme bringt es vor allem beim Einspielen von Schlagwerk. Gitarristen legen eher Wert auf mehrere Takes, dazu einfach die Cycle-Aufnahme deaktiviert lassen.
Garageband kann Spaß machen, hangelt man sich einfach nur durch die zahlreichen Loops und Samples und stellt sich damit mehr oder weniger individuelle Tracks zusammen, die sich nicht zuletzt als iPhone-Klingelton eignen. Wer Garageband nur in dieser Weise einsetzt, verschwendet aber einen Großteil des Potentials der Software. Anders als etwa Steinbergs Sequel richtet sich Apples Musikprogramm nicht an Laptopmusiker und Hobby-DJs sondern eher an solche, die ein Instrument spielen oder es erlernen möchten. Und gerade für die letztere Klientel hat Apple eine echte Innovation in Garageband integriert.
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