iMac 21,5 und 27 Zoll
Test: iMac 2012 mit Fusion Drive
Im Test überzeugen die neuen iMacs mit deutlich besserer Geschwindigkeit gegenüber ihren Vorgängern. Nur aufrüsten lassen sie sich kaum.
Unsere Kollegen von der Macworld USA haben bereits zwei neue iMacs mit den jeweils schnellsten Prozessoren ins Testlabor bekommen und umfangreiche Geschwindigkeitstests durchgeführt. Spannend ist vor allem, was Apples Technik Fusion Drive in der Praxis bietet. Mit Fusion Drive kombiniert das System auf intelligente Art einen SSD-Speicher und eine herkömmliche Festplatte, um eine möglichst gute Leistung aus dieser Kombination zu kitzeln. Hierzu haben wir bereits einen Blick hinter die Kulissen von Fusion Drive geworfen.
Neue iMacs im Macworld-Test
Der neue iMac (links) im Macworld-Testlabor
Von oben betrachtet: Der neue iMac ist deutlich dünner
Seitenansichten
Der neue iMac saugt zur Kühlng Luft von unten an, die Ventilatoren blasen die warme Luft gegen den Aluminiumständer.
Der 27-Zöller kommt mit den gleichen Schnittstellen wie der 21,5-Zöller. Der wesentliche Unterschied besteht an der Rückseite in der Klappe zwischen Ventilator und Stromanschluss, über die man den Arbeitsspeicher austauschen kann.
Nur am 27-Zoll-Modell lässt sich RAM erweitern.
Käufer des 21,5-Zöllers sollten von Anfang an überlegen, wieviel Arbeitsspeicher sie einbauen wollen.
Die Testkandidaten
Macworld USA hat die beiden iMacs im Apple Store reichlich bestückt. Im 21,5 Zoll großen iMac arbeitet der schnellste derzeit auswählbare Prozessor, ein 3,1 GHZ taktender Quad-Core i7 . Auch im 27 Zoll großen Modell befindet sich der derzeit schnellste Prozessor, den man wählen kann, also ebenfalls ein Quad-Core i7, allerdings mit einer Taktrate von 3,4 GHz. Der Aufpreis auf den jeweils schnellsten Prozessor kostet bei beiden Modellen 200 Euro.
Das 21,5-Zoll-Modell kommt darüber hinaus mit 16 GB Arbeitsspeicher sowie dem Grafikchip Nvidia Geforce GT650M. Ein schnellerer Grafikchip lässt sich anders als beim 27 Zoll großen Modell nicht wählen. Sein 27 Zoll großer Bruder nutzt 8 GB Arbeitsspeicher sowie den extra ausgewählten Grafikchip Nvidia Geforce GTX 680MX mit 2 GB Videospeicher (150 Euro Aufpreis). Beide Modelle kommen mit einem 1 TB fassenden Fusion Drive, das im Apple Store jeweils 250 Euro Mehr kostet. Dieses Fusion Drive beinhaltet neben einer 1 TB fassenden Festplatte einen 120 GB großen SSD-Speicher.
iMac schlecht zum Aufrüsten
Bei dem 21,5 Zoll großen iMac kann man den Arbeitsspeicher so gut wie nicht selber aufrüsten, denn dazu muss man recht aufwändig den iMac zerlegen. So muss man entweder mit den vorinstallierten 8 GB großen Arbeitsspeicher auskommen, oder für den doch sehr hohen Aufpreis von 200 Euro einen iMac mit 16 GB Arbeitsspeicher ordern. Beim 27 Zoll großen iMac befindet sich auf der Rückseite eine Klappe, hinter der sich die Arbeitsspeicher-Module befinden. Hier lässt sich der Arbeitsspeicher noch selber erweitern – und dies deutlich günstiger als im Apple Store. Beim Massenspeicher ist ein Aufrüsten beziehungsweise ein Tausch der Festplatte bei beiden Modellen schwierig. So verwenden beide iMac eine 2,5 Zoll große Festplatte, an die man schwer gelangt.
Der neue iMac zerlegt
So geht schlank: Der neue 21.5-Zoll iMac ist an seiner dünnsten Stelle gerade einmal 5mm dick und wird zur Gerätemitte hin etwa 4cm dick.
Auf der Geräterückseite befindet sich wie gewohnt ein Gelenk, das das Display hält, sowie die Abluftschlitze und die Anschlüße des neuen iMac.
Diese sehen wir hier nochmal im Detail: Ein SD-Karten-Steckplatz (Orange), Audiobuchse (Rot), 4-mal USB 3.0 (Gelb), 2-mal Thunderbolt (Grün), sowie eine Ethernet-Buchse (Blau). Soweit bringt der neue iMac also keine Überraschungen mit.
Unter dem Display versteckt sich das Innenleben des neuen iMac ...
... Und das hat es in sich. Denn man merkt, wie besessen man daran gearbeitet hat, hier und da den einen oder anderen Millimeter einzusparen.
Beispiel gefällig? Die Festplatte ist hier gut zu erkennen: Apple hat die bisher verbaute 3,5-Zoll Baugröße rausgeworfen und durch eine schlankere, vom Laptop bekannte 2,5-Zoll Festplatte ausgetauscht. Das Problem: In Sachen Performance kommen die 2,5-Zoll Festplatten nicht an Ihre großen Brüder und Schwestern heran. Nur durch des Fusiondrive kann der Geschwindigkeitsnachteil kompensiert werden.
Neu ist nicht nur die Baugröße der Festplatte, sondern auch Ihre Gummiverschalung: Hier versucht Apple wohl die Vibrationen der HDD so klein wie möglich zu halten.
Kämpft man sich bei der Demontage bis zum Logicboard des iMac vor, hat man die komplette Demontage fast geschafft.
Der Wireless-Chip.
Die Airport-Karte kommt in diesem iMac-Modell wieder von Broadcom.
Die Airport-Karte kommt in diesem iMac-Modell wieder von Broadcom.
Die Airport-Karte im Detail.
Auf der Airport-Karte sitzt prominent platziert der Broadcom BCM4331 WLAN-Chip (Rot). Die drei Wifi-Antennen (Orange) sitzen am unteren Ende der winzigen Karte. Neu ist im Vergleich zum Vorjahr, dass auf der Airport-Karte auch noch der Bluetooth-4.0-Chip BCM20702 (Gelb) mit verbaut ist.
Auf der Airport-Karte sitzt prominent platziert der Broadcom BCM4331 WLAN-Chip (Rot). Die drei Wifi-Antennen (Orange) sitzen am unteren Ende der winzigen Karte. Neu ist im Vergleich zum Vorjahr, dass auf der Airport-Karte auch noch der Bluetooth-4.0-Chip BCM20702 (Gelb) mit verbaut ist.
Auf der Rückseite des Logicboard kommen die RAM-Steckplätze zum Vorschein. Der Arbeitsspeicher ist zwar durch den Nutzer austauschbar, durch die verschachtelte Bauweise ist der Weg bis hierhin aber äußerst beschwerlich – pikanter Weise lässt Apple sich die werksseitige Aufrüstung ziemlich üppig bezahlen. Apple verwendet im Übrigen hier PC3-12800-er Riegel.
Nach dem Entfernen der Heat-Sink ...
... kommt der hier verbaute Core i5-Prozessor zum Vorschein.
Hier sieht man das Logicboard nochmal in Gänze: Neben den RAM-Steckplätzen und dem Prozessor kann man gut den Grafikchip Geforce GT 640M (Rot) mitsamt Video-RAM (Grün), sowie den Intel E213B384 Platform-Controller-Hub (Orange), den Texas Instruments Stellaris LM4FS1AH Microcontroller (Gelb), einen National Semiconductor VM22AC Chip (Blau), den Delta 8904C-F Chip (Violett) sowie den Broadcom BCM57765A1KMLG Gigabit Ethernet Controller mit integriertem SDXC Kartenleser (Schwarz) erkennen.
Hat man alle Teile herausgeholt, bleibt lediglich die Alu-Verschalung des iMac übrig.
Am Ende überwiegt bei uns der Zwiespalt: Zum einen ist es schlicht beeindruckend, wie Apple es schafft, die Bauteile derart Platzsparend zu verteilen, ohne Abstriche bei der Leistung der Komponenten machen zu müssen. Auf der anderen Seite ist der neue iMac alles, aber nicht wirklich aufrüstbar: Um das Display zu lösen benötigt man eine Heißluftpistole, um an den RAM heranzukommen ist es nötig, das komplette Gerät zu demontieren.
Geschwindigkeit
Bei den Tests mit Speedmark 8 (Index von 15 verschiedenenTests) können die neuen iMacs mit Fusion Drive deutlich an Geschwindigkeit zulegen: So arbeitet der 21,5 Zoll große iMac mit 3,1 GHz taktenden i7-Prozessor ganze 53 Prozent schneller als sein vergleichbarer Vorgänger mit 2,8 GHz taktenden i7-Prozessor und Festplatte. Im Vergleich zu einem Vorgänger-iMac, der mit SSD-Speicher ausgestattet ist, sinkt der Geschwindigkeitsvorsprung auf immer noch respektable 28 Prozent. Beim Kopiertest und dem Test vom Dekomprimieren einer Datei hat der neue iMac seine Arbeit sogar dreimal so schnell erledigt als sein Vorgänger, der mit einer Festplatte bestückt ist. Während diese Tests überwiegend die Gesamtleistung der Rechnerkomponenten wiederspiegelt, zeigt der reine Rechner-Test mit Mathematica Mark die reine Rechengeschwindigkeit des Prozessors. Hier ist der 3,1 GHz schnelle neue iMac 16 Prozent schneller als sein 2,8 GHz schneller Vorgänger.
Benchmarks der neuen iMacs
Ergebnisse des Speedmark-8-Tests. Höhere Punktzahlen entsprechen einem besseren Ergebnis. Referenzrechner kursiv
Ergebnisse in Sekunden. Je niedriger, desto besser.
Ergebnisse in Sekunden. Je niedriger, desto besser.
Ergebnisse in Sekunden. Je niedriger, desto besser.
iTunes und Cinebench: Ergebnis in Sekunden. Je niedriger, desto besser. VMware PCMark und Methematica8 Mark in Piunkten, je höher, desto besser.
Ergebnisse in Frames pro Sekunde, je höher, desto besser.
Auch gegen einen neuen Mac Mini mit 2,6 GHZ taktenden i7-Prozessor und 1 TB Fusion Drive hat Macworld die iMac-Modelle antreten lassen. Hier ist der 21,5 Zoll große iMac insgesamt 20 Prozent schneller. Beim Test der Open-GL-Grafikleistung mit Cinebench ist der iMac sogar mehr als doppelt so schnell wie der Mac Mini. Auch gegenüber dem Macbook Pro Retina mit 15 Zoll großem Display kann sich der iMac mit höherer Leistung behaupten. Hier misst Macworld im Vergleich zu einem Macbook Pro Retina mit 2,6 GHz taktenden i7-Prozessor eine insgesamt acht Prozent bessere Leistung des 21,5-Zoll-iMac.
Wo bleibt der 27-Zoll-iMac? Macworld hat der Einfachheit halber diesen derzeit schnellsten iMac, den man konfigurieren kann, gegen das 21,5-Zoll-Modell antreten lassen, den Macworld ja ebenfalls in der höchsten Ausbaustufe testet. Hier ist der Unterschied in der Gesamtleistung mit acht Prozent vergleichsweise gering. In einigen Disziplinen ist sogar der 21,5-Zoll-iMac schneller, so in den Tests mit Photoshop und iTunes. Das mag daran liegen, dass der getestete 21,5-Zoll-iMac mit doppelt so viel Arbeitsspeicher ausgestattet ist als das 27 Zoll große Spitzenmodell, nämlich mit 16 GB statt 8 GB.
Fazit zum iMac 2012
Die neuen iMacs sind schick und schlank. Zudem arbeiten sie Dank Fusion Drive deutlich schneller als ihre Vorgänger, selbst wenn diese einen reinen SSD-Speicher verwenden. Ärgerlich ist nur, dass sich der 21,5 Zoll große iMac gar nicht aufrüsten lässt, beim 27 Zoll großen iMac ist dies immerhin wie beim bisherigen iMac mit dem Arbeitsspeicher möglich.





Login über einen Foren Account
Gastposting
Gastbeiträge müssen erst freigeschaltet werden, bevor Sie auf der Seite erscheinen.