Apple Tablet auf dem Prüfstand

iPad 4 im Test - erste Ergebnisse

06.11.2012 | 15:57 Uhr | Chris Möller

Erst im März 2012 brachte Apple das iPad 3 mit dem extrem hoch auflösenden Retina-Display heraus. Kaum acht Monate später ist schon der Nachfolger da. Das iPad 4 soll doppelt so schnell sein. Wir testen es unter Labor- und Praxisbedingungen

Im täglichen Gebrauch empfindet man das iPad 3 eigentlich nicht als langsam. Die Bedienung bleibt in den meisten Apps flüssig und Ruckler sind kaum wahrnehmbar. Dennoch bringt Apple mit dem iPad 4 sehr früh einen Nachfolger, bei dem der Tablet-Hersteller den Fokus auf verbesserte Geschwindigkeit legt. Doppelte CPU- und Grafikgeschwindigkeit verspricht Apple beim iPad 4. Um das zu erreichen, baut der Tablet-Hersteller einen neuen integrierten Chip ein, den A6X. Er basiert dabei auf dem schon vom iPhone 5 her bekannten Chip A6.

Wie der A5X im iPad-Vorgängermodell verfügt auch der A6X über zwei CPU- und zusätzlich vier Grafikkerne. Die höhere Geschwindigkeit holt Apple aus Optimierungen im Chipdesign und höheren Taktfrequenzen heraus. Details gibt Apple wie immer nicht bekannt und so messen wir nach.

Unsere Benchmark-Messungen liefern dabei ein unterschiedliches Bild. Bei CPU- und Grafik-lastigen Tests erreicht das iPad 4 im Durchschnitt knapp die doppelte Leistung des iPad 3 (etwa Faktor 1,8). In einem Test (Linpack) messen wir gar den Faktor 4,6. Doch nicht überall ist der Abstand so groß. In der Praxis, beispielsweise beim Starten von umfangreichen Apps oder beim Laden von Webseiten, fällt der Unterscheid kaum auf.

iPad 4 mit LTE

Mehr Aufmerksamkeit dürften die weiteren neuen Funktionen erregen, die mit dem iPad 4 kommen. Allen voran die verbesserte LTE-Fähigkeit. Zwar konnte das iPad 3 bereits mit mobilen Netzwerken der vierten Generation (LTE) umgehen, jedoch hauptsächlich in den USA. Europäische Netzbetreiber blieben beim iPad 3 außen vor. Das änderst sich nun mit dem iPad 4. LTE ist damit auch in Deutschland möglich, wenngleich hier die gleiche Einschränkung gilt, wie beim iPhone 5. Lediglich die Deutsche Telekom bietet einen LTE-Netzausbau an, der vom iPad 4 unterstützt wird. Grund ist der im iPad 4 verbaute Funkchip der die hierzulande häufig verwendeten LTE-Frequenzen nicht versteht. Es gibt nur eine Überschneidung im 1800-MHz-Band, und das bietet derzeit ausschließlich die Telekom an und auch die nur in Ballungszentren. Derzeit (Stand: Anfang November 2012) liefert Apple lediglich die Wifi-Version des iPad 4 aus, die LTE-Fassund soll später im November verfügbar sein. Auch unserem Testgerät fehlt der Funkchip, sodass wir noch keine Aussage zur LTE-Geschwindigeit machen können.

Bessere Facetime-Kamera

Auch bei den integrierten Kameras gibt es Veränderungen. Die rückseitige iSight-Kamera bleibt weit gehend unverändert. Sie löst nach wie vor mit fünf Megapixel auf. Damit liegt sie auf dem gleichen Niveau wie die Kamera im iPad Mini. Wir vergleichen die iSight Kameras der beiden Geräte in der folgenden Bildergalerie.

Die Kamera an der Vorderseite hat Apple im Vergleich zum Vorgänger allerdings deutlich verbessert. Sie erzeugt nun Videos im HD-Format 720p. Das macht sich in deutlich schärferen Videochats positiv bemerkbar.

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