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iPad Pro 2017: Drei Größen und rahmenlos

24.02.2017 | 15:00 Uhr |

Für 2017 plant Apple eine Komplettrenovierung seiner iPads – wohl mit Ausnahme des iPad Mini.

Update vom 24. Februar 2017: iPad Pro erst später im Handel

Allem Anschein nach will Apple neuen iPads im März vorstellen, kann sie aber erst im Mai ausliefern. Dies berichtet das taiwanische Branchenbaltt Digitimes unter Bezug Quellen aus Zuliefererkreisen . Dass Apple im März neue Modelle vorstellen wird, zeigen die Lager-Vorräte des aktuellen Modells – viele Varianten von iPad Pro und iPad Air 2 sind im Apple Online Store als nicht verfügbar ausgezeichnet. Dazu beobachtete man häufige Rabatt-Aktionen mit den gleichen Modellen auf dem asiatischen Markt. Die beiden großen Zulieferer – TPK Holding und General Interface Solution (GIS) – produzieren die Touch-Displays und stellen sich schon mal auf das magere erste Quartal 2017 ein. Trotz Erwartungen fehlen den beiden Firmen die Bestellungen von Apple, diese werden erst im zweiten Quartal einlaufen. Sprich, die neuen iPads kann man erst im Mai oder sogar erst im Juni kaufen.

Update vom 20. Februar 2017: Event mit iPad und iPhone SE

Allmählich müsste es erste Gerüchte um einen Termin für eine iPad-Keynote geben und der japanische Blog Macotakara enttäuscht uns nicht. Noch sind die Kollegen aber reichlich vage und tippen auf einen Zeitpunkt "im März"   - so weit waren wir aber auch schon. Neben bereits kursierenden Spekulationen bringt der Bericht aber ein neues Detail: Auch für das iPhone SE soll es ein Update geben. Das Vierzoll-iPhone hatte Apple im März 2016 zusammen mit dem iPad Pro 9,7-Zoll gezeigt. Ein SE 2 soll aber nicht in Arbeit sein, Apple ändere nur die Ausstattung und bringe ein Modell mit 128 GB Speicher. Bisher ist das iPhone SE mit 16 GB oder 64 GB erhältlich.

In Sachen iPads gibt es bei Macotakara wenig Neues: Neue Versionen soll es von den iPad Pro in 9,7 und 12,9 Zoll geben, wirklich neu sei ein randloses iPad mit 10,5-Zoll-Bildschirm als neues Flaggschiff. Von seinen Ausmaßen dürfte ein solches Gerät etwa die Größe des bewährten 9,7-Zoll-Formfaktors haben, der fehlende Rand ermöglicht einen größeren nutzbaren Bereich auf dem Bildschirm.

Das Angebot ergänzen soll ein etwas günstigeres iPad mit 9,7-Zoll-Bildschirm, dieses werde das iPad Air 2 ablösen. Von einem überarbeiteten oder neuen iPad Mini ist nicht die Rede.

Stand vom 17. Februar 2017 : Das iPad ist in historischer Hinsicht älter als das iPhone, anhand der ersten Prototypen für einen Tabletcomputer entstand in Cupertino die Idee, aus dem Konzept ein Telefon zu entwickeln. Etwa zwei Jahre danach kam Apple zurück zum Tablet und das iPad verkaufte sich von Anfang an so gut, dass Steve Jobs bereits die Post-PC-Ära ausrief. Doch auch fast sieben Jahre nach der Premiere des Tabletcomputers sind Desktop und Laptop noch nicht vom Markt verschwunden, seit über zwei Jahren kämpft Apple zudem mit rückläufigen Verkaufszahlen für das iPad – im Septemberquartal war diese aber immer noch fast doppelt so hoch wie die der Macs, im Dezemberquartal verkaufte Apple fast dreimal so viele iPads wie Macs.

Diese am Abend des 31. Januar veröffentlichten Zahlen zeigten, dass das iPad erneut hinter den Erwartungen zurück geblieben ist, auf den ersten Blick sogar deutlich. Nur noch 13,08 statt 16,12 Millionen verkaufte Tabletcomputer bedeuteten einen Rückgang von 19 Prozent. Doch nimmt ein genauerer Blick auf die Zahlen ein wenig Drama heraus. Zum einen hatte Apple im Weihnachtsgeschäft 2016 kein neues Gerät am Start – im Gegensatz zu 2015 mit dem iPad Pro 12,9 Zoll. Eine nur nebenbei erwähnte Zahl sollte man zudem in Betracht ziehen, wie der Anleger-Blog The Motley Fool erklär t. Demnach habe Apple im Berichtszeitraum das Inventar im Channel um 700.000 Stück reduziert, wohingegen es ein Jahr zuvor einen Zuwachs von 900.000 Stück gegeben habe. Die tatsächliche Nachfrage nach dem iPad hat in Q1 2017 also mehr als 13,78 Millionen Stück betragen, im Jahr zuvor aber nur 15,22 Millionen Stück. Es bleibt immer noch ein Rückgang, dieser fällt mit 9,4 Prozent aber nur noch halb so hoch aus wie aus den blanken Zahlen ersichtlich.

Die Gründe für den steten Rückgang der Verkaufszahlen sind vielschichtig. So behalten die meisten Tablet-Nutzer ihr Gerät deutlich länger als ihr Smartphone, das sie klassischerweise nach spätestens zwei Jahren gegen ein neues Modell austauschen. Heute noch sind jede Menge Ur-iPads im Einsatz und auch das nur ein Jahr jüngere iPad 2 – mit Kameras und mit einem deutlich schnelleren Prozessor – macht noch gute Figur. Die Tablet-Konkurrenz macht Apple nicht wirklich zu schaffen, zumal viele auf Hybrid-Geräte setzen, die sowohl Notebook als auch Tablet sein sollen und dabei Kompromisse eingehen, die dem Gesamtpaket eher schaden. Es sind auch nicht Macbooks, Ultrabooks, Netbooks, die am iPad nagen, viel eher Smartphones, die mit ihren immer größeren Bildschirmen in den Augen vieler Nutzer das dedizierte Tablet eher unnötig machen. Seit dem iPhone 6 Plus befeuert Apple auch selbst diesen Trend.

Apples iPad-Strategie

So weicht der iPad-Hersteller in die andere Richtung aus, das iPad Pro mit 12,9 Zoll Bildschirmdiagonale hat hier einen ersten Markierungspunkt gesetzt. Insbesondere Kreative sollen sich angesprochen fühlen, die mit dem Apple Pencil etwa direkt auf dem Bildschirm zeichnen und malen können, aber auch Businessanwender, die das breite Softwareangebot und die hohe Sicherheit der iOS-Plattform schätzen. Als einen echten Ersatz für Mittelklassenotebooks sieht Apple daher das iPad Pro, im Frühjahr 2016 kam mit dem iPad Pro 9,7 Zoll ein weiteres Gerät der Reihe auf den Markt, welches mehr oder weniger das iPad Air 2 ablöste - letzteres ist jedoch noch im Handel, ebenso wie das iPad Mini 4, das seit Herbst 2015 unverändert auf dem Markt ist.

Alles beginnt am 27. Januar 2010

Sieben Jahre ist es nun her, dass Steve Jobs in San Francisco das erste iPad zeigte. Das neue Produkte verkaufte sich anfangs sehr gut, die Verkaufskurve war sogar steiler als die des iPhones drei Jahre zuvor. Seit dem Weihnachtsgeschäft 2012 geht sie aber wieder zurück. Einen kurzen Rückblick auf die iPad-Geschichte finden Sie indes hier .

Drei neue Modelle und ein altes Mini

Die nächste Aktualisierung des iPad wird es nicht mehr in diesem Jahr geben, so viel scheint klar. Doch bietet sich die zweite Märzhälfte erneut als Termin für eine Keynote zur Vorstellung neuer Modelle an und so wie es aussieht, wird das iPad Pro ab Frühjahr 2017 das einzige aktuelle iPad sein, das dann Apple aber in drei Größen anbieten wird.

Wie die japanische Website Mac Otakara bereits im Oktober berichtet hatte, wird Apple das neu sortierte Lineup mit den drei Bildschirmdiagonalen von 12,9, 10,1 und 7,9 Zoll anbieten. Das mittlere iPad Pro soll also etwas größer werden und ein kleineres Modell das iPad Mini ablösen. Alle drei iPad Pro sollen den 3,5-mm-Klinkenausgang behalten. Das neue 12,9-Zoll-Modell soll das True-Tone-Display des 9,7-Zöllers vom letzten Frühjahr erben.

Die Besonderheit des mittleren Modells ist laut der Barclays-Analysten Blayne Curtis, Christopher Hemmelgarn, Thomas O'Malley und Jerry Zhang das rahmenlose Design . Dies hätten ihre Quellen aus asiatischen Zuliefererkreisen verraten. Der Vorteil sei dabei, dass das mittlere iPad Pro die gleichen Ausmaße wir das bisherige Modell haben könnte, aber eben einen größeren Bildschirm. Der Verzicht auf den Rahmen würde aber auch bedeuten, dass der Homebutton verschwindet - entweder in einer Lösung wie beim iPhone 7, bei der die Taptic Engine haptische Feedback auf einen feststehenden Knopf gibt oder sogar völlig. Die Barclays-Analysten sehen jedoch keine neue "Mini"-Größe vorher, sondern ein überarbeitetes 9,7-Zoll-Modell, das neben dem bestehenden iPad Mini 4 mit 7,9 Zoll im Handel bliebe. Ab März hätte Apple demnach also vier iPads im Angebot: iPad Pro mit 12,9 und 10,1 Zoll, und iPad Air 3 (9,7 Zoll) und iPad Mini 4 (7,9 Zoll) - also ein wenig unübersichtlich.

Um die Verwirrung ein wenig zu erhöhen: Der meist recht treffsichere Analyst Ming-Chi Kuo von KGI Securities setzt die Größe des mittleren Modells mit 10,5 Zoll an, teilt aber ansonsten die Auffassungen seiner Barclays-Kollegen. Für das Jahr 2018 prognostiziert er zudem einen bedeutenden Technologiesprung, Apple werde dann auf OLED-Displays setzen. Für das iPhone 8 ist das schon für Herbst 2017 zu erwarten .

Kuo präzisiert seine Voraussagen hinsichtlich des iPad im Jahr 2017 . Demnach werde Apple schon im Frühjahr drei neue Modelle bringen: Ein Upgrade des iPad Pro mit 12,9 Zoll Bildschirmdiagonale, ein neues Modell mit 10 oder 10,5 Zoll und schmalen Rändern sowie eine preisgünstige 9,7-Zoll-Option. Die beiden größeren und hochwertigeren Geräte bekommen den Chip A10X, während das Basismodell mit einem A9 werde auskommen müssen. Während der A10X von TSMC gefertigt werde, beziehe Apple den A9 weiterhin von Samsung. Der iPad Mini bekomme in diesem Jahr keine Auffrischung.

Wunschliste für iPad und iOS

Was muss ein überarbeitetes oder gar neues iPad Pro haben, mal ausgenommen von den üblichen Verbesserungen bei den Prozessoren und dem Akku? Schmalere Rahmen hält unser Macworld-Kollege Michael Simon nicht für entscheidend, ihm sind fünf andere Dinge wichtiger . Das wäre vor allem ein an das iPad angepasstes besseres iOS, trotz des größeren Platzangebotes auf dem Screen erscheint es weiterhin als ein hochskaliertes iPhone-Betriebssystem - mit der Ausnahme des Split View. Widgets und ein schnellerer App-Wechsel wären aber zu begrüßen. USB-C anstatt Lightning wäre zudem ein vielversprechende Schnittstelle, der Apple Pencil könnte auch als Schreibgerät dienlich sein. Mit Inkwell hätte Apple sogar die entsprechende Technologie  für Handschriftenerkennung im Angebot. Eine Art von Trackpad könnte sich insbesondere bei der Arbeit mit Texten als hilfreich erweisen, für den Smart Connector wäre auch mehr als nur eine Tastatur als Peripherie denkbar, etwa DJ-Equipment oder ein Hub für externe Monitore und Speicher. Mal sehen, welcher dieser Vorschläge wenn überhaupt einer es in das iPad von 2017 schafft, das wir für Ende März erwarten.

Terminrahmen

Apple veranstaltet regelmäßig Keynotes im März, mit einer kurzen Unterbrechung 2013 und 2014 hat das Unternehmen auf den Frühjahrs-Events unter anderem neuen Modelle des iPads vorgestellt. Daher sind für die kommende Keynote folgende Termine wahrscheinlich: Kalenderwoche 10 2017 vom 06. März bis zum 12. März (analog zu den Keynotes 2011, 2012 und 2015) oder die Kalenderwoche 12 vom 20. bis 26. März (analog zu der Keynote 2016). Zwar hat Apple mit der WWDC bereits eine erste Veranstaltung für 2017 terminiert und angekündig t, auf der Entwicklermesse dreht sich aber alles um Software und speziell das neue Betriebssystem iOS 11. Aller Voraussicht nach wird Apple nicht noch bis Anfang Juni warten, um neue iPads zu zeigen.

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