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iPhone 5S – So funktioniert der Fingerabdrucksensor

20.09.2013 | 18:04 Uhr |

Anfassen statt Code-Sperre eingeben, Fingertipp statt iTunes-Passwort eintippen. Das bringt der neue Sensor – und was noch nicht funktioniert.

Der integrierte Fingerabdrucksensor des iPhone 5S spaltet die Fangemeinde. Viele Nutzer sehen ihn ihm die reale Gefahr, dass Apple neben all den persönlichen Informationen aus dem digitalen Alltag der Anwender nun auch noch konkrete biometrische Merkmale speichern und für seine eigene Zwecke verwenden könnte. Die Vermutungen gehen soweit, dass sogar die NSA jedesmal mitliest, wenn ein iPhone 5S entsperrt wird. Tatsächlich werden die Fingerabdrücke laut Apple nicht als Bilder sondern lediglich als mathematische Repräsentation gespeichert aus der sich nicht wieder ein Fingerabdruck rekonstruieren lässt. Zudem sollen die Daten nur im iPhone selbst gespeichert und zu keinem Zeitpunkt an externen Server übertragen werden.

Die Praxis aber zeigt: der Sensor ist ungemein hilfreich. Wer zum Entsperren des iPhone bisher jedes Mal einen Code eintippen musste, wird den Fingerabdrucksensor in kürzester Zeit lieben. Er funktioniert im Alltag sehr gut. Mit ein wenig Übung gelingt es sogar, das iPhone mit einem einzigen Druck auf den Homebutton nahezu gleichzeitig aus dem Ruhezustand aufzuwecken und zu entsperren.

Abdrücke lernen

Das iPhone speichert bis zu drei Fingerabdrücke. Die Lernphase für einen neuen Fingerabdruck ist einfach durchgeführt, wenngleich die Funktion an sich ziemlich versteckt in den Einstellungen ist. Das iPhone begleitet den Scanvorgang sowohl mit einem einleuchtenden optischen Feedback (in Form eines stilisierten Fingerabdrucks) also auch mit einem haptischen. Immer wenn ein Teilabdruck eingelesen wurde, vibriert das iPhone kurz. Das macht sogar richtig Spaß. Dabei teilt das iPhone den Lernvorgang in zwei Teile auf. Zunächst geht es um die Mitte des Fingers, wobei es unerheblich ist, in welchem Winkel man den Finger auf den Sensor legt. Danach scann das iPhone noch die Ränder des Fingers und die Fingerspitze. Alles in allem ist ein Fingerabdruck in knapp 60 Sekunden erfasst. Danach kann es schon losgehen.

iOS speichert bis zu drei Fingerabdrücke. Leider kann man diesen keine individuellen Funktionen zuordnen.
Vergrößern iOS speichert bis zu drei Fingerabdrücke. Leider kann man diesen keine individuellen Funktionen zuordnen.

Abdrücke im Einsatz

iOS 7 verwendet die Abfrage des Fingerabdrucks an zwei verschiedenen Stellen. Einmal, wie schon erwähnt, um das iPhone zur Benutzung zu entsperren. Man kann aber auch einstellen, dass auch jeder Einkauf im App-Store mit der Abfrage des Fingerabdruckes freigeschaltet werden muss. Leider kann man nicht – wie zunächst vermutet – jedem Fingerabdruck einzeln zuweisen, was er entsperren soll. Alle gespeicherten Abdrücke tun exat das Gleiche: entweder das iPhone entsperren, den App-Store authorisieren oder beides. Das durchaus praktische Szenario, dass bestimmte Abdrücke, beispielsweise der Kinder im Haushalt das iPhone zwar entsperren können, nicht aber den App-Store, während die Abdrücke von Vater und Mutter stets beides freischalten, ist leider nicht möglich.

Auch gibt es bislang keine Unterstützung für Dritthersteller. Apps, wie beispielsweise 1Password müssen ihre Daten nach wie vor mit einem eigenen Passwort schützen und können nicht auf die Freischaltung per Fingerabdruck zugreifen.

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