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Ferrari GT Evolution

11.03.2009 | 10:23 Uhr |

Sightseeing und Rennsport auf dem iPhone verbindet Ferrari GT Evolution von Gameloft. Trotz kleiner Schwächen beschert die gerade einmal fünf Euro teure Rennsimulation Spaß beim Flitzen, Driften und Schauen.

Auf dem Mac genießen Rennspiele nach wie vor Seltenheitswert, doch das iPhone ist eine geeignete Plattform für Freunde heißer Reifen. Dies ist nicht zuletzt den Bewegungssensoren zu verdanken, die die Steuerung des Rennwagens über Kippbewegungen erlauben. So ganz kommen wir in Gamelofts Ferrari GT Evolution jedoch mit der Steuerung über die Sensoren nicht zurecht, trotz einer hoch eingestellten Empfindlichkeit müssen wir das iPhone stets so weit kippen, dass der Blick auf die Strecke darunter leidet. Und gerade der ist in Ferrari GT Evolution unverzichtbar, weniger wegen komplizierter Streckenführungen sondern mehr wegen der Sehenswürdigkeiten am Streckenrand. Ferraris eigene Rennstrecke in Fiorano ausgenommen, bilden die Innenstädte weltbekannter Metropolen die Kulissen - in hervorragender grafischer Qualität auf den iPhone-Screen gerendert. Auch bei hohem Tempo lohnt sich der Blick abseits der Strecke und lässt rätseln, welche Sehenswürdigkeit gerade an einem vorbeirauscht. Dabei soll man es mit der realen Topographie aber nicht so genau nehmen, wenn etwa in Rom zuerst linker Hand die "Schreibmaschine" in das Blickfeld gerät und unmittelbar danach die Fahrt links am Trevibrunnen vorbeiführt. Ähnlich in Berlin: Brandenburger Tor, Checkpoint Charlie und Rotes Rathaus bilden eine flotte Kurvenkombination von Straßen, die so nicht existieren und was die Glienicker Brücke kurz danach hier in Berlin Mitte verloren hat, muss ein Rätsel bleiben.

Sightseeing und Rennspaß

Statt realistischem Sightseeing bietet das Programm für iPhone und iPod Touch aber jede Menge Rennspaß. Uns gelingt die präziseste Steuerung über den Touchscreen, jeweils ein Tipp rechts oder links lässt und die Richtung wechseln. Das mit Drehbewegungen des Fingers steuerbare Lenkrad als dritte Möglichkeit zur Richtungskorrektur behagt noch weniger als die Kippsteuerung.

Über die acht Strecken, von denen zunächst nur zwei freigeschalten sind, brettert man mit einem von 32 Ferraris. Testarossa, California, F355 Berlinetta, F40 und 328 GTB seien beispielhaft genannt. Mit Erfolgen auf zunächst leichten Strecken schaltet man sich die anfangs gesperrten Kurse und Rennautos nach und nach frei. Ein wenig enttäuschend: Zwar klingt das Motorengeräusch satt, aber bei jedem Modell identisch - dabei hat doch jeder Ferrari seinen unverwechselbaren Sound. Auch die Fahrphysik lässt ein klein wenig zu wünschen übrig. In Berlin liegt zwar Schnee und in Fiorano regnet es auf einem Drittel der Strecke, rutschiger wird der Asphalt deshalb nicht. Einzig die Straßenränder und Leitplanken, auf und in die wir anfangs oft geraten, ändern das Verhalten des Wagens. Dies bekommen wir besonders in Fiorano zu spüren, ein Abstecher in das Gras führt unweigerlich zu Kontrollverlust über den Rennwagen. Das Driften haben die Entwickler jedoch sehr realistisch umgesetzt. Und wenn das edle Gefährt dann doch in die Leitplanken rauscht, scheppert es zwar kräftig aus den Lautsprechern, das virtuelle Blech bleibt aber intakt.

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