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iPhoto 5

02.05.2005 | 16:56 Uhr |

Die 79 Euro für das iLife-Paket lohnen sich vor allem, wenn man neben iPhoto auch die anderen Programme des Pakets nutzt. Diese hat Apple bis auf iTunes teils deutlich aufgepeppt.

iPhoto 4 iLive 2004 Icon
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iPhoto 5 bringt viele Verbesserungen mit sich, besonders, wenn man tausende Fotos in vielen Alben sortiert. Endlich lassen sich Alben in Unterordnern arrangieren, auch wenn Apple dies komfortabler hätte gestalten können. Ordner lassen sich nur über das Menü „Ablage > Neuer Ordner“ erstellen und nicht sofort benennen, sondern nur umständlich über das Info-Fenster am unteren linken Rand. Leider erlaubt es iPhoto nicht, verschiedenen Ordnern sowie Alben denselben Namen zu geben, auch wenn sie in verschiedenen Unterordnern sortiert sind.

Platzhirsch für Amateure

Ein zu iPhoto vergleichbares Programm gibt es nicht. Adobe bietet Photoshop Album, seinen Bildverwalter für zu Hause, erst gar nicht für den Mac an – mit dem Verweis, es gebe ja bereits iPhoto. Zwar kommen einige Drucker sowie Kameras mit herstellereigenen Bildbetrachtern, doch sie sind keine Alternative zum Katalogisieren und Verwalten von Fotos. Erst wo iPhoto an seine Grenzen stößt, etwa bei den Möglichkeiten der Katalogisierung der Bilder, greifen andere Bilderverwalter. Sie unterstützen meist auch andere multimediale Formate wie Filme und Musik. Doch diese Programme lassen sich nicht so intuitiv bedienen wie iPhoto und sind für professionellere Zwecke ausgelegt. Für Profis ist iPhoto nur bedingt geeignet.

Geschwindigkeit

Zu langsam sei iPhoto 5 im Vergleich zum Vorgänger, liest man in diversen Internet-Foren. Wir messen nach und stellen fest: In einigen Fällen stimmt das. Etwa im Bearbeiten-Modus: Nachdem wir ein fünf Megapixel auflösendes Foto aufgepeppt haben, braucht iPhoto 5 auf unserem Power Mac G5 mit 1,8 GHz-Einzelprozessor zehn Sekunden, bis es die Änderungen speichert und zum nächsten Bild wechselt. Auch beim Programmstart und beim Beenden muss man lange warten, wenn man viele Fotos verwaltet. Bei unserem Test startet iPhoto 5 mit 2500 Fotos in 4,5 Sekunden, mit etwas über 7000 Fotos an Board warten wir knapp 16 Sekunden. Spürbar schneller dagegen ist nun die Geschwindigkeit beim Scrollen der Fotos, besonders bei großen Vorschaubildern.

Sortieren und Suchen

Das Vergeben der Schlüsselwörter ist in iPhoto 5 weniger komfortabel als bei seinem Vorgänger. Mit iPhoto 4 kann man ein eigenes Schlüsselwörter-Fenster einblenden und mit dessen Hilfe Fotos verschlagworten. Zudem kann man Schlüsselwörter umbenennen, löschen oder neue Schlüsselwörter zufügen. Dies bietet iPhoto 5 nicht mehr. Stattdessen lassen sich im Hauptfenster unten links die Schlüsselwörter einblenden und Fotos beispielsweise per Drag-and-drop verschlagworten. Leider kann man diesem Fenster nicht direkt Schlüsselwörter zufügen, löschen oder ändern. Eine weitere Möglichkeit ist das Informations-Fenster (Befehl-I). Doch auch hier lassen sich Schlüsselwörter nicht ändern. Dies geht nur umständlich über die Einstellungen, aufzurufen mit Befehl-Komma.

Mit Schlagwörtern versehende Fotos lassen sich über das kleine Suchfeld, in das man das Schlagwort eintippt, eben so leicht wie in iTunes finden. Fotos lassen sich zudem nach Kalendertagen betrachten. Dazu gibt es nun einen kleinen Kalender im linken unteren Fensterbereich, den man als Jahres- und Monatsansicht einsehen kann.

Videos und RAW-Bilder

Neben dem RAW-Format importiert und verwaltet iPhoto nun auch Videos von der Digitalkamera – zum Weiterverarbeiten kann man diese beispielsweise direkt nach iMovie verschieben. Neben Formaten wie MPEG-4 archiviert iPhoto auch DV-Streams. So kann man Videoclips, die man vom Camcorder mit iMovie zum Rechner übertragen hat, mit iPhoto katalogisieren.

Wer RAW-Daten verwendet, dem werden die Bearbeitungsmöglichkeiten von iPhoto nicht reichen. Dazu empfehlen sich wegen der besseren Möglichkeiten zur Bildbearbeitung die vom Hersteller gelieferte RAW-Software oder Photoshop. (Siehe auch Serie RAW-Bilder Bearbeiten in dieser Ausgabe.) Interessant in iPhoto sind das Archivieren der Fotos, trotz einiger Einschränkungen. So fehlen beispielsweise in der Liste der unterstützten Kameras für das RAW-Format neue Modelle wie die Konica-Minolta Dynax 7D, die Olympus E1 sowie E300, alle Pentax-Kameras wie die *Ist D und DS wie auch ältere Kameras wie die Konica-Minolta A1 oder die Sony F727.

Bilder verbessern

Da iPhoto 5 deutlich mehr Korrekturmöglichkeiten als sein Vorgänger bietet, verlang es mindestens einen G4-Prozessor. Besitzern älterer Macs, beispielsweise G3-iBooks, bleiben nur die Korrekturmöglichkeiten, die bereits iPhoto 4 bietet. Erweiterte Korrekturmöglichkeiten sind etwa das Ausrichten eines schiefen Horizonts und detaillierte Farb- und Kontrastkorrekturen. Ersteres geht sehr komfortabel. Mit Hilfe eines Schiebereglers schwenkt man das Bild nach links oder nach rechts, zur Orientierung ist ein Raster eingeblendet. iPhoto beschneidet dabei automatisch die Kanten.

Präsentieren digital und auf Papier

Deutlich umfangreicher an Übergängen und Effekten präsentiert sich die Diashow. So lassen sich Fotos wie beim Bildschirmschoner oder in iMovie mit dem Ken-Burns-Effekt animieren. Zwölf Übergänge bietet die neue Diashow, acht mehr als bei iPhoto 4. Die Übergänge sind durchaus ansehnlich. Besonders hübsch: der Tropfen-Übergang. Nun lassen sich Übergänge zwischen einzelnen Bildern sowie deren Präsentationszeit individuell einstellen. Wie gehabt kann man eine Diashow mit untermalen, zudem lässt sich eine Diashow auf die Länge eines Musikstücks anpassen. Der Export als Quicktime-Film in den üblichen Video-Größen klappt im Test klappt mit allen Effekten problemlos, die Videos laufen flüssig und fehlerfrei.

Deutlich ausgebaut hat Apple zudem die Buchdruckfunktion, während die normale Druckfunktion unverändert bleibt. Zwischen vier verschiedenen Buchformaten kann man nun wählen, die Anzahl der Buchlayouts ist von sieben auf 15 gestiegen. Bilder lassen sich bequem arrangieren und in der Reihenfolge austauschen sowie bei Bedarf korrigieren.

Fazit

Trotz der beschriebenen Ecken und Kanten eignet sich iPhoto 5 sehr gut zum Verwalten privater Fotosammlungen. Wer viele Alben erstellt und schnell Bildkorrekturen vornehmen will, für den lohnt sich der Aufstieg – vorausgesetzt, der Mac bietet mindestens einen G4-Prozessor. Profiansprüchen wird Apples Bilderverwalter immer noch nur bedingt gerecht. In Kombination mit Photoshop oder Photoshop Elements kommen aber auch ambitionierte Fotoamateure auf ihre Kosten. Markus Schelhorn

Note: 2,2 gut.

Vorzüge: einfach zu bedienen, komfortabel, gute Such- und Sortierfunktionen, gute Bildkorrekturmöglichkeiten

Nachteile: teils langsam, voller Leistungsumfang erst ab G4-Prozessor, umständliche Verschlagwortung, keine gleichnamigen Ordner und Alben möglich, braucht bei vielen tausend Fotos lange zum Starten und Beenden, nur im iLife-Bundle erhältlich

Alternativen: iView Media, Portfolio in Verbindung mit Photoshop Elements oder Photoshop

Preis: € (D) 79, € (A) 79, CHF 109 (Bestandteil von iLife)

Technische Angaben

Systemanforderungen: ab Mac mit G3-Prozessor (alle Funktionen ab G4-Prozessor)

Info: www.apple.de/ilife

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