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iPod 20 Gigabyte

29.07.2005 | 22:02 Uhr |

Preiswerter MP3-Player mit gutem Farbdisplay

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© Apple

Farbe für alle! So könnte Apples Motto mit den neuen 20-GB-Modellen der klassischen weißen iPod-Linie lauten. Der Mac-Hersteller verbannt fortan langweilige Graustufendisplays und setzt stattdessen auf Farbbildschirme. Bislang war nur der iPod Photo mit diesem aufwendigen Display ausgestattet. Auf den Zusatz „Photo" verzichtete Apple nun ganz, die neuen weißen iPods sind durchweg Photo-Versionen und mit allen zusätzlichen Funktionen ausgestattet, die vorher nur das Photo-Modell bot. Das Gute daran: das 20 GB-Modell wird dadurch nicht teurer.

Allerdings gibt es auch einen Haken, den Apple in der Vergangenheit schön öfter aufgehängt hat. Das edle Display muss man sich mit fehlendem Zubehör erkaufen. Zum Glück verzichtet Apple hier nicht, wie seinerzeit beim iPod Mini auf das Netzteil, aber das Dock (39 Euro), die Transporttasche (29 Euro), das AV-Kabel (19 Euro) und das Firewire-Kabel (19 Euro) muss man separat dazukaufen, wenn man auf dem gleichen Lieferumfang landen möchte, den das Photo-Modell vorher hatte - das sind satte 106 Euro Aufpreis. Das gilt übrigens leider auch für die aktuelle 60-GB-Version.

Hält länger ohne Strom

Doch nicht nur das Display hat Apple verbessert. Ein häufiger Kritikpunkt war in der Vergangenheit die kurze Akkustandzeit. Das neue Modell soll nun 15 Stunden ohne Stromversorgung aus der Steckdose auskommen. Wir testen nach und erreichen sogar noch eineinhalb Stunden mehr, allerdings nur im MP3-Betrieb, bei dem die Hintergrundbeleuchtung des Displays nach wenigen Sekunden ausgeschaltet wird. Betrachtet man eine Diashow auf dem integrierten Display, bleibt die Beleuchtung immer eingeschaltet. Hier geht dem iPod nach etwa X Stunden der Saft aus. Schließt man zusätzlich einen Fernseher an, braucht das Gerät noch mehr Strom. Bereits nach etwa 2 Stunden muss man den iPod wieder mit dem Netzteil verbinden. Das reicht allerdings in den meisten Fällen aus, denn man kann kaum erwarten, dass geneigte Zuschauer mehr als zwei Stunden ihre volle Aufmerksamkeit auf eine wie auch immer geartete Diashow richten können (und wollen).

Enttäuscht sind wir von den Datenübertragungsraten am USB-2.0-Anschluss. gegenüber der Firewire-Verbindung braucht das Gerät hier deutlich mehr Zeit. Zum Vergleich: der iPod Photo mit 60 GB überträgt eine Stunde Musik (mit 128 Kbit/s MP3-kodiert) in 22 Sekunden via Firewire. Für dieselbe Datei benötigt der aktuelle iPod via USB 2.0 ganz 68 Sekunden, also mehr als dreimal so lang. Die 20 Euro für ein optionales Firewire-Kabel sind also eine lohnende Investition.

Ergebnisse aus dem Audiolabor

Im Audiomesslabor muss der neue iPod zeigen, ob Apple etwas an den Klangfähigkeiten verbessert hat. Wir stellen allerdings keine Änderungen gegenüber den anderen, klassischen iPod-Modellen fest. Der Klang ist gut, leidet aber an einer Bassschwäche, wenn man einen Kopfhörer anschließt. Hier fällt der Frequenzgang ab etwa 100 Hz drastisch ab. Wir messen eine Abweichung von 7,7 dB was deutlich hörbar ist. Erstaunlich ist, dass Apple es eigentlich besser kann, denn der iPod Shuffle (getestet in Macwelt 3/2005, Seite 22) weist diese Schwäche nicht auf.

Was noch kommt

Die Gerüchteküche kocht inzwischen wieder hoch. Viele glauben nun doch an einen neuen Video-iPod von Apple, denn Videos kann die aktuelle Generation nach wie vor nicht abspielen. Ohne Medien, sprich Filme lohnt sich ein Video-iPod jedoch nicht und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. DVDs kann man nicht einfach so wie Audio-CDs auf einen Video-iPod kopieren, denn damit würde man gegen geltendes Recht verstoßen (Umgehung eines Kopierschutzes). Apple müsste sich also mit den Film-Studios einigen und einen „iTunes-Video-Store" aufbauen, bei dem man Filme kostenpflichtig herunter laden muss und auf den iPod kopiert. Aber wer will für einen Film bezahlen, den er schon als DVD im Schrank stehen hat? Allenfalls für kurze aktuelle Musikvideos könnte sich ein Video-iPod rentieren, dazu müsste man nicht mal ein neues Modell entwickelt, denn technisch sind die aktuellen iPods mit Farbdisplay durchaus in der Lage Videos abzuspielen. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass Apple die klassische iPod-Line ab sofort ausschließlich mit Farbdisplays versieht.

Fazit

Der neue iPod mit Farbdisplay ist eine natürliche Evolution. Grundlegende Neuigkeiten bietet das Modell nicht. Qualität und Preis stimmen nach wie vor. Schade nur, dass man sich nützliches Zubehör teuer dazukaufen muss. cm

Feedback: christian.moeller@macwelt.de

Technische Angaben

Note: 1,7 gut

Vorzüge guter Klang, geniale Bedienung, lange Akkustandzeit, gutes Farbdisplay, sehr gute Mac-Kompatibilität

Nachteile kein Dock, kein Firewire-Kabel im Lieferumfang

Alternative iPod Mini

Preis € (D) 300, € (A) 309, CHF 439; U2 Special Edition: € (D) 340, € (A) 350, CHF 480

Preisvergleich: Apple iPod 20GB

Systemanforderungen: Power Mac mit USB-2- oder Firewire-Port, ab Mac-OS X 10.2.8, ab iTunes 4.7, ab iPhoto 4.0.3

20 GB Kapazität, 2-Zoll-Farbdisplay mit 220 x 176 Pixel, Abmessungen (H/B/T in mm): 104/61/16, Gewicht: 167 g

Info Apple www.apple.de

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