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iSync 1.1

02.07.2003 | 12:08 Uhr |

Die kostenlose Software, die Telefone, PDAs und iPods mit Adressdaten, Kalendern und Lesezeichen synchronisiert, muss sich im Macwelt-Test bewähren.

Mit iSync 1.1 möchte Apple beweisen, dass man in Cupertino seine Hausaufgaben erledigen kann. Und in der Tat weist die jüngste Version der Synchronisationssoftware in die passende Richtung: Einerseits aktualisiert sich die Reihe der unterstützten Mobiltelefone im schnelllebigen Handy-Markt, andererseits gleicht die Software nicht mehr nur über Bluetooth, sondern mittlerweile auch über die USB-Schnittstelle Telefone ab. Bluetooth setzt sich zwar mehr und mehr zur Standardschnittstelle moderner Mobiltelefone durch - vorerst aber nur im oberen Preissegment so genannter Business-Handys. Doch genauso wie die Vorgängerversion nur einen Teil der Bluetooth-Telefone ansprach, versteht sich iSync 1.1 nur auf einige Modelle von Motorola, die sicher nicht weit verbreitete Topseller des Handy-Markts sind. Hier muss sich Apple künftig stärker am Marktführer Nokia orientieren, um seiner Synchronisationslösung mehr Leben einzuhauchen.

Symbian OS und Sync ML

Eine Hürde waren bisher die teils fehlende Implementierung des interoperablen Sync-ML-Protokolls der Hersteller und die Kompatibilität zum Symbian OS, das auf Smartphones zum Einsatz kommt. Hier hat Apple einige Arbeit in die Entwicklung investiert, die allerdings noch nicht abgeschlossen ist: Die beiden unterstützten Nokia-Smartphones 3650 und 7650 und das Sony Ericsson P800 können zwar Adressbuch samt Bilder abgleichen, Kalender und Aufgaben lassen sich offiziell aber noch nicht abstimmen. Dafür stehen erstmals auch die Siemens-Handys S55 und S56 dank Sync ML auf der Kompatibilitätsliste von Apple. In unserem Test muss der "Geräte hinzufügen"-Dialog aber mehrmals suchen, bis er das S55 erkennt und in iSync aufnimmt. Und obwohl wir versuchshalber vorgeben, die Kontakte auf dem Telefon zu löschen und mit den Adressbuchdaten aufzufüllen, führt iSync die Daten bei der ersten Synchronisation zusammen.
Veränderte Termindaten samt Benachrichtigung und Erinnerungssignale gleicht die Software zuverlässig ab - einzig mehrtägige Ereignisse bleiben als ein Termin, der um 0 Uhr beginnt und keinen Zeitraum besitzt, dargestellt; sowohl bei den Bluetooth- als bei den USB-Telefonen. Auch der Fehler der ersten Version, dass bereits erledigte Aufgaben aus iCal auf das Telefon übertragen werden, taucht nach wie vor auf. In unserem Test meldet iSync zweimal eine beschädigte interne Datenbank. Die anschließende Synchronisierung der angeschlossenen Geräte schlägt dann regelmäßig fehl. Insgesamt meldet die Software noch häufig Fehler bei der Synchronisation über Bluetooth und bricht diese vorzeitig ab. Einzig das USB-Kabel zum Motorola T720 funktioniert auf Anhieb und problemlos.
Lesezeichen via .Mac
iSync versteht sich nun auch auf Lesezeichen (Bookmarks) aus dem Safari-Browser und kann diese so zwischen mehreren Macs abgleichen. Diese Funktion setzt allerdings ein kostenpflichtiges .Mac-Konto voraus. Gut gelöst ist dabei die einfache und schnelle Bedienung. Wünschenswert wären mehr Eingriffmöglichkeiten und eine Beschränkung auf bestimmte Adressdaten und Kalender. Nach wie vor umständlich gelöst ist das Abgleichen mit Palm-OS-PDAs, das nach der Installation des Hotsync-Managers das zusätzliche iSync 1.1 Palm Conduit voraussetzt.

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