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iTele 0.6 im Praxistest

06.06.2005 | 13:57 Uhr |

Mit der Software iTele von Defyne.org gibt es eine kostenlose TV-Software für den Mac. Allerdings hat die neueste Version noch einige Probleme mit Mac-OS X 10.4.

Im Vergleich zur Windows-Welt ist das Angebot an TV-Hardware für den Mac sehr klein: Einen guten Namen hat sich El Gato mit seinen Eye TV-Lösungen erworben, Miglia und Formac bieten weitere interessante, aber relativ teure Lösungen. Der technisch versierte Macianer kann aber auch preiswerte PC-Hardware nutzen. Seit einigen Jahren gibt es nämlich von dem Australier John Dalgliesh die Software iTele, eine Softwarelösung für digitale TV-Karten, von der jetzt eine überarbeitete neue Version erschienen ist.

Glücklicherweise basieren viele PCI-Karten und USB-Tuner auf ähnlichen Standard-Bausteinen. Dalgliesh konnte deshalb Treiber für den Mac entwickeln, die eine stattliche Anzahl an Geräten unterstützen. Die Treiberfamilie MMinput kommunizierte ursprünglich nur mit PCI-Karten mit Technotrend-Technik, mittlerweile werden sogar einige USB-2.0-Geräte unterstützt. Unterstützt werden Karten für DVB-S und DVB-T. Für unseren Praxistest stand uns der USB-2.0–Tuner T2 von Terratec zur Verfügung, eine DVB-T-Karte mit einem Straßenpreis von 90 Euro.

Zwei Dateien müssen von der Seite Defyne.org heruntergeladen werden. Als erstes benötigt man den aktuellen MMinput-Treiber 0.8.1. Laut Kompatibilitätsliste können 20 verschiedene Karten genutzt werden, zahlreiche Erfahrungsberichte sind im Forum der Seite nachzulesen. Auch Mac-OS X 10.4 wird mittlerweile unterstützt, Mindestsystemvoraussetzung ist Mac-OS X 10.2.

Neben dem Treiber benötigt man auch eine Bediensoftware. Diese Rolle erfüllt die Software iTele, mit der man nach empfangbaren Kanälen sucht, Programminformationen abruft und sogar Aufnahmen programmieren kann.

iTele besitzt einen eigenen MPEG-Decoder um Videostreams abzuspielen, alternativ kann zum Abspielen auch der Open Source-Player Mplayer benutzt werden. Um zu einem installierten Mplayer zu wechseln, deaktiviert man in den Voreinstellungen die Option "Use Internal Display". Zusätzlich muss sich der Player im gleichen Ordner wie iTele befinden. In unserem Test waren wir aber von der Bildqualität des namhaften Open-Source-Players enttäuscht und stellten beim Abspielen mehr Bildfehler als beim integrierten Videoplayer fest.

Verschiedene Bildmodi stehen zur Wahl, beste Bildqualität erhalten Besitzer einer Grafikkarte von ATI. Einen aktuellen Mac sollte man allerdings besitzen. Das Aufnehmen und Empfangen einer digitalen Sendung wäre auch für ältere G4 Power Macs kein Problem, für das flüssige Abspielen des MPEG2-Materials sollte man wenigstens einen Mac mit einem 500-MHz-G4-Prozessor besitzen.

Die neueste Version 0.6.1 von iTele ist einfach bedienbar, kann Programminformationen darstellen und bietet auch eine einfache Aufnahmesteuerung. Neben einer Vielzahl an kleineren Verbesserungen unterstützt iTele jetzt ein interessantes neues Treibermodell namens "Userspace Driver Market". Ein Hintergrundprozess erkennt per USB angeschlossene Geräte und weist ihnen dynamisch einen Gerätetreiber zu. Per Bonjour sollen damit iTele-Nutzer unterstützte TV-Adapter in einem Netz erkennen können.

Mit Mac-OS X 10.4 gibt es aber offensichtlich noch einige Probleme. So verlor iTele nach jedem Erwachen aus dem Ruhezustand den Kontakt zu dem Terratec-Gerät. Nur durch einen Neustart oder das Ab- und Anstecken des Gerätes wurde es wieder erkannt.

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