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10 Tipps für schöne Fotos

15.05.2012 | 16:56 Uhr |

Mit der richtigen Aufnahmetechnik können mit jeder Kamera spannende Fotografien entstehen.

  • 1. Zeit nehmen

Manchmal muss es zwar auch schnell gehen, aber wann immer es geht, lassen Sie sich Zeit, um das Motiv richtig zu erfassen. Probieren Sie verschiedene Perspektiven, bestimmen Sie den richtigen Ausschnitt, und drücken Sie erst ab, wenn Sie glauben, dass das Bild auch gedruckt spannend aussehen wird. Nur selten entstehen gute Bilder durch einen Schuss aus der Hüfte im Vorbeigehen.

  • 2. Ran ans Motiv

Immer ran ans Motiv, solange es nicht beißt. Beiwerk um das Tier herum hätte hier nur gestört und den Betrachter vom eigentlich Interessanten abgelenkt.
Vergrößern Immer ran ans Motiv, solange es nicht beißt. Beiwerk um das Tier herum hätte hier nur gestört und den Betrachter vom eigentlich Interessanten abgelenkt.
© Markus Schellhorn

Der wichtigste Leitsatz der frühen Fotoreporter, die noch ohne Telezoom auskommen mussten, lautete: „You can’t get close enough“. Gehen Sie so nah ans Motiv heran, dass auf dem Foto später vollkommen klar wird, wen oder was Sie fotografieren wollten. Lassen Sie Überflüssiges aus dem Bild heraus. Das gilt auch dann, wenn Sie beispielsweise mit einem Fotohandy eh schon sehr nahe ans Motiv heran müssen.

  • 3. Raus aus der Mitte

Der Affe wurde ganz bewusst nicht in die Bildmitte gerückt, was eine gewisse Spannung erzeugt. Zugleich konzentriert die geringe Schärfentiefe die Aufmerksamkeit auf das Motiv
Vergrößern Der Affe wurde ganz bewusst nicht in die Bildmitte gerückt, was eine gewisse Spannung erzeugt. Zugleich konzentriert die geringe Schärfentiefe die Aufmerksamkeit auf das Motiv
© Markus Schellhorn

Wenn Sie Ihr Hauptmotiv immer in die Bildmitte rücken, wirkt dies auf Dauer langweilig. Als besonders harmonisch gilt das gedankliche Aufteilen des Bildes in Drittel. Verlegen Sie das Hauptmotiv in eines der Drittel oder auffällige Linien wie den Horizont genau auf eine der Trennlinien. Damit lässt sich oft eine harmonischere, spannendere oder dynamischere Bildwirkung erzielen als mit dem Positionieren in der Bildmitte. Die Drittelregel klappt im Hoch- wie im Querformat gleichermaßen.

  • 4. Porträts vor ruhigem Hintergrund

Porträts wirken erst, wenn man vom Hintergrund möglichst wenig wahrnimmt und sich voll auf das Gesicht konzentrieren kann. Bei Systemkameras mit lichtstarken Objektiven öffnet man dazu die Blende so weit, dass der Hintergrund in der Unschärfe verschwimmt. Ansonsten achtet man auf einen ruhigen Hintergrund ohne Details.

  • 5. Mehrfach auslösen

Außer Strom und Speicherplatz kosten Digitalfotos nichts, also lösen Sie mehrfach aus, und sortieren Sie lieber später aus. Speziell bei Porträts wirkt der direkte Nachschuss, mit dem der Porträtierte nicht mehr rechnet, oft entspannter als der erste Versuch.

  • 6. Tiefenwirkung erzeugen

Erst die Zweige am Bildrand verleihen diesem Bild seine relativ starke Tiefenwirkung. Ohne die Einbeziehung des Vordergrunds wirken Bilder oft flach und perspektivlos.
Vergrößern Erst die Zweige am Bildrand verleihen diesem Bild seine relativ starke Tiefenwirkung. Ohne die Einbeziehung des Vordergrunds wirken Bilder oft flach und perspektivlos.
© Markus Schellhorn

Um Aufnahmen mehr Tiefe zu verleihen, platzieren Sie Gegenstände und Objekte im Vordergrund, die dabei gern unscharf bleiben dürfen. Sie können beispielsweise Menschen über die Schulter gucken, Äste oder die Kaffeetasse am Bildrand hineinragen lassen. So wirken Gegenstände im Vordergrund groß und der Hintergrund klein, was den perspektivischen Eindruck verstärkt.

  • 7. Direktes Blitzlicht vermeiden

Nichts wirkt flacher als frontal angeblitzte Menschen vor Hintergründen, die im Dunkeln verschwinden. Versuchen Sie daher, solange wie irgend möglich ganz ohne Blitz zu fotografieren, und nutzen Sie natürliches Licht. Wenn Sie in Innenräumen dennoch blitzen müssen und einen Aufsteckblitz nutzen, sollten Sie den Reflektor gegen die Decke richten. Geht das nicht, lassen sich Pappen, Teller oder was auch immer schräg davor halten, um das Blitzlicht umzulenken. Draußen können sehr leistungsstarke Blitzgeräte auch Gesichter bei Gegenlicht aufhellen.

  • 8. Aufheller nutzen

Gerade im harten Sonnenlicht werden Aufnahmen oft zu kontrastreich, und Details verschwinden im Schatten. Wenn möglich, versuchen Sie vorhandenes Licht mit Aufhellern gezielt in die abgeschatteten Stellen zu lenken oder mit Licht besondere Akzente zu setzen. Dazu können Sie Zeitungen, Styroporplatten, Tischdecken oder überhaupt alles, was Licht reflektiert, nutzen. Rekrutieren Sie einen Helfer, und prüfen Sie die Wirkung durch den Sucher.

  • 9. Kamera gerade halten

Besonders bei Säulen oder großen Fenstern entstehen schnell die "stürzenden Linien".
Vergrößern Besonders bei Säulen oder großen Fenstern entstehen schnell die "stürzenden Linien".
© Halyna Kubiv

Natürlich weiß jeder, dass man eine Kamera bei der Aufnahme möglichst gerade halten sollte, vergisst es dann aber bei der Aufnahme doch schnell wieder. Nutzen Sie, falls möglich, ein Gitterraster im Sucher. Noch schlimmer wird es, wenn Sie die Kamera bei der Aufnahme von Gebäuden nach hinten neigen, denn dann entstehen die berüchtigten „stürzenden Linien“, die vor allem bei Weitwinkelaufnahmen sofort auffallen. Besser ist es dann oft, die Kamera genau senkrecht zu halten und notfalls später unten einen Streifen wegzuschneiden.

  • 10. Die Automatik kann sich irren

Moderne Kameras stellen Blende, Zeit, Entfernung, Empfindlichkeit und alles andere meist automatisch ein. Doch sie können nie wissen, wo das Motiv im Bild ist, und liegen daher nicht selten bei Schärfe oder Belichtung daneben. Misstrauen Sie der Automatik ruhig, und kontrollieren Sie ihre Aufnahmen, bevor das Motiv weg ist. Gerade bei Systemkameras mit größeren Bildsensoren lässt sich die Schärfentiefe mit der Blende stark beeinflussen – nutzen Sie diese Einflussmöglichkeiten.

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