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13 Dinge, die Beta-Tester über OS X Yosemite wissen sollten

31.07.2014 | 13:45 Uhr |

Zum ersten Mal seit dem Beta-Test von OS X im Jahr 2000 erlaubt Apple Mac-Anwendern, die Vorversion von OS X auszuprobieren und Feedback zu geben.

Eine Million Interessenten können sich auf Apples Internetseite zum Beta-Programm anmelden , erhalten einen Code zum Einlösen und Herunterladen von „Yosemite Beta“ im Mac App Store. Noch steht das Programm offen, die eine Million Anmeldungen sind anscheinend noch nicht voll.

Das letzte Mal, dass Apple eine öffentliche Beta-Version anbot war im Jahr 2000. Die Vorschau-Version von Mac-OS X lieferte Apple auf CD samt einer praktischen Bedienungsanleitung aus. Damals erhob Apple jedoch noch eine Schutzgebühr von 30 US-Dollar - damals 79 Mark.

Was man über die Yosemite-Beta wissen muss in 13 Punkten:

1. Die Beta-Version ist im Entwicklungsstadium

Denken Sie immer daran, dass die Beta nicht die offiziell veröffentlichte Softwareversion ist. Apple testet und optimiert Yosemite noch. Das bedeutet, die Software läuft unter Umständen nicht so, wie sie sollte. Einige Funktionen fehlen noch komplett oder unterscheiden sich von dem, was Apple während der WWDC-Keynote im Juni vorgestellt hat. Und einige Features können ganz anders aussehen als schließlich in der finalen Version. Es ist sogar möglich, dass Funktionen von Mavericks oder früheren OS-X-Varianten fehlen, nicht funktionieren oder einfach anders umgesetzt sind. Das hängt damit zusammen, dass große Updates von OS X, insbesondere eines wie Yosemite, welches die Bedienung für Anwender grundlegend verändert, bestehende Funktionen anpasst oder ändert. Darunter auch System-Komponenten, die für den Benutzer nicht sichtbar sind.

2. Eine öffentliche Beta ist nicht dasselbe wie eine Entwickler-Vorschau

Apple hat bereits Beta-Versionen von Yosemite an Mitglieder des Mac Developer Programs verteilt. Die letzte Version wurde Anfang letzter Woche bereitgestellt, Updates kommen etwa alle zwei Wochen. Tatsächlich hat die öffentliche Beta-Version eine andere Build-Nummer als die letzte Entwicklerversion (Beta 4). Apples FAQ für Yosemite Beta deutet an, dass Beta-Tester nicht dieselben Updates erhalten wie Entwickler. Daher kann es gut sein, dass Beta-Tester nicht so zahlreiche Updates erhalten wie Entwickler.

Andere Unterschiede betreffen den Support, Ressourcen und einige Funktionen. Entwickler erhalten die Beta-Versionen, um eigene Apps zu programmieren, sie zu testen und entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Beta-Tester sollen dagegen Feedback zum allgemeinen System geben. Entwickler geben also andere Rückmeldungen als Probleme mit der Benutzeroberfläche (UI) oder Funktionswünsche von Anwendern – wie Apple es sich von den öffentlichen Beta-Testern erhofft.

3. Yosemite entdecken und Feedback an Apple geben

Apples vorrangiges Ziel des Beta-Programms ist es, Rückmeldungen zu Yosemite zu bekommen, insbesondere zur neuen Benutzeroberfläche. Sollten Dinge nicht funktionieren oder unübersichtlich sein, Dinge die Sie überhaupt nicht mögen, sollten Sie diese über den mitgelieferten Feedback-Assistenten bei Apple melden. Während der öffentlichen Beta vor der Veröffentlichung von OS X im Jahr 2000, nahm Apple einige Änderungen aufgrund des Benutzer-Feedbacks vor. Die offensichtlichste Anpassung in der finalen Version war die Wiederherstellung des Apfel-Menüs. Das Menü war in der Beta-Version durch ein Apple-Logo in der Mitte der Menüleiste ersetzt worden.

 

 

Obwohl Apple vorschlägt den Mac so zu benutzen, wie Sie es normalerweise tun würden, sollten Sie etwas auf Erkundungstour gehen. Der Vorteil für Apple ist, dass wenn Sie mit weiteren Yosemite-Funktionen spielen, Sie dadurch hilfreicheres Feedback geben können. Sie entdecken vielleicht auch neue (oder bereits vorhandene) Funktionen, die Sie sonst nicht bemerkt hätten. Sie sollten auch Probleme mit Software von Drittherstellern melden, die durch Yosemite entstanden sind. Dadurch erhält Apple die Möglichkeit, grundlegende Probleme mit diesen und anderen Programmen zu beheben.

4. Installieren Sie Yosemite nicht auf einem wichtigen Arbeitsrechner

Sie sollten die Beta-Version von Yosemite nicht auf einem Mac installieren, den Sie für wichtige Arbeitsabläufe benötigen. Es besteht ein hohes Risiko, dass ernsthafte Probleme auftreten, etwa der Verlust wichtiger Daten, kritische Programme, die nicht mehr funktionieren sogar oder ein vollständiger Ausfall des Mac.

Nochmal: Installieren Sie die Beta nicht auf Ihrem Hauptrechner, Ihrem täglichen Gebrauchs-Mac für die Arbeit oder private Aufgaben. Sie sollten Yosemite Beta auf einem zweiten Mac einrichten, der einfach gelöscht und bei Bedarf wiederhergestellt werden kann.

5. Sie können Yosemite auf einem zweiten Laufwerk oder einer virtuellen Umgebung installieren

Falls Sie nur einen Mac zur Verfügung haben oder trotz des Ratschlags Yosemite auf Ihrem Hauptrechner installieren möchten, sollten Sie für die Betaversion zumindest eine Festplatte verwenden, die nicht Ihr Startlaufwerk ist (meistens die interne Festplatte oder SSD des Mac). Sie können die Beta auf einer externen Festplatte installieren oder einer zweiten internen Platte (falls ihr Mac über eine verfügt), oder auf einer eigenen Festplatten-Partition. Dann starten Sie einfach von der entsprechenden Festplatte oder Partition, wenn Sie die Beta-Version nutzen wollen und von Ihrem gewohnten Start-Laufwerk für alle normalen Arbeiten.

Die Installation auf einer zweiten Festplatte verringert das Risiko eines Totalverlusts Ihrer Daten, ist jedoch kein vollständiger Schutz. Ein Problem mit dem Dateisystem des Mac könnte beide Laufwerke, die Yosemite-Beta und das normale Startlaufwerk betreffen.

Eine weitere Option ist es, Yosemite in einer virtuellen Umgebung wie Parallels Desktop oder VMware Fusion zu installieren. Obwohl die beiden Programme normalerweise für die Installation von Windows benutzt werden, unterstützen sie auch andere Betriebssysteme, darunter OS X. Das bedeutet, Sie können einen virtuellen Mac erstellen und Yosemite Beta darauf installieren. Das verringert die Risiken, beseitigt sie aber nicht vollständig. Falls Sie diese Variante wählen, stellen Sie sicher, dass die virtuelle Maschine keine Dateien mit ihrem physikalischen Mac austauschen kann, um potenzielle Datenverluste zu minimieren, falls es ein Problem mit dem Dateisystem gibt.

6. Sichern Sie Ihren Mac vor der Installation der Beta-Software

Auf welchem Mac auch immer Sie Yosemite Beta installieren und egal wie Sie es installieren, Sie sollten zuvor ein vollständiges funktionierendes Backup erstellen. Selbst wenn Sie das Betriebssystem auf einer Ersatzplatte oder virtuellen Umgebung einrichten. Zudem ist es ratsam, regelmäßig Backups während der Testphase durchzuführen. Und es wäre gut, ein funktionierendes Backup, das während der Testphase nicht am Mac angeschlossen ist, anzulegen. Denn ein Problem mit dem Dateisystem könnte auch die Daten auf der Backup-Festplatte beschädigen. Im Idealfall nutzen Sie ein zweites Backup-Medium, um regelmäßig Sicherungen Ihres Mac während des Tests von Yosemite Beta durchzuführen.

7. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie iCloud oder Sync-Werkzeuge anderer Anbieter nutzen

Das iCloud Drive von OS X Yosemite funktioniert ähnlich wie Dropbox. Es ist jedoch ratsam mit der Benutzung bis zur finalen Version zu warten.
Vergrößern Das iCloud Drive von OS X Yosemite funktioniert ähnlich wie Dropbox. Es ist jedoch ratsam mit der Benutzung bis zur finalen Version zu warten.

Das Risiko des Datenverlustes beschränkt sich nicht nur auf die Dateien auf Ihrem Mac: iCloud-Daten werden zwischen mehreren Apple-Geräten und Cloud-Diensten wie Dropbox oder Google Drive synchronisiert und verändern die Dateien auf anderen Macs, PCs und Mobilgeräten. Sie sollten sich daher genau überlegen, ob Sie die Veränderung oder den Verlust der Daten, die sich über die Cloud-Anbieter synchronisieren, riskieren wollen. Wenn Sie sich entscheiden, diese Dateien auf einem Mac zu nutzen, auf dem die Betaversion von Yosemite installiert ist, sollten Sie sicherstellen, dass Sie eine funktionierende unabhängige Kopie dieser Daten besitzen

Apple weist ausdrücklich darauf hin, dass in der iCloud abgelegte Dokumente durch Yosemite Beta verändert werden und nur zwischen Macs synchronisiert werden können, auf denen Yosemite Beta läuft.

8. Die Batterielaufzeit kann auf tragbaren Macs beeinträchtigt sein

Falls Sie die Beta auf einem Macbook installieren, kann es sein, dass das Strommanagement und die Batterielaufzeit nicht wie gewohnt funktionieren. Das könnte eine schnellere Entladung der Batterie zur Folge haben im Vergleich zu Mavericks oder anderen Versionen von OS X. Dies ist ein häufiges Phänomen mit Betriebssystemen im Betastadium – über verschiedene Plattformen hinweg. Falls Sie unterwegs arbeiten, stellen Sie sicher, dass Sie ein Ladegerät dabei haben und beobachten Sie, wie sich die Betaversion auf die Batterie Ihres Macbook auswirkt, bevor Sie auf Reisen gehen.

9. Handoff und andere Continuity-Funktionen lassen sich nicht testen

Mit Apples Continuity-Funktion können Sie auf einem Gerät einen Arbeitsschritt anfangen und nahtlos an einem anderen Gerät fortsetzen. Continuity steht in OS X Yosemite Beta jedoch noch nicht vollständig zur Verfügung.
Vergrößern Mit Apples Continuity-Funktion können Sie auf einem Gerät einen Arbeitsschritt anfangen und nahtlos an einem anderen Gerät fortsetzen. Continuity steht in OS X Yosemite Beta jedoch noch nicht vollständig zur Verfügung.

Mehrere Schlüsselfunktionen von Continuity sind nicht vorhanden. Apple hält Funktionen wie Anrufe, SMS, Handoff, Instant Hotspot und iCloud Drive für noch nicht ausgereift genug, um sie in der Beta-Phase bereitzustellen. Einige davon benötigen iOS 8, das Apple nicht als Vorversion für Beta-Tester zur Verfügung stellt (Mitglieder von Apples iOS Entwickler Programm haben jedoch Zugriff auf die Entwicklerversionen von iOS).

10. Die Zustimmung zum Beta-Test enthält Vertraulichkeitsklauseln

Apple öffnet sich unter CEO Tim Cook zwar zunehmend, aber die Firma setzt Vertraulichkeit voraus im Zusammenhang mit unveröffentlichten Produkten. Der zustimmungspflichtige Text zum Beta-Test von Yosemite, definiert die Beta als „Apple vertrauliche Informationen.“ Das bedeutet Sie stimmen zu, weder direkt am Rechner noch online die Betaversion zu besprechen oder vorzuführen. Es sei denn, Sie sprechen mit anderen Beta-Testern. Sie können jedoch die Informationen verwenden, die Apple bereits über Yosemite öffentlich gemacht hat. Apple stuft zuvor offiziell veröffentlichte Informationen nicht mehr als vertraulich ein.

11. Erfüllt ein Mac die Mindestvoraussetzungen, ist das nicht gleichzusetzen mit guter Leistung

Yosemite ist für eine Reihe von neuen und alten Macs ausgelegt (die Systemanforderungen sind im Wesentlichen dieselben wie für Mavericks und Mountain Lion). Die ältesten Macs, die Yosemite noch unterstützt, sind iMacs und Macbook-Pro-Rechner von 2007. Mindestvoraussetzungen sind 2 GB Arbeitsspeicher und 8 GB Platz auf der Festplatte. Das bedeutet, Sie können Yosemite auf mehreren alten und weniger leistungsfähigen Macs installieren.

Die Benutzung und Rechenleistung wird jedoch deutlich langsamer sein auf einem Mac, der gerade noch die Systemanforderungen erfüllt. Auch wenn es schwierig ist zu diesem Zeitpunkt den Minimalbedarf an Arbeitsspeicher zu bestimmen, sind 4 GB wahrscheinlich die Untergrenze für eine akzeptable Leistung (so wie bei Macs, auf denen Mavericks läuft). Wie meistens bei Computern, ist mehr Arbeitsspeicher immer besser.

Es ist ebenfalls wichtig zu bedenken, dass (wie bei Mavericks) nicht auf allen unterstützten Macs die gesamten Funktionen zur Verfügung stehen. Airplay Mirroring und Airdrop zum Beispiel, werden von einigen älteren Macs nicht unterstützt. Es ist wahrscheinlich, dass manche der Continuity-Funktionen, etwa Handoff in Yosemite, auf älteren Macs nicht funktionieren, wenn sie nicht über Bluetooth 4/LE verfügen.

12. Sie können zu Mavericks zurück, wenn Sie möchten

Falls Ihnen der Beta-Test von Yosemite nicht zusagt, können Sie zu Mavericks zurück. Haben Sie Yosemite auf einer Ersatzfestplatte installiert ist der Ablauf einfach: Starten Sie von Ihrem Hauptlaufwerk. Sollten Sie die Beta-Version auf Ihrer Hauptfestplatte installiert haben, müssen Sie wahrscheinlich die Platte löschen und Mavericks erneut installieren oder von einem Backup wiederherstellen (ein weiterer Grund sicherzustellen, dass Sie ein vollständiges Backup vor der Installation von Yosemite Beta durchführen).

13. Machen Sie Software-Updates

Apple wird die Yosemite-Updates für Beta-Tester wahrscheinlich in anderen Intervallen herausgeben, als Updates für die Entwickler. Sie sollten jedoch nach Updates suchen und diese installieren, da diese Fehlerbehebungen enthalten und neue Funktionen bereitstellen. Wenn schließlich die finale Version von Yosemite erscheint, können Sie diese einfach über die Beta-Version installieren.

Haben Sie Spaß!

Ein großer Teil des Artikels beschäftigt sich mit den Gefahren und Problemen, die Ihnen als Beta-Tester von Yosemite begegnen können und wie Sie diese begrenzen. Behalten Sie das im Hinterkopf, aber haben Sie auch Spaß am Testen von Apples neuem OS X. Wenn sich die Firma an ihr bisheriges Zeitschema hält, kommt diese Gelegenheit nicht vor 2028 wieder.

 

 

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