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Quicktime Player

01.03.2008 | 12:58 Uhr |

Apples Abspielsoftware unterstützt die verschiedensten Film- und Musikstandards - allein oder mithilfe von Plug-ins. Wer die Pro-Version verwendet, kann Videos sogar aufnehmen, schneiden und in andere Formate exportieren

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Quicktime Player ist eine Abspielsoftware für Audio- und Videodateien, die schon seit Zeiten des klassischen Mac-OS zum Betriebssystem gehört. Für Verwirrung bei den Anwendern sorgt dabei immer wieder der Umstand, dass der Quicktime Player und die Systemarchitektur Quicktime nicht das Gleiche sind.

Technologie

Export für das Internet: Soll man den Film per Internet von Mac oder iPhone aus ansehen können, bietet Quicktime Player Pro auch dafür die passenden Exporteinstellungen.
Vergrößern Export für das Internet: Soll man den Film per Internet von Mac oder iPhone aus ansehen können, bietet Quicktime Player Pro auch dafür die passenden Exporteinstellungen.

Die (vom User nicht sichtbare) Quicktime-Architektur versetzt den Computer in die Lage, Videos aufzunehmen und zu importieren, diese zu schneiden, mit Effekten zu versehen und, in andere Formate verwandelt, zu exportieren. Quicktime verfügt über ein stetig wachsendes Repertoire an Tools zur Bearbeitung diverser Medientypen wie Audio, Video, Animation, Text, Grafik, 3-D-Objekte und mehr. Daneben erlaubt es Quicktime auch, Videos etwa über Internet-Seiten zu streamen, also live an Internet-Benutzer zu übermitteln. Die erste Version von Quicktime wurde bereits 1990 vorgestellt. Damals konnten maximal 165 mal 116 Pixel bei 10 Bildern pro Sekunde dargestellt werden. Was damals einer Revolution gleichkam, entlockt heutigen Mac-Usern bestenfalls ein mitleidiges Lächeln. Die aktuelle Version kennt die Beschränkungen nicht. Hier lassen sich alle gängigen Formate verarbeiten, bis hin zu hochauflösenden HD-Filmen. Der Benutzer bekommt die Technologie nicht zu sehen, hat über diverse Anwendungsprogramme aber Zugriff darauf.

Von Mac zu Windows

Von iTunes über iMovie , iDVD, iPhoto, Filme in Präsentationen von Powerpoint oder Keynote - fast keine Applikation kommt ohne die Hilfe von Quicktime aus. Allesamt stellen sie ein Interface, also eine Oberfläche für Funktionen der Quicktime-Architektur zur Verfügung. Ursprünglich als reine Mac-Lösung entwickelt, hat Quicktime schon längst auch ihren Platz im Windows-Markt gefunden - nicht zuletzt dank des iPod. Der benötigt zum Befüllen bekanntlich iTunes, das wiederum ohne Quicktime nicht funktioniert. Folgerichtig bekommt, wer unter Windows iTunes installiert, gleich Quicktime mit auf den PC.

Quicktime Player

Zu den Nutznießern der Quicktime-Architektur gehört auch Quicktime Player. In der dem Betriebssystem beigepackten Version kann das Programm sowohl lokal vorliegende Filme als auch Audiodateien der meisten Formate abspielen. Dank seines Plug-in-Prinzips bietet Quicktime Player die Option, auch Formate, die das Programm sonst nicht unterstützt, abzuspielen. Viele der Erweiterungen sind kostenlos, einige kostenpflichtig. Die Plug-ins stellen zusätzliche Codecs für andere Formate zur Verfügung, welche wiederum dafür verantwortlich sind, dass die komprimierten Audio- und Videodaten am Player zum Abspielen umgewandelt werden und sich von einem Format in ein anderes überführen lassen. Apple selbst bietet zum Beispiel mit der MPEG-2-Komponente ein Plug-in für 20 Euro an, mit dessen Hilfe sich das beim digitalen Fernsehen verwendete Format MPEG-2 Transportstream auch auf dem Quicktime Player abspielen lässt. Quicktime Player kann nicht nur lokal auf der Festplatte vorliegende Dateien abspielen: Per Menübefehl ("Ablage" -> Tipp: Kostenlose Plug-ins Die Leistungsfähigkeit, sprich Unterstützung verschiedener Audio- und Videoformate durch Quicktime Player lässt sich mithilfe von Plug-ins erweitern. Das meistverwendete ist das von url link http://www.flip4mac.com/wmv_download.htm Flip4Mac kostenlos angebotene WMV-Plugin _blank . Mit seiner Hilfe lassen sich am Quicktime Player auch Audio- und Videodateien im verbreiteten Windows-Media-Player-Format abspielen. Gleich einen ganzen Haufen zusätzlicher Formate kann Quicktime Player abspielen, wenn die Quicktime-Komponente Perian installiert ist. Die Software versetzt den Player in die Lage, Videos in den Formaten AVI, FLV, MKV, MS-MPEG4 v1 & v2, DivX, 3ivX, H.264, FLV1, FSV1 abzuspielen; außerdem unterstützt es diverse Audioformate. Perian ist eine kostenlose url link http://www.flip4mac.com/wmv_download.htm Open-Source-Software _blank und unter seiner Homepage zu beziehen. "URL öffnen") lässt sich eine Online-Verbindung zu einem Server im Internet aufnehmen, der Filme oder Musik an den Player übermittelt. Dabei kann es sich um gespeicherte Dateien handeln, bei denen die Video- oder Audiodatei in einem Verzeichnis des Servers liegt, oder um gestreamte Inhalte, etwa ein Live-Konzert, Internet-Radio oder -Fernsehen. Aufseiten der "Sender" kommt in diesem Falle oft ein Quicktime-Streaming-Server zum Einsatz, der ein Live-Konzert parallel an mehrere Clients (Macs und Windows-PCs) übermitteln kann.

Quicktime Player Pro

In der mit Mac-OS X ausgelieferten Version kann Quicktime Player Videos und Musik nur abspielen, nicht aber aufzeichnen, schneiden oder gar exportieren. Die entsprechenden Menüs sind zwar im Player zu sehen, aber gegraut dargestellt und mit dem Hinweis "Pro-Version" gekennzeichnet. Um an diese Pro-Version zu gelangen, muss der Benutzer keine neue Software installieren, sondern online eine Seriennummer für 30 Euro kaufen und diese in Quicktime Player unter "Registrierung" eingeben. Das Produkt heißt fortan Quicktime Player Pro; die vorher gegrauten Menüs sind nun freigeschaltet, die zugehörigen Funktionen natürlich auch. Die Pro-Version erlaubt die Aufnahme und den Schnitt von Video und Audio, dessen Bearbeitung über einen - allerdings recht rudimentären - Editor und den Export. Gerade Letzterer wird benötigt, will man etwa Clips aus dem Internet auf iPod oder iPhone übertragen oder in anderen Programmen weiter benutzen. Es gibt sogar eine preiswertere Lösungen. Zumindest für die reine iPod-Konvertier-Option ist die Pro-Version zu teuer.

Geld sparen

Zum Abspielen der meisten Audio- und Videodaten genügt der kostenlose Quicktime Player. Doch schon wer eigene Inhalte exportieren will, etwa für den iPod oder das iPhone, muss Geld ausgeben. Statt 30 Euro zu investieren, die Apple für die Pro-Version verlangt, kann man ebenso gut für nur 10 Dollar die gleichwertige Lösung Viddyup kaufen.

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