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Digitale Magazine fürs iPad mit Creative Suite layouten

30.09.2011 | 12:29 Uhr |

Mit den neuen Digital-Publishing-Werkzeugen von Indesign CS5.5 ist es möglich, interaktive digitale Magazine zu gestalten und als Apps fürs iPad aufzubereiten. Dieser Workshop zeigt wie es geht

Die spannendste Neuerung in Indesign CS5.5 ist die feste Integration der Digital Publishing Suite. Das Layoutprogramm kommt jetzt ab Werk mit Werkzeugen für die Produktion digitaler Magazine fürs iPad oder Android-basierte Tablets wie Samsung Galaxy, Motorola Xoom. Mit den neuen Werkzeugen lassen sich Zeitschriften, Bücher, Präsentationen und Image-Broschüren für Tablets produzieren mit interaktiven Inhalten wie Videos, Animationen, Links und Web-Inhalten lebendiger gestalten.

Die Tools gab es als öffentliche Betaversion schon für Indesign CS5, sind aber erst mit der neuen Version ein fester Bestandteil von Indesign geworden. Laut Adobe soll Indesign als Medienzentrale für die Ausgabe auf mobile Geräte, E-Books und ins Web dienen. Wir zeigen wie der Workflow und Einstieg in die Produktion digitaler Magazine klappt.

Layoutvorbereitungen für digitale Ausgabe

Wer den Workshop als Test nutzen möchte, kann die kostenlose, voll funktionsfähige 30-Tage-Demoversion von Indesign CS5.5 laden.

In Indesign CS5.5 öffnen Sie "Fenster > Erweiterungen > Folio Builder Panel". Dort erscheint zunächst ein Fenster, über das man per Klick auf "Update" in den Download-Bereich der Adobe-Website gelangt. Dort liegen die "Folio Producer Tools", die alle Komponenten für das Produzieren von Folio-Dateien enthalten. Nach dem Herunterladen starten Sie das Installationsprogramm "Folio Builder Panel for Indesign CS5.5", schließen Indesign, setzen die Installation fort und starten das Layoutprogramm neu. Am besten aktivieren Sie als weitere Vorbereitung in Indesign "Fenster > Arbeitsbereich > Interaktiv", weil damit schon die wichtigsten Werkzeuge für Digital Publishing griffbereit stehen.

Layouts für Hoch- und Querformat anlegen

Das Praktische an Digital Publishing ist, dass sich die Produktion eigentlich nicht von dem gewohnten Layouten für Print unterscheidet. Wichtiger als ein Experte für interaktives Design zu sein, ist es, ein Magazin und seine Gestaltungsregeln zu kennen. Das macht den Einstieg für Layouter leicht, die bisher noch nie Webseiten oder Multimedia produziert haben. Seiten und Artikel für das digitale Magazin werden wie gewohnt in Indesign gestaltet. Die Unterschiede liegen in Details, etwa im Seitenformat. Nach "Datei > Neu > Dokument ..." wählen Sie im Dialog bei " Zielmedium > W eb ". Als Seitenformat wählen Sie die Monitordimensionen des Zielgeräts. Beim iPad sind es 1024 x 768 Pixel, die es als Voreinstellung im Klappmenü "Seitengröße" gibt.

Beim digitalen Publizieren layouten Sie immer doppelt. Sie legen ein Dokument im Hoch- und ein weiteres im Querformat, zum Beispiel unter den Namen "Ma-gazin_v.indd" (v für "Vertikal") und "Magazin_h.indd" (h für "Horizontal") an. Da Leser Magazine lesen wollen, die beim Kippen automatisch die Ausrichtung wechseln, brauchen Sie gleich zwei Layoutdokumente. Das Layouten selbst funktioniert wie im Printdesign. Das ist auch praktisch, wenn bestehende Seiten aus einer Printpublikation noch einmal interaktiv für das iPad aufbereitet werden sollen. Dabei sind zwar Anpassungen an das Pixelseitenformat nötig, aber gängige Layoutelemente können übernommen und müssen nur an das neue Seitenverhältnis angepasst werden.

Was kostet Digital Publishing?

Den Upload auf Acrobat.com hat Adobe zur Vorgabe beim digitalen Publizieren gemacht

Ursprünglich ist Acrobat.com für Abstimmungsprozesse wie Freigaben und Korrekturen oder für das Teilen von Preislisten oder Präsentationen in geschlossenen Gruppen gedacht. Kostenlos ist nur ein Folio, für weitere werden Gebühren fällig.

Sollen Apps oder Magazine im iTunes-Store oder am Android Marketplace veröffentlicht werden, entstehen weitere laufende Kosten. Dafür ist ein Account der Digital Publishing Suite nötig. In der "Pro Edition" liegt der Preis dafür bei 355 Euro pro Monat, inklusive beliebig vieler Apps und 5000 Downloads, bei der "Enterprise Edition" liegt er je nach Zahl der Downloads deutlich höher. Die Entwicklung einer App zum Anzeigen der digitalen Magazine entfällt: Adobe liefert einen Viewer zum Darstellen der digitalen Magazine für iPad und Android mit. Über 700 Beispielprojekte zum Thema Digital Publishing finden sich auf Adobes Seite.

Info: Adobe

Overlay Creator kennenlernen

Das Spannende an den digitalen Magazinen sind interaktive Elemente, mit denen sich Magazine lebendig gestalten lassen.

Statt einer Abbildung kann in einem Magazin auf dem iPad ein Film, eine Diashow, 3D-Objekte und vieles mehr stehen. Der Leser beeinflusst selbst, was er sehen möchte. Für interaktive Elemente gibt es den " Overlay Creator ", den Sie über "Fenster > Erweiterungen > Overlay Creator" aufrufen. Interaktive Elemente werden nicht ohne Grund "Overlays" genannt: Stellen Sie sich vor, dass beim Export für das iPad alle nicht-interaktiven Seitenelemente in ein einzelnes Bild komprimiert werden. Alles Interaktive wird in einer Art unsichtbaren Folie über dieses Hintergrundbild gelegt. Der Overlay Creator listet alle interaktiven Elemente auf, die das neue Format " .folio " enthalten kann, also Hyperlink, Diashow, Bildsequenz und mehr. Zunächst sind aber alle Einträge der Liste grau. Die Elemente sind so lange deaktiviert, bis Sie ein Objekt im Layout markieren. Sobald Sie ein Bild markieren, ergeben sich Möglichkeiten zur Bearbeitung.

Platzieren Sie den Overlay Creator am besten in die rechte Seitenleiste von Indesign, dann bleibt die in den Menüs vergrabene Palette schnell griffbereit.

Schnelle Vorschau in Overlay Creator

Durch Klick auf "Vorschau" im Overlay Creator lässt sich jederzeit eine lokale Vorschau des Magazins öffnen. Dabei öffnet sich der Content Viewer, der das Magazin in einer Tablet-Emulation anzeigt und bei dem die Interaktivität schon funktioniert. Das ersetzt zwar nicht den Test auf einem iPad, ist aber die beste Möglichkeit auszuprobieren, ob alles wie gewünscht funktioniert.

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