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12 Antivirus-Lösungen für Mac im Vergleich

07.07.2016 | 16:40 Uhr |

Viren sind auf dem Mac noch recht selten, sicherheitsbewusste Anwender suchen aber trotzdem eine gute Antivirensoftware. Wir vergleichen zwölf aktuelle Virenscanner für den privaten Gebrauch

Im Unterschied zur von Viren geplagten Windows-Plattform sind Schadprogramme, auch Malware genannt, auf dem Mac auch 2016 noch immer eher selten. So muss Apples ins System integrierter Download-Schutz Xprotect bei Redaktionsschluss gerade einmal knapp 62 Schädlinge blockieren – vor allem Adware wie Genieo-Varianten. Dagegen registriert das Testinstitut AV-Test ganze 390 000 neue PC-Viren pro Tag! Virenscanner haben auf dem Mac daher weit weniger Daseinsberechtigung als auf der Windows-Plattform, einige Hersteller von Mac-Antiviren-Software übertreiben unserer Meinung nach die Gefährdung. Doch völlig frei von Bedrohung sind Macs nicht. Vor allem in den USA scheinen sich recht aggressive Adware-Attacken zu häufen. Mit dem iWorm-Botnet gab es die ersten von Hackern kontrollierten Mac-Netze, Kaspersky erwartet auch auf der Mac-Plattforme das Auftreten von Erpressersoftware (Ransomware). In vielen Unternehmen ist außerdem ein Schutzprogramm für Macs ganz einfach vorgeschrieben, nicht zuletzt um auch auf einem Mac schlummernde Windows-Malware zu entfernen. Gibt es doch viele Firmenangehörige, die ihr privates Macbook in der Firma nutzen bzw. ihr Firmen-Macbook privat verwenden.

Trotz geringer Gefährdung ist das Angebot an Mac-Virenscannern groß. Fast alle bekannteren PC-Scanner sind für OS X verfügbar, wir testen eine Auswahl von zwölf Programmen. In unserem Test treten die vier kostenlos nutzbaren Tools von Avast , Sophos , AVG und Avira gegen die acht kostenpflichtigen Virenscanner von Canimman Software ( ClamXav) , Kaspersky , Eset , Bitdefender , Norton , Microworld , Dr.Web und Protect Works ,  an. Die Meßdaten für die Erkennung von Mac-Viren stammen vom Institut AV-Test , das die Messungen Juni 2016 durchführte.

Vor Viren schützen

Wichtigste Aufgabe einer Antivirensoftware ist die zuverlässige Erkennung von Mac- und Windows-Viren. Der Aufwand ist für die Hersteller hoch und die Rangfolge unter den Antivirensoftware-Programmen kann sich schnell ändern. So setzt sich dieses Jahr erstmals Eset gegen alle Konkurrenten durch, das in Deutschland oft empfohlene Avira liefert dagegen nur mäßige Ergebnisse.

Beim Test durch das Labor von AV-Test müssen die Probanden 120 ausgesuchte Mac-Schädlinge identifizieren. Nur vier können alle Malware-Objekte erkennen, dabei handelt es sich um die Programme von AVG, Bitdefender, Eset und Microworld. Akzeptabel sind die Ergebnisse von Avast, Kaspersky, Sophos und Symantec. Nicht mithalten können Dr.Web, Avira, ClamXav und Protect Works. Vor allem Protect Works enttäuscht bei der Malware-Erkennung. Ähnlich sind die Ergebnisse bei der Suchen nach Windows-Viren, hier liefert Eset ebenfalls ein erstklassiges Ergebnis und wird somit Gesamt-Sieger bei der Erkennungsleistung. Aber auch AVG, Avast, Bitdefender, Kaspersky und Microworld schneiden gut ab. Besonders schlecht schneiden ClamXav und Protect Works ab. Von den kostenlosen Programmen können wir deshalb nur AVG und Avast empfehlen, bei den kostenpflichtigen Angeboten Eset, Bitdefender und Kaspersky.

Der kostenlose Scanner von Avira bietet eine gute Erkennung von Mac- und Windows-Viren.
Vergrößern Der kostenlose Scanner von Avira bietet eine gute Erkennung von Mac- und Windows-Viren.

Außer Konkurrenz hat AV-Test außerdem die Erkennung von Adware bzw. PUA-Programmen getestet. Bei Potentially Unwanted Applications handelt es sich beispielsweise um System-Tuner wie Macbooster, die sich über Freeware-Installer auf den Rechner schmuggeln. Hier schneiden beim Test von AV-Test vor allem Eset, Dr. Web, Sophos und AVG gut ab.

Bedienkomfort und Funktionsumfang

Bei den ersten Mac-Versionen von Kaspersky hatten wir noch eine unübersichtliche Oberfläche kritisiert, aktuell gibt es am Programm aber nichts mehr zu bemängeln, Bedienung und Dokumentation sind geradezu vorbildlich. Wenig Rätsel geben aber auch die Konkurrenten auf, nur bei eScan müssen wir die veraltete und lahme Programmoberfläche kritisieren. Auf uns wirkt das Programm wie eine schlecht portierte Windows-App. Avira und Bitdefender sind besonders einfach zu bedienen, was beim spärlichen Funktionsumfang aber kein Kunststück ist.

Nicht überzeugen können uns die Web-Accounts von Sophos und Bitdefender: Beide Programme sind nämlich in den aktuellen Versionen an einen Webdienst gekoppelt. Die Idee ist, dass ein Nutzer die Installationen auf mehreren Geräten über eine gemeinsame Weboberfläche verwaltet. Das Konzept erinnert an Firmenlösungen. Wir glauben aber, dass dies die meisten Heimanwender nur unnötig verwirrt, vor allem die Lösung von Sophos hat ihre Tücken. So hatten wir nach einer Deinstallation des Sophos-Scanners Probleme, die Lösung erneut herunterzuladen. Downloads bietet die Weboberfläche nämlich nur an, wenn man ein Gerät über die Weboberfläche abgemeldet hat. Die Programmoberfläche von Sophos Home bietet zugunsten der Web-Oberfläche außerdem kaum Einstellungsmöglichkeiten, zeitgesteuerte Scans sind nicht mehr möglich. Da gefiel uns die funktionsreichere Vorversion deutlich besser.

Sonderfunktionen

Vollausstattung bieten Kaspersky, Eset und Norton, so gehören hier E-Mail und Browser-Schutzfunktionen zum Standard. Eine Firewall gehört ebenfalls zum Lieferumfang, wenn wir auch den Nutzen als begrenzt einschätzen. Ist doch ein Netzwerkschutz in OS X bereits integriert. Zeitgesteuerte Scans, etwa des Download-Ordners, sind ebenfalls Mangelware. Von den kostenlosen Programmen kann nur Avira damit aufwarten, aber auch beim kostenpflichtigen Bitdefender fehlt diese Funktion.

Norton Security und Eset sind schon in der Basisversion gut ausgestattet, zusätzlich sind die Programme als noch funktionsreichere Programmpakete zu haben. Die teuerste Version Norton Security Premium bietet beispielsweise zusätzlich eine Kindersicherung und sicheren Cloud-Speicher. Bei Eset unterscheidet sich die Basis-Version Cyber Security von der teureren Version Cyber Security Pro durch die fehlende Firewall und Kindersicherung.

Mehr Netzwerksicherheit versucht Avast durch einen Web- und Mail-Proxy zu garantieren, der jede ankommende Datei prüft. Das hat leider den Nachteil, dass jeder Download einer Datei etwas verlangsamt wird. Nicht kostenlos ist bei Avast ein optionaler VPN-Dienst, den Avast bei der Installation als Demo-Version mitinstalliert. Da dieser Dienst offenbar die Freeware-Version finanziert und man die Installation mit einem Mausklick verhindern kann, wollen wir dies dem Hersteller nicht allzusehr übelnehmen. Schließlich kann ein VPN-Dienst die Sicherheit tatsächlich verbessern.

Gut: Die Hersteller Dr.Web, Bitdefender und Kaspersky bieten eine Version ihrer Scanner im App Store an. Vor allem die Version von Kaspersky macht dabei einen guten Eindruck, so kann die  damit automatisch Downloads prüfen lassen.

iOS-Geräte benötigen übrigens keinen Virenscanner, allenfalls iPhones und iPad mit Jailbreak sind gefährdet. Für diese Geräte existieren bereits Schadprogramme wie Unflod .

Antivirus fürs iPhone und iPad – macht es Sinn?

Systemlast

Vor allem bei Macs mit herkömmlicher Festplatten ist ein Antivirenprogramm eine Systembremse. Bei SSDs fällt das permanente Überwachen jeder Dateiaktivität dagegen kaum noch auf. So misst AV-Test beim Kopieren von Daten kaum noch Verzögerungen durch den Hintergrundwächter der Virenscanner. Nur die Lösungen von Microworld und Avira fallen unangenehm auf. Beim Download von Testdateien machen sich dagegen Avast und Dr.Web unbeliebt, vor allem Dr.Web verlangsamt Downloads von 89 Sekunden auf ärgerliche 1196 Sekunden. Kaum Verzögerungen gibt es für Nutzer von Bitdefender, aber auch Eset hält sich hier angenehm zurück.

Leider bieten nicht alle Antivirenscanner zeitgesteuerte Überprüfungen an, das tägliche Scannen der E-Mail- und Download-Ordner ist eine interessant Alternative zu einem Virenscanner, der ständig im Hintergrund arbeitet. Sowohl bei Bitdefender als auch Avast muss man auf diese Funktion verzichten. Das kostenlose Avira bietet zeitgesteuerte Scans, der Wächter lässt sich aber nur bis zum nächsten Systemstart abschalten.

Alternativ-Tools für den Adware-Schutz

Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie Anti-Malware oft erfolgreicher.
Vergrößern Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie Anti-Malware oft erfolgreicher.

Vor Adware schützen Antivirenprogramm oft nur begrenzt, da Werbeprogramme von Downloadseiten wie Chip und Macupdate von vielen Virenscannern nicht als Malware eingestuft werden. Grund dafür ist, dass Adware wie Browser-Erweiterungen oder Demo-Versionen von Mackeeper schließlich vom Nutzer selbst installiert werden. Antivirenhersteller müssen aber darauf achten, Demoversionen und Adware nicht fälschlicherweise als Malware einzustufen. Hier ist oft ein spezielles Anti-Adware-Programm wie Malwarebytes Anti-Malware erfolgreicher.

Schutz beim Surfen – ein problematisches Versprechen

Viele Softwarehersteller bieten Browser-Erweiterungen für mehr Surf-Sicherheit, Ausnahmen sind ClamXav und Sophos. Bitdefender bietet beispielsweise die Lösung „Traffic Light“, Norton eine spezielle „Norton Toolbar“  Kaspersky zusätzlich eine virtuelle Tastatur für sichere Anmeldungen.

Vor nach Informationen spähenden Phishing-Seiten schützten diese Erweiterungen nur begrenzt. Fast alle Antivirensoftware-Hersteller nutzen Webdatenbanken mit bekannten Spam- und Malware-Seiten, die beim Aufruf sofort geblockt werden. Als Stichprobe geben wir einige per Phishing-Emails erhaltene Adressen über die Webseite Virustotal ein, die auf gleich 63 dieser Online-Datenbanken zugreift: Nur vereinzelt schlägt eines der Angebote Alarm. Vorsichtsmaßregeln sollte man weiterhin beachten: Gibt ein von einer E-Mail getäuschter Nutzer freiwillig Bank- oder Kreditkartendaten weiter oder öffnet jeden E-Mai-Anhang, ist jedes Schutzprogramm machtlos.

Schutzwirkung

Avast

99,2%

AVG

100,0%

Avira

93,3%

Bitdefender

100%

ClamXav

90%

Dr.Web

98,3%

Eset

100,0%

Kaspersky

99,2%

Microworld

100,0%

ProtectWorks

49,2%

Sophos

99,2%

Symantec

99,2%

Erkennung bekannter Mac-Malware

Antivirensoftware für Mac als Fehlerquelle

ClamXAV ist einer der beliebtesten Mac-Virenscanner. Die einzige Open Source-Antivirenlösung auf Basis von ClamAV schneidet bei der Erkennung von Mac- und Windows-Malware schlecht ab.
Vergrößern ClamXAV ist einer der beliebtesten Mac-Virenscanner. Die einzige Open Source-Antivirenlösung auf Basis von ClamAV schneidet bei der Erkennung von Mac- und Windows-Malware schlecht ab.

Virenscanner können die Performance verschlechtern, sie können sich aber auch negativ auf die Systemstabilität auswirken. Zum Ärgernis wird der Scanner, wenn das Tool eine Fehlfunktion aufweist. So kann es Verzögerungen bei Time-Machine-Backups geben oder die Systemlast plötzlich extrem ansteigen. Probleme treten bei vielen Virenscannern immer wieder auf und sind ein Grund, warum viele Mac-Anwender die Scanner ablehnen. Nicht zu Unrecht behaupten viele Mac-Profis, Virenscanner verursachten mehr Ärger, als sie beseitigen.

Da die Wächterfunktion des Scanners sehr tief ins System eingreift und die Ursache der meisten Probleme ist, lautet unsere Empfehlung für alle, die einen Virenschutz auf dem Rechner haben wollen: Deaktivieren Sie den Wächter und scannen Sie zeitgesteuert ausgewählte Ordner – unser Testsieger von Eset bietet diese Option.

Aktuelle Antiviren Software im Macwelt Preisvergleich

Aktuelle Antiviren Software für den Mac
© Fotolia

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Kaspersky Anti Virus Pro

Der Mac App Store ist zwar eine Quelle für vielerlei Software und aufgrund Apples strenger Richtlinien und akribischer Prüfungen so gut wie sicher frei von Malware. Auch einige Virenscanner werden darin angeboten, doch sind diese insbesondere aufgrund der von Apple erhobenen Sicherheitsrichtlinien funktional meist eingeschränkt. Kaspersky hat jedoch mit Anti Virus Pro eine Lösung speziell für den Mac App Store entwickelt, die sowohl die Sicherheitsrichtlinien erfüllt als auch funktional kaum Wünsche unerfüllt lässt. Lesen Sie hier den Test von Kaspersky Anti Virus Pro .

Antivrensoftware: Ausstattung und Bewertung

Produkt

Kaspersky Internet Security  

Avast

Avira

AVG 

Preis: (Jahreslizenz, 1 Gerät)

€ 40, CHF 44

kostenlos

kostenlos

kostenlos

Vorzüge

Gute Erkennungsleistung, guter Funktionsumfang, Kinder-Schutzfunktion, Webcam-Schutze

Gute Erkennungsleistung, zusätzliche  Absicherung von E-Mail und Webbrowser

Einfache Bedienung, gute Erkennungs­leistung

Einfache Bedienung, gehört zu den Top-Scannern

Nachteile

Mac-Version nicht als reine Antiviren-Software verfügbar, aber günstige Appstore-Version

Keine zeitgesteuerten Scans,  Demoversion eines VPN-Tools wird mit installiert, hohe Systemlast, vor allem bei Downloads

Wenig Optionen, schwache Leistung bei Windows-Viren

Einfache Bedienung, gehört zu den Top-Scannern

System- anforderungen

ab OS X 10.9

ab OS X 10.6

ab OS X 10.9

ab OS X 10.8

Funktionen

Scanner/Wächter

ja/ja

ja/ja

ja/ja

ja/ja

Browser-Schutz

ja

ja

nein (nur für Chrome, Firefox)

nein

E-Mail-Schutz

ja

ja

nein

nein

Firewall

ja

nein

nein

nein

zeitgesteuerte Scans

ja

nein

ja

nein

Gesamtnote

1,4 sehr gut

1,7 - gut

2,5 befriedigend

1,9 gut

Produkt

Bitdefender Antivirus

Norton Internet Security

Dr.Web

Eset Cyber Security Pro

Preis: (Jahreslizenz, 1 Gerät)

€ 40, CHF 43

€ 30, CHF 49

€ 31, CHF 34 (ohne Support € 15)

ab € 30, CHF 33

Vorzüge

Einfache Bedienung, gute Erkennungs­leistung, günstige Appstore-Version

Guter Funktionsumfang, Delux-Version auch mit Kindersicherung und 5 Geräten

Gute Erkennung von Adware, günstig e Appstore-Version

Beste Virenerkennung, Guter Funktionsumfang, verschiedene Versionen verfügbar

Nachteile

Mäßiger Funktionsumfang, etwa keine zeitgesteuerten Scans

schwache Leistung bei Windows-Viren

schwache Leistung bei Windows-Viren, sehr hohe Systemlast

keine

System- anforderungen

ab OS X 10.8

ab OS X 10.8

ab OS X 10.7

ab OS X 10.6

Funktionen

Scanner/Wächter

ja/ja

ja/ja

ja/ja

ja/ja

Browser-Schutz

ja

ja

ja

ja

E-Mail-Schutz

nein

ja

nein

ja

Firewall

nein

ja

ja

ja (Pro-Version)

zeitgesteuerte Scans

nein

ja

nein

ja

Gesamtnote

1,6 -  gut

2,1 gut

2,8 befriedigend

1,4 sehr gut

Produkt

Sophos Home

Protect Works

Clamxav

eScan

Preis: (Jahreslizenz, 1 Gerät)

kostenlos

Protect Works

€ 34, CHF 37 (keine Laufzeitbegrenzung)

US$ 30

Vorzüge

Kostenlos für Heimanwender, gute Erkennungsleistung bei Mac-Adware

Einfache Bedienung, gute Oberfläche

Geringe Systemlast, keine Abo-Gebühr

Gute Scan-Ergebnis

Nachteile

schwache Leistung bei Windows-Viren, Konfiguration über Webseite

schlechte Leistung bei Windows-Viren und Mac-Viren

Mäßige Virenerkennung, vor allem bei Mac-Viren

Lahme, veraltete Bedienoberfläche, 

System- anforderungen

ab OS X 10.8 (Vorversion weiter erhältlich)

ab OS X 10.6

ab OS X 10.6

ab OS X 10.6

Funktionen

Scanner/Wächter

ja/ja

ja/ja

ja/ja

ja/ja

Browser-Schutz

ja

nein

nein

nein

E-Mail-Schutz

nein

nein

ja

nein

Firewall

nein

nein

nein

nein

zeitgesteuerte Scans

nein

nein

ja

ja

Gesamtnote

2,8 befriedigend

3,1 befriedigend

2,7 befriedigend

2,5 befriedigend

Kaufempfehlung: Antivirenprogramme

Wer zu Hause an einem Mac arbeitet braucht keinen Virenscanner, ein Hintergrundscanner verursacht hier mehr Ärger als Nutzen. Um verdächtige Dateien und gelegentlich das System zu überprüfen, genügt ein kostenloser Scanner wie AVG oder Avast. Wichtiger sind Vorsicht beim Umgang mit Internet-Angeboten und Downloads. Jedes Sicherheitssystem ist machtlos, wenn Anwender Kreditkartendaten weitergeben oder ohne Nachdenken Dateianhänge öffnen

Privat AVG kombiniert hervorragende Erkennungsleistung mit einfacher Bedienung. Für Heimanwender reicht der Funktionsumfang völlig. Für den manuellen Scan von Daten gibt es auch eine funktionsreduzierte kostenlose Version von Bitdefender im App Store.

Profi-Einsatz Benötigt man aus beruflichen Gründen einen hochwertigen Virenscanner, sind Eset, Kaspersky und Bitdefender zu empfehlen. Kaspersky bietet in unserem Test die beste Kombination aus Erkennungsleistung und Funktionsumfang.                                                                                      Stephan Wiesend

Virenerkennung

Für unseren Test der Erkennung von Mac-Viren nutzen wir die Ergebnisse des Prüfinstituts AV-Test
In einem aktuellen Test des Instituts müssen die zwölf Virenscanner ein Test-Sample von 120 neuen Mac-Viren erkennen. Im Vergleich zu hunderten Millionen an PC-Viren ist dies eine niedrige Anforderung. Aber nur vier der Virenscanner erreichen eine Erkennungsleistung von hundert Prozent. Die nicht so erfolgreichen Scanner von Avast, Kaspersky, Sophos und Symantecs zeigen trotzdem noch eine akzeptable Leistung. Besonders schlecht schneidet die Lösung ProtectWorks, die nicht einmal die Hälfte der Mac-Viren erkennt.

Schutz durch OS X

Selbst Apple musste das Vorhandensein von Mac-Malware anerkennen und schützt das System seit OS X 10.6 mit folgenden Tools

Xprotect  Das System prüft jeden Download per Browser und Mail und blockt beispielsweise Schädlinge wie Genieo . Allerdings gelangen Schädlinge oft über Flash, PDFs und Java auf den Mac und Apple aktualisiert Xprotect nur unregelmäßig. Das simple System ist außerdem bereits von l eicht abgewandelten Viren überfordert . Eine nachträgliche Durchsuchung des Systems ist damit ebenfalls nicht möglich.

Gatekeeper Diese Funktion prüft vor jeder Installation eines Programms, ob es eine Signatur besitzt. Ist ein Tool nicht aus dem App Store, bemängelt Gatekeeper dies ebenso wie ein fehlendes Zertifikat eines Entwicklers. Beschränkt man sich auf die Installation von Programmen aus dem App Store und bei Apple registrierte Entwickler, sorgt Gatekeeper für ein hohes Maß an Sicherheit. Allerdings sind längst nicht alle Anwendungen per App Store verfügbar, neben vielen Adobe- und Microsoft-Apps betrifft dies einen Großteil der Open-Source-Software und alle von uns getesteten Programme - sie greifen nämlich zu tief ins System ein, um über den App Store vertrieben zu werden. Nicht verhindern konnte Apples Sicherheitssystem außerdem die Verbreitung des Schädlings Flashback , der eine Sicherheitslücke der Java-Umgebung ausnutzte. Fehler des Plug-ins Flash sind ebenfalls öfter Einfallstore für Hacker.

Tipp Flash sollte man möglichst deaktivieren, Java besser deinstallieren.

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