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Alles in iCloud

22.10.2014 | 11:37 Uhr |

iCloud erlaubt nicht nur den Abgleich von Daten zwischen Macs, PCs und iOS-Geräten. Mit Yosemite hat Apple diese Funktionalität um iCloud Drive und Fotomediathek erweitert.

Wie unter iOS 8 ist es auch unter Yosemite am Mac kaum noch möglich, ohne Apples Cloud-Lösung iCloud auszukommen. Längst ist sie viel mehr als der bequemste Weg, Daten des Benutzers über seine Macs, iOS-Geräte und Windows-PCs zu synchronisieren. iCloud bietet die Synchronisation der geschützten Schlüsselbunddatei, das Nachladen gekaufter Medien und mehr. Neu unter Yosemite ist unter anderem iCloud Drive. Endlich lässt sich iCloud wie Dropbox einfach als Online-Volume für alle Dateien nutzen – Apple-like ganz kinderleicht zu bedienen. Mit iCloud-Fotomediathek gelangen auf Wunsch alle Fotos in iCloud, inklusive Sync und Bearbeitung. Ohne Frage bietet iCloud tolle Funktionen für Ihren Mac.

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Alles in iCloud
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Cloud oder nicht

Auch unter Windows steht iCloud zur Verfügung, wenn auch, verglichen mit OS X Yosemite, mit geringerem Leistungsumfang.
Vergrößern Auch unter Windows steht iCloud zur Verfügung, wenn auch, verglichen mit OS X Yosemite, mit geringerem Leistungsumfang.

Dennoch ist gerade vor dem Hintergrund der NSA-Affäre die Frage zu stellen, ob Sie generell Ihre sensiblen Daten wie Adressen, Termine oder Dokumente auf den Servern eines US-Unternehmens – in dem Fall Apples – speichern wollen. Dieselbe Frage stellt sich natürlich auch Nutzern von Dropbox und anderen. Vertrauen Sie darauf, dass zumindest Dritte wie Wettbewerber oder gänzlich Fremde keinen Zugriff haben, und sehen hinsichtlich der Aktivitäten der Geheimdienste in diesem Zusammenhang kein Problem, ist iCloud klasse. Ursprünglich startete iCloud als Synchronisationsdienst für die wichtigsten Daten wie Adressen, Termine, Erinnerungen, Mail-Accounts, Notizen und mehr – die Funktionalität gab es in Teilen bereits vor der Einführung von iCloud. Mit iCloud Drive und Fotomediathek hat Apple auch auf die Kritik der Benutzer und die Angebote anderer Cloud-Anbieter reagiert, ebenfalls einen Online-Speicher für Dateien anzubieten.

Zentrale Synchronisation

Was dabei oft vergessen wird: Kein anderer Online-Dienst bietet derart einfache Optionen, die erlauben, die wichtigen Daten des Benutzers ohne Kenntnis der Cloud-Funktion auf allen Macs zur Verfügung zu haben, dazu iOS-Geräte und Windows-PCs synchron zu halten. Dazu bietet iCloud noch ein Webinterface, über das der Benutzer auch unterwegs Zugriff auf seine wichtigsten Daten sowie Webmail für seinen iCloud-Account hat.

Daten, Fotos und Preise

Unter Windows ist die kostenlose Systemsteuerung iCloud zu laden und zu installieren, analog zu OS X.
Vergrößern Unter Windows ist die kostenlose Systemsteuerung iCloud zu laden und zu installieren, analog zu OS X.

Wir zeigen in diesem Workshop nicht nur, wie Sie die genannten Basisfunktionen nutzen, sondern auch, was die neuen Funktionen iCloud Drive und Fotomediathek bringen. Bei beiden handelt es sich um Cloud-Speicher. iCloud Drive ist als Verzeichnis am Mac zu sehen, nicht nur die Dokumente der Apple-Apps, auch alle anderen finden Platz und sind stets synchron. Eine vergleichbare Funktion bietet Fotomediathek für alle Fotos, ob vom Mac, PC oder iOS-Gerät – die Funktion ist bei Redaktionsschlussallerdings noch in der Beta-Version.

Weiterhin sind 5 GB Speicherplatz kostenlos, aber zumindest von Vielknipsern oder Videofans sehr schnell gefüllt. Schon bislang bot Apple kostenpflichtig weiteren Speicherplatz an, der, verglichen mit Cloud-Diensten wie Dropbox oder Google Drive, recht teuer war. Er wird billiger: 20 GB kosten rund 1 Euro und 200 GB rund 4 Euro im Monat, 500 GB kosten 10 Euro sowie 1 Terabyte 20 Euro pro Monat. Wer iCloud-Fotomediathek nutzt, wird deutlich mehr als 5 GB Speicher benötigen.

1. Nachträgliche Einrichtung

iCloud nach der Einrichtung aktivieren
Vergrößern iCloud nach der Einrichtung aktivieren

iCloud nach der Einrichtung aktivieren

Die Nutzung von iCloud setzt eine Apple-ID voraus. Viele Mac-Nutzer haben sie bereits, da sie auch Voraussetzung für Einkäufe im iTunes Store, im App Store oder im Mac App Store ist. Falls Sie bereits über eine Apple-ID verfügen und diese bei der Einrichtung von Yosemite eingegeben und dazu die Option zur Nutzung von iCloud aktiviert haben, geht es weiter unter dem Punkt "iCloud-Basiseinstellungen". Ansonsten rufen Sie die Systemeinstellung iCloud auf und wählen „Neue Apple-ID erstellen“, falls Sie noch keine haben. Fast alle Benutzer nutzen eine Apple-ID mit iCloud-Anmeldung, zumindest für gekaufte Musik, Programme aus dem Mac App Store, Apps für iOS-Geräte und so weiter. Mit der Nutzung von iCloud werden Ihre persönlichen Daten nicht zwangsweise mit Apples Cloud-Dienst synchronisiert.

2. Anmelden bei iCloud

Apple-ID kostenlos erstellen
Vergrößern Apple-ID kostenlos erstellen

Apple-ID kostenlos erstellen

Sie werden über die Systemeinstellung durch die Erstellung der Apple-ID geleitet. Falls Sie noch nicht über einen Mail-Account verfügen, bekommen Sie auf dem Weg auch noch einen von Apple spendiert . Die Apple-ID ist in wenigen Minuten eingerichtet, notieren Sie sich die Zugangsdaten. Wenn die Einrichtung der Apple-ID abgeschlossen ist, können Sie diese für iCloud, Ihre Einkäufe im Mac App Store oder bei iTunes nutzen, natürlich auch für Ihr iPhone oder das iPad.

iCloud-Basiseinstellungen

1. Erster Start

iCloud-Dienste auswählen
Vergrößern iCloud-Dienste auswählen

iCloud-Dienste auswählen

Falls Sie für die Nutzung Ihrer Apple-ID die Option „Zweistufige Bestätigung“ nutzen, bekommen Sie einen vierstelligen Code auf Ihr Mobiltelefon geschickt, der einzugeben ist. Danach stellt die Systemeinstellung zwei Optionen zur Verfügung. Über die Checkbox oben aktivieren Sie automatisch die Synchronisation aller wichtigen Daten wie Adressen, Termine, Notizen und so weiter. Die untere Checkbox aktiviert die Option „Meinen Mac suchen“. Bei eingeschalteten Ortungsdiensten lässt sich ein gestohlener Mac unter Umständen so finden oder löschen. Sie können beide Checkboxen deaktivieren und die genauen Einstellungen im nächsten Schritt vornehmen.

2. iCloud-Dienste

Synchronisationen wählen, Daten abgleichen
Vergrößern Synchronisationen wählen, Daten abgleichen

Synchronisationen wählen, Daten abgleichen

Ist die obere Checkbox in Schritt 1 aktiviert, beginnt Ihr Mac mit dem Abgleich Ihrer Mails, Kontakte, Kalender und so weiter. Falls Sie ein iPhone nutzen und dort iCloud aktiviert haben, bietet der Mac an, die betroffenen Daten mit denen Ihres Mac zusammenzuführen. Ist das geschehen, finden stetig Synchronisationen zwischen allen Macs und iOS-Geräten statt, die iCloud mit derselben Apple-ID nutzen. Aktivieren Sie ansonsten die gewünschten Dienste.

iCloud Drive

1. Dokumente in iCloud

Alle Arten von Dateien in iCloud speichern
Vergrößern Alle Arten von Dateien in iCloud speichern

Alle Arten von Dateien in iCloud speichern

Mit iCloud Drive steht Ihnen ein Cloud-Speicher à la Dropbox auch am Mac zur Verfügung, sobald Sie die Option einschalten. Hier finden nicht nur die Dateien von Apple-Apps Platz, sondern auch alle Arten von anderen Dokumenten. Nach dem Einschalten der Option in der iCloud-Systemeinstellung finden Sie in der Seitenleiste des Finder-Fensters den neuen Eintrag „iCloud“ mit allen Dokumenten.

2. iCloud Drive unterwegs

Zugriff auch über Webbrowser
Vergrößern Zugriff auch über Webbrowser

Zugriff auch über Webbrowser

Ist iCloud Drive auf Ihren Macs, Windows-PCs und iOS-Geräten mit derselben Apple-ID aktiviert, haben Sie jetzt mit allen Geräten Zugriff auf Ihre Daten, können diese transparent nutzen und sogar gemeinsam an Dokumenten arbeiten. Auch unterwegs ganz ohne Mac oder iOS-Gerät haben Sie Zugriff: Per Webbrowser melden Sie sich von einem Rechner mit Internet-Verbindung bei icloud.com an und wählen „iCloud Drive“.

Fotomediathek

1. Unter iOS 8 schon verfügbar

Fotomediathek - Der neue Dienst für iPad und iPhone
Vergrößern Fotomediathek - Der neue Dienst für iPad und iPhone

Der neue Dienst für iPad und iPhone

Eigentlich sollte der neue iCloud-Dienst Fotomediathek bei der Vorstellung von iOS 8 laufen, mittlerweile hat Apple sich entschieden, Fotomediathek unter iOS 8 als Beta-Version anzubieten. Aktiviert landen alle Fotos der iOS-Geräte, die mit derselben Apple-ID angemeldet sind, in iCloud und stehen allen zur Verfügung. Wer die Funktion nutzt, benötigt mehr als das Freikontingent von 5 Gigabyte bei iCloud.



2. Warten auf Fotomediathek

Unter Yosemite Fotostream und Fotofreigabe nutzen
Vergrößern Unter Yosemite Fotostream und Fotofreigabe nutzen

Unter Yosemite Fotostream und Fotofreigabe nutzen

Anfang nächsten Jahres soll die neue App Fotos für Yosemite kommen, sie ersetzt dann iPhoto und Aperture am Mac. Fotos wird direkten Zugriff auf Fotomediathek haben und viele Bearbeitungsfunktionen bieten. Bis Fotomediathek in Yosemite verfügbar ist, aktivieren Sie Fotostream und Fotofreigabe.




Familienfreigabe

1. Einer zahlt, fünf zusätzliche Nutzer

Geld sparen beim Einkauf in den Apple Stores
Vergrößern Geld sparen beim Einkauf in den Apple Stores

Geld sparen beim Einkauf in den Apple Stores

Mit der Familienfreigabe können bis zu sechs Mitglieder über ein gemeinsames Konto in Apples Stores shoppen und sich gegenseitig Einkäufe zur Verfügung stellen – ideal für Familien. Um eine Familienfreigabe zu starten, tippen Sie in der iCloud-Einstellung auf „Familie einrichten“. Nach einigen Informationen stimmen Sie der Nutzung Ihres Kontos für die Zahlung aller Einkäufe innerhalb der Familienfreigabe zu.


2. Freigabe einrichten

Bezahlmodus klären, Mitglieder benennen

Die Abrechnung erfolgt über die Bezahlmethode, mit der Sie auch bisher in den Stores mit Ihrer Apple-ID einkaufen. Im nächsten Schritt können Sie fünf weitere Mitglieder zur Freigabe einladen. Sie sehen sich oben als Organisator und darunter die Familienmitglieder sowie den Befehl zum Hinzufügen. Mit ihm geben Sie die Apple-ID des künftigen Mitglieds ein. Dieses kann den Beitritt nun direkt an Ihrem Mac durch Eingabe von Apple-ID und Passwort bestätigen, oder Sie können ihm eine Einladung per E-Mail schicken.

Schlüsselbund

1. Synchronisation vorbereiten

Schutz über Apple-ID, Sicherheits-Code
Vergrößern Schutz über Apple-ID, Sicherheits-Code

Schutz über Apple-ID, Sicherheits-Code

Da Ihr Schlüsselbund hochsensible Daten wie Zugänge zu Webportalen mit Benutzername und Passwort, optional die Daten Ihrer Bankverbindung oder Kreditkartendaten enthält, hat Apple vor das Einschalten des Dienstes einige Sicherheitsmaßnahmen geschaltet. Zunächst müssen Sie sich (erneut) mit Ihrer Apple-ID legitimieren. Dann will iCloud einen vierstelligen Sicherheitscode. Wählen Sie stattdessen „Weitere Optionen“ und hier „Komplexen Sicherheitscode verwenden“. Falls eines Ihrer Geräte bereits iCloud-Schlüsselbund nutzt, kann die Bestätigung auch darüber erfolgen, etwa über Ihr iPhone.

2. Schlüsselbund in der iCloud

Verschlüsselt und mit Zwei-Wege-Authentifizierung
Vergrößern Verschlüsselt und mit Zwei-Wege-Authentifizierung

Verschlüsselt und mit Zwei-Wege-Authentifizierung

Wählen Sie ein sicheres Passwort mit zehn Zeichen aus Ziffern, Klein- und Großbuchstaben, und merken Sie es sich. Sie verschlüsseln die Datei lokal, Apple kann nicht helfen, wenn Sie das Passwort vergessen. Weder Apple noch Dritte können die Datei entschlüsseln. Apple nutzt einen sicheren Algorithmus. Im letzten Schritt geben Sie Ihre Handynummer oder die einer vertrauenswürdigen Person an. Wird ihr Sicherheitscode mit einem anderen Gerät eingesetzt, erhalten Sie eine SMS – Zwei-Wege-Authentifizierung. Unter „Optionen“ zu Schlüsselbund können Sie jetzt eine Mobilfunknummer festlegen, an die in Zukunft Bestätigungscodes gesendet werden.

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