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3D-Bilder selbstgemacht: Anaglyphen-Technik

25.10.2011 | 12:09 Uhr |

Aus zwei versetzt aufgenommenen Fotos lässt sich am Mac sehr leicht ein 3D-Bild (Anaglyph) erzeugen, das man mit der Rot-Cyan-Brille betrachten kann. Unter bestimmten Voraussetzungen gelingen 3D-Bilder sogar mit nur einer Vorlage.

Zwei zuvor versetzt aufgenommene Fotos lassen sich am Mac ganz leicht zu einem Anaglyphen-Bild zusammensetzen. Dazu reicht es aus, den roten Farbkanal des rechten Fotos durch den roten Farbkanal des linken Fotos zu ersetzen. Je weiter der rote Kanal nach Links verschoben ist, desto weiter entfernt erscheint das Motiv.

Damit ein 3D-Bild aber auch richtig gut gelingt, sollte man nicht nur bei der Aufnahme (detaillierte Erklärungen zu der Aufnahme der 3D-Bilder finden Sie hier ), sondern auch beim Zusammensetzen am Mac ein paar Feinheiten beachten. Darüber hinaus zeigt dieser Workshop, wie man auch aus einer Vorlage ein 3D-Bild erstellen kann.

Scheinfenster, Anaglyphen-Programme

Ein 3D-Bild wirkt, als befände es sich hinter einem Fenster, man spricht daher auch von einem Scheinfenster. Das am nähesten gelegene Motiv eines 3D-Bild sollte nicht aus dem Scheinfenster ragen, damit sich die Bilder ermüdungsfrei betrachten lassen. Das ist dann der Fall, wenn der Rotkanal nicht nach Links, sondern nach Rechts verschoben ist. Befindet sich der Rotkanal eines Motivs deckungsgleich auf den anderen Farbkanälen, erscheint das Motiv auf einer Ebene mit dem Betrachtungsmedium, also dem Display oder dem gedruckten Blatt.

Tipp

Auf www.fotocommunity.de gibt es eine sehr engagierte Gruppe von 3D-Fotografen. Sie helfen, die eigenen Ergebnisse perfektionieren, indem man sie dort zum Beurteilen einstellt - am Besten mit Links zu den Ausgangsbildern.

((Copyright Paul H. Weissbach)) Bei dieser Aufnahme von Paul H. Weissbach wurde die Scheinfenster-Regel bewusst gebrochen: Der Ast ragt deutlich aus dem Bild heraus.
Vergrößern ((Copyright Paul H. Weissbach)) Bei dieser Aufnahme von Paul H. Weissbach wurde die Scheinfenster-Regel bewusst gebrochen: Der Ast ragt deutlich aus dem Bild heraus.
© MArkus Schelhorn

Die Regel des Scheinfensters kann man aber bewusst brechen, um einen stärkeren Effekt zu erzielen. Beispielsweise kann so der Kopf einer Kuh, die in die Kamera blickt, aus dem Scheinfenster in Richtung des Betrachters herausragen. Ragt ein Motiv aus dem Scheinfenster heraus, spricht man von einem Scheinfensterkonflikt. Hier sollte man darauf achten, dass keine Motive, die von den Bildrändern beschnitten sind, aus dem Scheinfenster ragen.

Anaglyphen-Programme

Das fertige Anaglyphenbild unseres Workshops. Die Einzelbilder finden Sie auf der CD dieser Ausgabe.
Vergrößern Das fertige Anaglyphenbild unseres Workshops. Die Einzelbilder finden Sie auf der CD dieser Ausgabe.
© MArkus Schelhorn

Das kostenlose Windows-Programm Stereo Photo Maker des japanischen Entwicklers Masuji Suto ist bei 3D-Fotografen überaus beliebt und kann schon beinahe als Photoshop der 3D-Fotografen bezeichnet werden. Es bietet viele Einstellungsmöglichkeiten und ist sehr leistungsfähig.

Am Mac muss man auf andere Programme zurückgreifen, sofern man den Stereo Photo M aker nicht in einer Windows-Umgebung betreiben möchte. Empfehlenswert ist hier das sehr komfortabele Programmm Ana Builder, das auf Java basiert. Hier lassen sich die Fotos über Schieberegler sehr einfach angleichen, also verschieben, stauchen oder dehnen sowie drehen. Gerade bei Stereoaufnahmen mit einer Kamera ist dies von Vorteil. Leider läuft das Programm recht instabil und versagt auf manchen Macs ganz seinen Dienst. Man muss unbedingt darauf achten, dass das Programm nicht in einem Ordner liegt, dessen Ordnername ein Leerzeichen enthält. Weitere Mac-Programme zum Erstellen von Anaglyphen finden Sie hier .

markus.schelhorn@macwelt.de

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