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Digitale Magazine in Xpress erstellen

13.10.2011 | 16:02 Uhr |

Neben obligatorischen Verbesserungen und der Anpassung an OS X Lion liefert der Hersteller Quark mit der aktuellen Version von Xpress einen kompletten Werkzeugkasten, um Apps für das iPad selbst zu erstellen und mit Inhalten zu füllen

Quark Xpress 9 qxp9icon_original
Vergrößern Quark Xpress 9 qxp9icon_original

Quark bleibt bei seinem Konzept, in ein Projekt unterschiedliche Layouts einzubetten. Legt der Anwender ein neues Projekt an, findet er im Dialog "Ablage > Neu > Projekt …" einen neuen, vierten Layouttyp mit der Bezeichnung App Studio. Im zugehörigen Dialog lassen sich Randhilfslinien sowie "Layoutmitglieder" auswählen. Momentan ist das einzige Layoutmitglied das iPad mit einem Dokumentformat von 768 x 1024 Pixel. Formate für andere Tablett-Computer und deren Betriebssysteme sollen folgen. Das Besondere an diesem Layouttyp ist die gleichzeitige Darstellung einer vertikalen und einer horizontalen Gestaltungsfläche in einem Projekt.

App Studio Factory

Die neue App-Studio-Palette ist der Dreh- und Angelpunkt, um Xpress Layouts mit animierten Dieaschauen, Tönen oder Filmen zu versehen.
Vergrößern Die neue App-Studio-Palette ist der Dreh- und Angelpunkt, um Xpress Layouts mit animierten Dieaschauen, Tönen oder Filmen zu versehen.

Um die iPad-App zu gestalten, die die in App Studio erstellten Inhalte anzeigt, greift der Anwender zu App Studio Factory. Dies ist ein separates Programm, das unabhängig von Xpress funktioniert und sich unter "Programme > Xpress 9 > App Studio …" befindet. App Studio Factory ist ein Baukastensystem, das dem Nutzer verschiedene funktionale App-Grundmodule anbietet, die um eigene Farben, Formen und Schaltflächen individualisiert werden. Zur Auswahl stehen vier Grundmodule. Dazu gehört eine Magazin-App, die nur aus einer einzigen Ausgabe eines Dokumentes besteht. Die Kiosk-App kann mehrere Ausgaben eines Titels oder mehrere Bücher enthalten. Eine Multi-Titel-Kiosk-App kann mehrere Titel mit mehreren Ausgaben enthalten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, ein App Studio Reader Framework zu lizensieren, das das Programmieren von komplexeren Apps als mit App Studio Factory erlaubt. Auch App Studio Factory funktioniert nur zusammen mit Xcode - also ebenfalls nur auf einem Mac.

App Studio

Der neue Layout-Typ App Studio bietet die Möglichkeit, horizontale und vertikal ausgerichtete Seiten gleichzeitig zu bearbeiten.
Vergrößern Der neue Layout-Typ App Studio bietet die Möglichkeit, horizontale und vertikal ausgerichtete Seiten gleichzeitig zu bearbeiten.

Mit der Integration von App Studio in das Programm findet der Anwender einen neuen Layouttyp für die Gestaltung von Dokumenten. Der Grafiker kann entscheiden, ob das App-Studio-Layout nur im Hoch- oder Querformat oder aus beiden Formaten besteht. Beide Formate sind im Dokumentfenster von Xpress nebeneinander dargestellt und sind miteinander verknüpft. Fügt man eine Dokumentseite hinzu, addiert Xpress automatisch das entsprechende Format der gedrehten Ausrichtung. Diese Verknüpfung gilt auch für das Löschen einzelner Dokumentseiten.

Um Designelemente bequem zwischen den unterschiedlich ausgerichteten Layouts auszutauschen, bietet Xpress die nur in App-Studio-Layouts aktiven Befehle "Objekt > In andere Layouts kopieren > Gleiche Position" oder " … > Relative Positionierung verwenden". Die Elemente werden dann automatisch synchronisiert. Ändert man in einem der Layouts Eigenschaften des betreffenden Objektes, werden die Änderungen automatisch auf das gegenüberliegende Layout übertragen. Leider funktioniert das nicht mit Textobjekten, wenn man den Schriftstil ändert.

Wie die Elemente synchronisiert werden, kann der Anwender in der unter "Fenster > Mehrfach genutzte Inhalte …" befindlichen Palette über-prüfen. Dabei stellt sich heraus, dass bei Verwendung dieser Befehle mit Textrahmen nur der Inhalt, nicht die Attribute wie beispielsweise die Schriftart des Rahmens synchronisiert werden. Da sich bei synchronisierten Objekten die Eigenschaften nicht nachträglich bearbeiten lassen, kann der Anwender nicht nachträglich die Synchronisierung von Attributen einschalten. Nur bei manuell angelegten, synchronisierten Objekten lassen sich in einem Dialogfeld vorab die Eigenschaften bestimmen. Abhilfe schafft bei der Verwendung von Textrahmen der Einsatz von Schriftstilen, deren Änderung sich global auf alle Textrahmen auswirkt.

Es besteht auch die Möglichkeit, Print-Layouts in iPad-Inhalte umzuwandeln oder ein komplett neues Layout für das iPad anzulegen. Dabei ist zu beachten, dass sich bestehende Print-Layouts nicht direkt in App-Studio-Layouts umwandeln lassen. Hier kommen die neuen Ausgabeformate ZAV-Doc und ZAV-Mag zum Tragen. Bestehende Print-Layouts lassen sich für das iPad nur im Format ZAV-Doc exportieren.

App Studio Factory listet in der linken Spalte die Layoutbereiche auf, rechts lassen sich die vorgesehenen Elemente mit wenigen Mausklicks austauschen
Vergrößern App Studio Factory listet in der linken Spalte die Layoutbereiche auf, rechts lassen sich die vorgesehenen Elemente mit wenigen Mausklicks austauschen

Um alle Gestaltungsmöglichkeiten am iPad auszuschöpfen, muss der Gestalter sein Layout von Anfang an als App-Studio-Layout anlegen. Elemente aus anderen Layouts lassen sich manuell oder automatisch mit dem Hilfsmittel Cloner in iPad-Layouts überführen. Auch wenn die Dokumentrotation nicht vorgesehen ist, lassen sich zuvor als Print-Dokumente angelegte Layouts mit interaktiven oder audiovisuellen Inhalten versehen.

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