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Apple Music: Spotify Playlists umziehen

13.08.2015 | 10:00 Uhr |

Wäre doch genial, wenn sich die Playlists aus Spotify & Co. auch in Apple Music nutzen ließen. Wir zeigen, wie das geht.

Wer schon seit längerer Zeit Spotify benutzt, hat in der Seitenleiste zahlreiche Wiedergabelisten mit Liedern und Alben angelegt. Eine ansehnliche digitale Sammlung kommt da schnell zusammen. Aber nun mischt Apple Music das Angebot auf und man möchte gerne wechseln. Spotify ist seinen Kunden dabei nicht behilflich – man kann keine Wiedergabelisten exportieren, wenigstens nicht in einem brauchbaren Format und iTunes bietet keine Importfunktion an.

Spotify-Playlists mit einer App umziehen

Was nun? Jedes Lied in Spotify einzeln bei Apple Music suchen? Das würde zu lange dauern und man möchte ja Musik hören und nicht seine Zeit verplempern. Unser Macworld-Kollege Kirk McElhearn hat mit der fünf Euro teuren App „ Move to Apple Music “ einen passenden „Umzugshelfer“ gefunden. Die App arbeitet mit Spotify und Rdio zusammen und stellt eine Verbindung zwischen den Anbieter-Konten her. Das Programm erkennt die angelegten Listen und fügt sie zur Mediathek von Apple Music hinzu.

Apple Music: Die Grundlagen

Nach dem Starten von iTunes und Apple Music wählt man einfach den Dienst aus, dessen Musik man importieren möchte. Momentan ist das Werkzeug auf Spotify und Rdio begrenzt. (Hinweis: Für Nutzer von Beats Music macht Apple den Umzug einfach .) Nun folgt man den Anweisungen, damit „Move to Apple Music“ sich zwischen die beiden Anbieter schieben kann. Dazu muss man den Herz-Knopf jedes Liedes und jeder Wiedergabeliste anklicken. „Move to Apple Music“ erkennt dies und verwendet die zur Verfügung gestellten Informationen, um die Musik der „Apple Music“-Mediathek hinzuzufügen. (Dazu nutzt es die öffentliche Programm-Schnittstelle von Apple Music, fragt die einzelnen Lieder ab und fügt sie in die Bibliothek ein.)

So vermeiden Sie Ärger mit Apple Music

Als nächstes erscheint eine Reihe von Wiedergabelisten und man sucht sich die zu importierenden Listen aus. „Move to Apple Music“ erfasst jedes Lied in Spotify und Rdio einzeln und versucht es bei Apple Music zu finden. Dieser Schritt ist nicht besonders schnell; die App verarbeitet alle 30 Sekunden ein Lied, um die Programm-Schnittstelle von iTunes nicht „zu verärgern“.

Hier wählt man die für die Übertragung zu Apple Musik gewünschten Wiedergabelisten aus.
Vergrößern Hier wählt man die für die Übertragung zu Apple Musik gewünschten Wiedergabelisten aus.

Einschränkungen von "Move to Apple Music"

Obwohl das Tool sehr praktisch ist, gibt es Einschränkungen. „Move to Apple Music“ braucht mit 30 Sekunden pro Lied ziemlich lange um größere Wiedergabelisten zu importieren und findet nicht für alle Stücke einen Treffer. Einige Titel sind bei den Anbietern unterschiedlich verschlagwortet, während andere Lieder bei Apple Music schlicht nicht erhältlich sind. Im Laufe des Tests gab es große Unterschiede beim Import von Musik über ein Spotify-Konto. Während die Trefferquote bei Rock und Jazz etwa 80 Prozent betrug, waren es bei Klassischer Musik nur 50 Prozent.

Wenn „ Move to Apple Music “ fertig ist, kann man Textdateien der eigenen Wiedergabelisten herunterladen und in iTunes importieren („Ablage > Mediathek > Wiedergabeliste importieren“), damit iTunes die Titel in derselben Struktur wie bei Spotify oder Rdio anlegt. Es ist auch eine Liste mit den nicht gefunden Liedern als Download verfügbar, wenn man versuchen möchte diese selbst hinzuzufügen.

„Move to Apple Music“ während der Übertragung.
Vergrößern „Move to Apple Music“ während der Übertragung.

Die App ist noch nicht perfekt. Die ersten Versionen von „Move to Apple Music“ enthielten Fehler, aber die Entwickler haben hart an deren Behebung gearbeitet und mehrere Updates in den ersten Tagen nach dem Erscheinen der App veröffentlicht. Die Zeit, die der Import in Anspruch nimmt, mag manche abschrecken. Im Test prognostizierte die App beim ersten Start 188 Stunden für den Import. (bei rund 22.000 Titel in Spotify-Wiedergabelisten.) Anstatt so lange am Stück zu warten, kann man allerdings auch nur einen Teil der Wiedergabelisten importieren.

Großer Test: Airplay-Lautsprecher

Es wäre schön, wenn die Trefferquote höher läge, aber gerade bei klassischer Musik ist die Erkennung nicht einfach. Auf der Internetseite Spotify Classical Playlist finden sich zahlreiche von Ulyssestone zusammengestellte Wiedergabelisten mit auf Spotify verfügbarer Klassischer Musik. Die Einschränkungen von „Move to Apple Music“ zind zwar verständlich, gleichzeitig wäre eine höhere Effizienz wünschenswert.

Zusammenfassung

Wenn man eine Musik-Sammlung bei Spotify oder Rdio hat, muss man nicht lange darüber nachdenken 5 Euro für die Übertragung zu Apple Music auszugeben. Es spart einem viel Arbeit, man braucht allerdings Geduld.

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