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Unausgeschlafen nach dem WM-Finale

11.07.2014 | 13:02 Uhr |

Es besteht zwar keine Pflicht zum WM-Patriotismus, aber auch kein Recht auf ungestörten Fußballkonsum. Ein paar rechtliche Tipps.

Noch ein letzter Schritt zum WM-Titel. Der könnte aber ein schwerer werden, Argentinien hat mit einer disziplinierten Defensivleistung sich schon im Halbfinale ins Elfmeterschießen verteidigt. Anstoß ist am Sonntag Abend in Rio um 21 Uhr MESZ, eine mögliche Siegesfeier beginnt nicht vor 23 Uhr und im Falle des Elfmeterschießens gut eine Stunde später. Betrübt oder euphorisiert, am Montag aber auf alle Fälle unausgeschlafen: Wir haben zusammengestellt, was Arbeitnehmer angesichts des WM-Finals beachten müssen, um nicht mit dem Arbeitgeber in Konflikt zu geraten.

Flexible Arbeitszeiten In Zeiten der Digitalisierung und von der Mobilisierung von Computern werden Arbeitszeiten und Orte immer flexibler. Nur sollte man sich nicht darauf verlassen, dass der Chef und die Kollegen das genau so sehen. Hat der Betrieb Kernarbeitszeiten festgelegt, sind diese einzuhalten. Der Arbeitnehmer ist zudem verpflichtet, seinen Aufgaben ausgeruht nachzukommen. Im Zweifelsfall bestimmt der Arbeitgeber, ob man am Montag nach dem Finale später anfängt – weil man vielleicht am Freitag zuvor länger gearbeitet hat. Ein Recht auf einen späteren Arbeitsbeginn hat man aber nicht. Und in jedem Fall gelten die für den Betrieb geschlossenen Betriebsvereinbarungen, also im Zweifelsfall noch einmal beim Betriebsrat nachfragen.

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Fernsehen am Arbeitsplatz Wenn es nicht ausdrücklich zu Ihren Pflichten gehört, am Arbeitsplatz fernzusehen, brauchen Sie unsere Tipps zu Live-Streams, Apps und Zubehör erst gar nicht zu lesen. Mit einem Radio am Arbeitsplatz ist es etwas anderes, das kann der Arbeitgeber nur verbieten, wenn es die betrieblichen Abläufe stören würde. Wer also nach 18 Uhr noch im Betrieb verweilt, kann sich durchaus Live-Reportagen auf Bayern 5 oder anderen Sendern anhören, wenn keiner etwas dagegen hat und das Arbeitsergebnis nicht beeinflusst wird. Und ab und zu in einen Ticker auf dem iPhone linsen, macht noch weniger Probleme.

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Urlaub für die WM Der Arbeitgeber entscheidet, wer wann und wie lange in den Urlaub gehen kann. Ein Recht auf WM-Urlaub besteht nicht. Das gilt auch für einzeln frei genommene Tage. Der Arbeitgeber kann Urlaubsanträge verweigern, wenn sie etwa für die Tage nach dem Achtel-, Viertel-, Halbfinale und Finale eingereicht sind und hat dabei das Bundesurlaubsgesetz an seiner Seite. Darin ist geregelt, dass ein Urlaub der Erholung dienen und zusammenhängend genommen werden soll. Anträge auf halbe Urlaubstage kann der Arbeitgeber erst recht verweigern. Aber vielleicht ist der am Montag genauso euphorisiert oder betrübt wie Sie?

Krank nach WM-Titel Sie haben also vergeblich einen Urlaubsantrag für den 14. Juli eingereicht? Gut, dann sind Sie nach dem WM-Finale halt mal einen Tag krank, Kater-Symptome lassen sich auch schwer von denen einer Sommergrippe unterscheiden. Versuchen Sie das bloß nicht! Der Arbeitgeber wird Sie durchschauen, ein derartiges Verhalten kann zur fristlosen Kündigung führen.

Ein Lob der Selbständigkeit Sie sind Ihr eigener Chef? Nun, dann können Sie Fußball gucken wann und wie es Ihnen passt. Bedenken Sie aber beim Vereinbaren von Kundenterminen, dass Sie selbst ausgeschlafen sind und Ihre Verabredungen auch, lieber nochmal nachhaken, ob es wirklich am Montag um acht Uhr sein muss...

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