1861936

Auf Tourensuche: Mit dem iPhone aufs Mountainbike

11.11.2013 | 16:59 Uhr |

Das iPhone als Begleiter beim Mountainbiken? Wie man richtig damit umgeht und wie das iPhone unterwegs überhaupt sinnvoll hilft.

Wochenende und Sonnenschein: Ab auf das Rad und raus in die Natur! Höhenmeter fressen, durch Matsch wühlen oder über Wurzeln und Felsen pflügen. Oder jetzt im Herbst: Ab in den Süden, dort geht die Saison jetzt erst richtig los. Das iPhone ist dabei; als Navi, Strecken-Tracker oder Notfalltelefon. Warum nicht gleich die ganze Tour mit dem Apple-Handy planen und auch unterwegs auf dem Laufenden bleiben? Wir zeigen, worauf es auf dem Rad im Querfeldein-Modus ankommt. Apples Karten oder Google Maps helfen hier nicht weiter, wir brauchen Spezialisten. Es gibt gleich eine ganze Fülle an Apps für Mountainbiker und Radtouren im App Store: Apps für die Planung, Anwendungen mit Geländekarten oder GPS-Apps für den Sport, die unsere Bewegung festhalten und beispielsweise auch Pulsmesser unterstützen.

Mehr iPhone-Ratgeber für Ihren Alltag

© 2015

Jetzt zu haben: die iPhoneWelt 01/2014 : Unsere Workshops im Heft verraten Ihnen, wie Sie Ihr iPhone mit iOS 7 sicher vor fremden Blicken schützen können. Dazu erklären wir, wie Sie Facetime als kostenlose Telefonalternative nutzen können und welche Wetterapps die Redaktion der iPhoneWelt empfiehlt.

Dazu erklären wir alle Neuheiten rund um die neuen iPads von Apple. Das iPad Air ist jetzt flacher und schneller als jemals zuvor. Die iPhoneWelt zeigt, was beim großen Bruder des iPhone sonst noch alles neu ist. Auch das iPad Mini hat jetzt endlich einen Retina-Bildschirm. Wir stellen das scharfe Mini ausführlich vor.

Die iPhoneWelt 01/2014 ist ab dem 12. November 2013 im Handel und ab sofort i n unserem digitalen Kiosk zu haben.

Die richtige Planung

Im Internet gibt es etliche Webseiten , die Touren und interessante Trails für Zweiräder sammeln – oft mit praktischer Exportfunktion mittels GPS-Daten. Auch über private Webseiten kann man mit Glück und Googles Hilfe neue Strecken in der Umgebung finden. Zusätzlich findet der Radler oft detaillierte Beschreibungen: Wie hoch ist der Anspruch der Tour, wie viele Höhenmeter sind zu bewältigen und was sind die markanten Hindernisse? Dazu brauchen wir das passende Gegenstück: Eine App, die solche Daten importieren kann. Hier fangen die Schwierigkeiten an. Denn die App importiert nur den reinen Streckenverlauf, keine Beschreibung, keine Details. Bei einer Rundtour wissen wir dann am Startpunkt nicht einmal mehr, wie herum die Runde am schönsten zu fahren ist. Dazu fehlen in der Praxis weitere interessante Strecken in der Umgebung für eine spontane Verlängerung der Ausfahrt oder genaue Beschreibungen zum Zugang und zu Übergängen versteckter Trails. Trotz iPhone ist es sinnvoll, sich die Beschreibung der Tour ausgedruckt mitzunehmen.

Zu allem Überfluss ist der Import von Trails in die Outdoor-Apps relativ umständlich. Manche Apps haben eine direkte Anbindung an Outdoor-Webseiten und können Touren suchen, direkt laden und speichern, sind dann aber auf diesen Fundus begrenzt. Andere Apps sammeln auch GPS-Routen über den Umweg Safari ein, indem man dort eine GPS-Datei aus dem Web herunterlädt und über "Öffnen mit" an die App weiterreicht. Das kann dauern, ist umständlich und macht keinen Spaß. Dazu muss man je nach App noch die jeweilige Umgebungskarte herunterladen, damit die­se auch offline vorhanden ist. Solch eine aufwendige Vorbereitung, die nur dazu dient, den Start eines Ausfluges vorzubereiten, lässt die Alternative, zuhause gemütlich auf dem Sofa zu bleiben, minütlich wachsen.

Besser – vor allem in fremder Umgebung: Ein altmodisches Tourenbuch für Mountainbiker kaufen oder zumindest eine Wanderkarte. Da sind interessante Trails verzeichnet, zusammen mit Hinweisen und Warnungen vor eventuellen Gefahren. Hilfreich ist hier auch, dass ein Buch einheitliche Angaben zu den Anforderungen und zum Schwierigkeitsgrad hat. Was jemand als "gemütliche Feierabendrunde" ins Internet gestellt hat, kann für einen anderen eine unschaffbare Tortur sein – oder umgekehrt: Eine "fordernde Tour in toller Landschaft" ist in Wirklichkeit ein langweiliger Feldweg. Gute Beschreibungen sind wichtig, auch um im Vorfeld zu erkennen, ob Ausrüstung und Fähigkeiten zur gewünschten Strecke passen.

Eine GPS-Route auf dem iPhone sollte deshalb nur Ergänzung zur Orientierung sein, nicht jedoch das einzige Infomaterial auf unbekanntem Terrain.

Eine Trainingsrunde, die wir auf einer privaten Webseite fanden, die GPS-Datei haben wir in Maps 3D geladen. Toll, dass dies möglich ist, besonders komfortabel ist das aber nicht.
Vergrößern Eine Trainingsrunde, die wir auf einer privaten Webseite fanden, die GPS-Datei haben wir in Maps 3D geladen. Toll, dass dies möglich ist, besonders komfortabel ist das aber nicht.
© Macwelt

Wohin mit dem iPhone?

Die Unterbringung am Rad ist ein ganz wichtiger Punkt. Anders als ein Outdoor-GPS-Gerät ist das iPhone weder sturz- noch wasserfest. Eine robuste Halterung mitsamt schützender Hülle ist im Gelände deshalb Pflicht. Die Halterung muss fest am Lenker haften und darf auch bei ruppigem Gelände und Sprüngen nicht verrutschen, sollte aber dennoch leicht zu montieren sein und auch schnell wieder vom Rad verschwinden können, wenn sie nicht gebraucht wird. Im Idealfall steckt das iPhone während der Fahrt in einer wasserdichten, schützenden Hülle und in einer sehr robusten Halterung, die das iPhone sicher festhält. Denn im Ernstfall landet das Fahrrad bei einem Sturz mit etwas Pech auf dem Lenker mitsamt iPhone. Ohne Schutz ist das iPhone zersplittert und der Tag versaut. Regen, Schlamm und Pfützen dürfen ebenfalls keine Gefahr sein. Das ist alles zusammen zwar sicher, aber nicht unbedingt komfortabel, denn wetterfeste Halterungen sind wegen der Dichtungen und der dicken Display-Folie nicht besonders komfortabel in der Handhabung.  

Die Radhalterung von Lifeproof mitsamt passender Hülle. Ein gutes Beispiel für wetterfesten Schutz unterwegs, allerdings zum stolzen Preis von zusammen weit über 100 Euro.
Vergrößern Die Radhalterung von Lifeproof mitsamt passender Hülle. Ein gutes Beispiel für wetterfesten Schutz unterwegs, allerdings zum stolzen Preis von zusammen weit über 100 Euro.
© Macwelt

Beim Kauf sollte man darauf achten, eine Halterung zu nehmen, bei der die Klemme für den Lenker mittig auf der Rückseite sitzt und dass das iPhone möglichst nah am Lenker montiert ist. Steht das iPhone weit ab und ist die Klemme eher oben oder unten befestigt, ergibt sich eine Hebelwirkung. Bei Schlägen neigt die Halterung eher zum Verrutschen, gleichzeitig erhöht sich der Einfluss der Trägheit des zusätzlichen Gewichts am Lenker bei schnellen Lenkbewegungen. Ebenfalls wichtig: alle eventuell vorhandenen Gelenke sollten arretierbar sein. Praktische Verstellmöglichkeiten werden zum Fluch, wenn sie das iPhone unterwegs nicht in Porition halten können.

Dazu hat auch eine gute Halterung immer Grenzen: Durch das Gewicht des iPhone verrutscht selbst eine gut festgeklemmte Halterung mit Gummikralle bei harten Stößen schnell. Bei ruppigen Abfahrten und Sprüngen sollte das iPhone besser im Rucksack verstaut sein als am Lenker. Davon abgesehen, dass die volle Konzentration dann ohnehin allein der Strecke gelten sollte.

Fazit: Begrenzter Helfer

Trotz der zahlreichen erhältlichen Apps und Zubehörhelfer ist das iPhone in vielen Fällen unterwegs im Rucksack am bes­ten aufgehoben. Es lenkt ab, es ist zusätzliches, einseitiges Gewicht am Lenker und der Akku hält bei ständigem GPS-Tracking nur wenige Stunden.

Was wofür?

© 2015

Rad-, Wald- und Feldwege:

– Einfache Halterung am Lenker

– Karten-App, Tourentracker-App

Leichtes Gelände:

– Outdoor-App mit Geländekarten, Tourentracker-App,

– Sichere Halterung für das iPhone

Ruppige Trails:

– App mit Geländekarten und Trails,

– iPhone unterwegs im Rucksack lassen

Um gezielt Trainingstouren auf den Stadthügel auszuwerten oder als Fahrradtacho für einen gemütlichen Ausflug eignet sich das iPhone bestens. Wer dagegen im Gelände unterwegs ist, den stört das iPhone nur. Wenn es ernst wird, egal ob knackiges Cross-Country, Enduro oder gar Downhill-Fahrten: das iPhone stört nur und kann hierbei nicht helfen. Für die Planung sind spezialisierte Webseiten und gedruckte Tourenplaner im Vorfeld deutlich hilfreicher und effektiver als Apps. Zum generellen Stöbern in der Umgebung kann eine App als erster Anhaltspunkt bei der Suche nützlich sein. Unterwegs in der Natur sind Schutz des iPhone und sicherer Halt am Lenker echte Probleme abseits von Asphalt und Feldwegen. Von der Akkuaufzeit ganz abgesehen. Sicher im Rucksack verstaut kann das iPhone jedoch eine große Hilfe sein, wenn man zwischendurch nachsehen will, wie hoch man gerade auf dem Berg ist oder welcher der zwei Wege an der Gabelung der Richtige ist.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1861936