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Aufgefrischt mobil - Macbook Pro im Test

05.09.2014 | 11:15 Uhr |

Rechtzeitig vor dem Beginn des neuen Schuljahres frischt Apple seine mobilen Macs auf. Diesmal sind die Macbook-Pro-Modelle mit Retina Display dran. Vier neue Varianten stellen sich dem Macwelt Testcenter.

Die Änderungen, die Apple den neuen Macbooks spendiert, sind nicht weiter spektakulär. Im Wesentlichen gibt es etwas schnellere Prozessoren und bei einigen Modellen mehr Arbeitsspeicher.

Ausstattung

Nach wie vor unterscheidet Apple die Retina-Modelle in 13- und 15-Zoll-Versionen. Die Prozessoren hat der Hersteller aus Cupertino in allen Retina-Modellen auf eine etwas höhere Stufe gestellt. Durchweg 200 Megahertz mehr Taktfrequenz sollen für flüssigeres Arbeiten sorgen. Da die Chips aber eh schon weit jenseits der 2-Gigahertz-Grenze laufen, machen 200 Megahertz keinen allzu großen Unterschied mehr aus.

Besser trifft es da jeweils die Einstiegsmodelle der 13- und 15-Zöller. Hier verdoppelt Apple zusätzlich den Arbeitsspeicher. Die 13-Zöller kommen nun ab Werk mit acht Gigabyte Speicher, die 15-Zöller sind mit 16 Gigabyte ausgerüstet. Modelle mit lediglich vier Gigabyte RAM gibt es nicht mehr im Programm und das ist auch sinnvoll, denn wie bei allen Macbook-Modellen kann man den Arbeitsspeicher nicht nachträglich aufrüsten. Die RAM-Chips sind fest auf der Hautplatine aufgelötet. Wer mehr Speicher braucht als die Standardversionen anbieten, muss sich also vor dem Kauf entscheiden und eine BTO (built to order) Version mit mehr Speicher im Online-Store bestellen. 200 Euro Aufpreis kosten 16 Gigabyte Speicher bei den 13-Zöllern. 16 GB ist gleichzeitig auch die maximale Ausbaustufe für alle Macbook-Pro-Modelle.

Ähnlich verfährt Apple mit den internen Massenspeichern, die nach wie vor aus extrem schnellen, per PCI-Express angebundenen SSD-Modulen bestehen. Auch hier gibt es (zumindest offiziell) keine Möglichkeit, den Speicherplatz nachträglich aufzurüsten. Apple liefert 128, 256 oder 512 GB Speicher ab Werk aus. Wer 500 oder 800 Euro (je nachdem, ob man von 512 oder 256 GB aus aufrüstet) zusätzlich locker macht, bekommt auch 1 TB geliefert.

Hier ist die Situation allerdings ein wenig anders als beim RAM-Speicher, denn der SSD-Speicher ist nicht fest auf der Hauptplatine verlötet, sondern auf einem separaten Modul untergebracht, das man durchaus tauschen kann. Doch dazu später mehr.

Kaufempfehlung & Fazit

© 2015

Die neuen Macbook-Pro-Modelle folgen dem gewohnt hohen Apple-Standard. Etwas mehr CPU-Geschwindigkeit und mehr RAM-Speicher im Vergleich zu den Vormodellen erfreuen den Anwender. Zudem hat Apple die Preise teilweise gesenkt, auch wenn sie immer noch sehr hoch erscheinen. Verbesserungspotenzial gibt es bei der Grafikleistung, die nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist.

Christian Möller

Pro: Sehr gute CPU-Leistung, exzellente Verarbeitung, Top-Display
Contra: Alle Modelle werden unter CPU-Last schnell laut, Grafikleistung des Top-Modells nicht mehr zeitgemäß

CPU-Geschwindigkeit

Bei unseren Tests in der Praxis und im Labor stellen wir keine Überraschungen fest. Der Geschwindigkeitszuwachs beschränkt sich im Wesentlichen auf die 200 Megahertz mehr Taktfrequenz. Die 15-Zöller liefern bei rechenintensiven Anwendungen, die in der Lage sind, mehrere CPU-Kerne gleichzeitig zu benutzen, insgesamt deutlich bessere Ergebnisse. Kein Wunder, denn sie arbeiten ab Werk mit Vierkern-Prozessoren, während die 13-Zöller mit zwei Kernen auskommen müssen. Wer oft 3D-Rendering-Anwendungen benutzt, sollte daher gleich zu einem der 15-Zöller greifen, das lohnt sich.

Grafik

An den Grafikfähigkeiten der Macbooks hat Apple nichts verändert. Nach wie vor müssen die 13-Zöller mit der internen Intel-Grafikeinheit namens „Iris“ auskommen. Die Grafikleistung ist allerdings durchaus sehenswert. Die meisten 3D-Anwendungen und Spiele laufen flüssig, zumindest dann, wenn man die Auflösung oder die Qualitätseinstellungen ein bisschen herunterschraubt.

Etwas besser liegt das 15-Zoll-Einstiegsmodell. Hier bekommt man die stärkere Grafikeinheit „Iris Pro“, die bereits anspruchsvolleren 3D-Spielen gerecht wird. Im Test liefert sie im 3D-Spiel „Batman Arkham City“ unter 1280 x 800 Pixel bei vollen Qualitätseinstellungen beachtliche 63 Bilder pro Sekunde. Selbst das Top-Modell mit diskretem Grafikchip NVIDIA GT750M ist hier nicht schneller. Erst bei höheren Auflösungen setzt sich der NVIDIA-Chip ab.

1) WLAN /Bluetooth-Modul, 2) Lüfter, 3) CPU-Kühler, 4) RAM-Speicher, 5) SSD-Speichermodul, 6) Batterien
Vergrößern 1) WLAN /Bluetooth-Modul, 2) Lüfter, 3) CPU-Kühler, 4) RAM-Speicher, 5) SSD-Speichermodul, 6) Batterien

Leider hat Apple die Auffrischung der Macbooks nicht dazu genutzt, um im Top-Modell zusätzlich einen schnelleren Grafikchip einzubauen. Es bleibt beim NVIDIA GT750M, obwohl NVIDIA und auch der Konkurrent AMD bereits deutlich verbesserte mobile Grafikeinheiten anbieten. Apple bleibt damit seinem traditionellem Verhalten treu, erst dann deutlich verbesserte Komponenten in eine Mac-Baureihe einzubauen, wenn es gleichzeitig größere Änderungen im Design oder in der Basistechnologie (zum Beispiel einen neuen Chipsatz) gibt.

Akkulaufzeit

Apple gibt als Batterielaufzeit neun Stunden bei den 13-Zöllern und acht Stunden bei den 15-Zöllern an. Das sind tolle Werte, doch solche Messungen sind in der Praxis schwer nachzuvollziehen, weil selbst kleine Änderungen in der Testkonfiguration (beispielsweise die eingestellte Bildschirmhelligkeit) riesige Auswirkungen haben könnten. Wir testen daher zwei unterschiedliche Szenarien. Im Worst-Case-Fall lassen wir ein MP4-Video bei voller Bildschirmhelligkeit in einer Endlosschleife laufen – WLAN und Bluetooth sind abgeschaltet. Das entspricht zum Beispiel einem typischen Fall von Unterhaltungsanwendung bei einem Tagesflug im Flugzeug, wenn man viel Bildschirmhelligkeit braucht. Erwartungsgemäß liegen die Laufzeiten hier deutlich unter denen von Apple angegebenen. Die 13-Zöller erreichen in diesem Test immerhin um die sechs Stunden. Das reicht immerhin schon fast für einen Flug von London nach New York. Bei den 15-Zoll-Modellen muss man mit etwa einer Stunde weniger auskommen.

Deutlich besser sieht das im Alltagsszenario aus. Hier laden wir verschiedene Webseiten in Safari bei halber Bildschirmhelligkeit. WLAN und Bluetooth sind eingeschaltet. So laufen die 15-Zoll-Modell bereits über elf Stunden, während die 13-Zöller mit fast 14 Stunden schon locker einen ganzen Arbeitstag samt Abendprogramm durchhalten. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen sind die Laufzeiten etwas zurückgegangen, was offensichtlich der geringfügig höheren Taktfrequenz und dem damit einhergehenden höheren Stromverbrauch geschuldet ist. Dramatisch sind die Abschläge nicht.

Geräuschentwicklung

Kommen wir zum einzigen wirklichen Kritikpunkt an den Macbook-Pro-Modellen. Im Normalfall, also ohne große CPU- oder Grafiklast, bleiben sie quasi unhörbar leise, doch sobald eine Anwendung die CPU stärker belastet, fahren die internen Lüfter hoch. Das kann auch schon mal eine Webseite in Safari sein, die Flash-Inhalte darstellt. In unserem Standardtest passiert das schon nach wenigen Minuten. Das Rauschen der Lüfter bewegt sich zwar in einem erträglichen Frequenzbereich, aber empfindliche Naturen fühlen sich schnell davon genervt. Dieses Verhalten betrifft alle Modelle. Wir messen Werte zwischen 2,1 und 3 Sone. Das entspricht in etwa einer normalen Unterhaltung aus einem Meter Entfernung. Hieran erkennt man, dass Apple beim technischen Design der Macbooks mehr Wert auf kompakte Abmessungen und geringes Gewicht legt. Für ein leistungsfähigeres Kühlsystem (sprich: größere und dadurch langsamer laufende Lüfter) bleibt einfach kein Platz.

Notizen aus dem Testcenter

Diesmal schrauben wir einen Macbook Pro auf und schauen uns die internen Komponenten einmal ein wenig genauer an. Das Augenmerk legen wir auf das SSD-Modul, das Apple in den 13- und 15-Zoll-Modellen einsetzt. Anders als der RAM-Speicher ist der SSD-Speicher auf einem Steckmodul untergebraucht, dass man selbst austauschen kann. Es ist nur durch eine Schraube (Torx T4) gesichert.

Die SSD-Module, die Apple in die Macbooks einbaut, stammen vom Erzrivalen Samsung. Sie lassen sich technisch austauschen.
Vergrößern Die SSD-Module, die Apple in die Macbooks einbaut, stammen vom Erzrivalen Samsung. Sie lassen sich technisch austauschen.

Explizit erlaubt ist das von Apple jedoch nur beim Mac Pro (ab Baujahr 2013). Hier soll der Anwender die Module schnell tauschen können, um Problemen mit externen Hardware-Komponenten schneller auf die Spur zu kommen. Doch die Module in den Macbook-Pro-Modellen folgen demselben technischen Standard. Der Steckplatz ist identisch. Im Test gelingt es uns daher problemlos, ein SSD-Modul aus dem Macbook Pro in einen Mac Pro zu stecken und dort zu betreiben. Umgekehrt wird es etwas schwieriger, da die Module im Mac Pro zusätzlich von einem Metallschutz umhüllt sind, der das Modul vor mechanischen Belastungen schützen soll und vermutlich auch einen Teil zur Kühlung beiträgt.

Der SSD-Steckplatz folgt allerdings keinem gängigen Standard (wie zum Beispiel M.2). Will man ein anderes SSD-Modul einsetzen, muss man es bei Apple kaufen. Einzeln bekommt man diese Module aber lediglich sehr teuer als Ersatzteile. Dennoch: Der Beweis ist damit erbracht, dass man den internen SSD-Speicher grundsätzlich tauschen und aufrüsten kann.

Macbook Pro Ausstattung & Bewertung

Modell

Macbook Pro 15 Zoll 2,5 GHz Retina

Macbook Pro 15 Zoll 2,2 GHz Retina

Macbook Pro 13 Zoll 2,8 GHz Retina

Macbook Pro 13 Zoll 2,6 GHz Retina

Preis

€ 2500, CHF 2700

€ 2000, CHF 2150

€ 1800, CHF 1950

€ 1300, CHF 1400

Einzelwertungen

Leistung (40 %)

1,6

1,8

2,5

2,6

Ausstattung (10 %)

1,8

2,0

2,5

2,9

Handhabung (25 %)

1,8

1,8

1,6

1,6

Ergonomie (25 %)

1,7

1,7

1,5

1,5

Testurteil

Pro: Sehr hohe CPU und Grafikleistung, exzellentes Display, hohe Bildschirmauflösung, sehr lange Akkulaufzeiten

Pro: Gute Rechenleistung, exzellentes Display, hohe Bildschirmauflösung, sehr lange Akkulaufzeiten

Pro: Exzellentes Display, hohe Bildschirmauflösung, sehr lange Akkulaufzeiten, kompakte Abmessungen, geringes Gewicht

Pro: Exzellentes Display, hohe Bildschirmauflösung, sehr lange Akkulaufzeiten, kompakte Abmessungen, geringes Gewicht

Contra: Wird unter Last schnell sehr laut, sehr hoher Preis

Contra: Wird unter Last schnell sehr laut, hoher Preis

Contra: Wird unter Last schnell sehr laut, hoher Preis

Contra: Wird unter Last schnell sehr laut

Technische Angaben

Display

15,4 Zoll LED-Backlight IPS

15,4 Zoll LED-Backlight IPS

13,3 Zoll LED-Backlight IPS

13,3 Zoll LED-Backlight IPS

Auflösung

2880 x 1800 Pixel

2880 x 1800 Pixel

2560 x 1600 Pixel

2560 x 1600 Pixel

Prozessor

2,5 GHz Quad Core i7 (optional 2,8 GHz Quad Core i7)

2,2 GHz Quad Core i7 (opt. 2,5/2,8 GHz Quad Core i7)

2,8 GHz Dual Core i5 (optional 3,0 GHz Dual Core i7)

2,6 GHz Dual Core i5 (optional 2,8/2,5 GHz Core i5/i7)

CPU-Takt

4 x 2,5 GHz (Turbo-Boost bis 3,7 GHz)

4 x 2,2 GHz (Turbo-Boost bis 3,4 GHz)

2 x 2,8 Ghz (Turbo-Boost bis 3,3 GHz)

2 x 2,6 Ghz (Turbo-Boost bis 3,1 GHz)

Leve-3-Cache

6 MB shared Level 3

6 MB shared Level 3

3 MB shared Level 3

3 MB shared Level 3

Systembus

1600 MHz

1600 MHz

1600 MHz

1600 MHz

Arbeitsspeicher

16 GB DDR3L

16 GB DDR3L

8 GB DDR3L (optional 16 GB)

8 GB DDR3L (optional 16 GB)

Grafikchip

Intel Iris Pro Graphics 5200/ Nvidia Geforce GT750M

Intel Iris Pro Graphics 5200

Intel Iris Graphics 5100

Intel Iris Graphics 5100

Interner Speicher

512 GB Flash-Speicher/ PCIe (optional 1 TB Flash- Speicher)

256 GB Flash-Speicher/PCIe (optional 512 GB oder 1 TB Flash-Speicher)

512 GB Flash Speicher/ PCIe (optional 1 TB Flash- Speicher)

128 GB Flash-Speicher/PCIe

Drahtlos

Wi-Fi 802.11ac, Bluetooth 4.0

Wi-Fi 802.11ac, Bluetooth 4.0

Wi-Fi 802.11ac, Bluetooth 4.0

Wi-Fi 802.11ac, Bluetooth 4.0

Externe Anschlüsse

2 x Thunderbolt 2, 2 x USB 3.0, 1 x HDMI, SDXC-Kartensteckplatz, Kopfhörer-Port

2 x Thunderbolt 2, 2 x USB 3.0, 1 x HDMI, SDXC-Kartensteckplatz, Kopfhörer-Port

2 x Thunderbolt 2, 2 x USB 3.0, 1 x HDMI, SDXC-Kartensteckplatz, Kopfhörer-Port

2 x Thunderbolt 2, 2 x USB 3.0, 1 x HDMI, SDXC-Kartensteckplatz, Kopfhörer-Port

Integrierter Lithium-Polymer- Akku

95 Wh, bis zu 8 Stunden Laufzeit

95 Wh, bis zu 8 Stunden Laufzeit

71,8 Wh, bis zu 9 Stunden Laufzeit

71,8 Wh, bis zu 9 Stunden Laufzeit

Größe (B x H x T) in cm

35,89 x 1,8 x 24,71

35,89 x 1,8 x 24,71

31,4 x 1,8 x 21,9

31,4 x 1,8 x 21,9

Gewicht

2,02 kg

2,02 kg

1,57 kg

1,57 kg

Sonstiges

Stereolautsprecher, 2 Mikrofone, 720p Facetime HD Kamera, beleuchtete Tastatur

Stereolautsprecher, 2 Mikrofone, 720p Facetime HD Kamera, beleuchtete Tastatur

Stereolautsprecher, 2 Mikrofone, 720p Facetime HD Kamera, beleuchtete Tastatur

Stereolautsprecher, 2 Mikrofone, 720p Facetime HD Kamera, beleuchtete Tastatur

Gesamtnote

1.7

1.8

2.0

2.1

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