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Ausprobiert: Fotostream für DSLR

09.07.2013 | 12:44 Uhr |

Anders als vom iPhone kommen Bilder von DSLRs nicht direkt in den Fotostream. Mit einer WLAN-Speicherkarte kommt man aber rasch zu einem Backup in seinem Cloud-Speicher.

Auf Reisen stellt sich die Frage, ob man auf mehr Wert auf den Komfort beim Backup oder auf die Bildqualität legt. Mit dem iPhone sind Fotos sind schnell gemacht, sie landen automatisch im Fotostream . Selbst wenn das Smartphone baden oder verloren geht, sind die Bilder auf dem heimischen Mac via iPhoto immer noch verfügbar. Zu einer Spiegelreflexkamera oder einer gut ausgestatteten Kompaktkamera greifen im Urlaub diejenigen, die hochauflösende Fotos wollen oder bei schwierigen Lichtbedingungen etwa in der Nacht fotografieren. Hier fehlt allerdings das komfortable Backup unterwegs, erst nach dem Anschluss zum Rechner sind die Fotos gesichert.

Fotos auf das iPad kopieren

Das von Apple für 29 Euro im Apple Store angebotene iPad Camera Connection Kit besteht aus zwei Adaptern für den Dock-Anschluss des iPad. Der eine nimmt eine SD-Karte auf, der andere stellt einen USB-Port bereit, über den sich Bilder von der Kamera auf das iPad überspielen lassen. Nachteil: Das Kit funktioniert nicht am iPhone und für den Lightning-Anschluss von iPad 4 und iPad Mini ist entweder ein zusätzlicher Adapter notwendig oder für jeweils 29 Euro das Lightning-SD-Kartenlesegerät und der Lightning auf USB Adapter .

WLAN-fähige Speicherkarte

Will man die Vorteile der beiden Geräte – hochqualitative Fotos und sicheres Backup unterwegs – vereinen, muss man nachrüsten. Die naheliegende Lösung ist hier eine WLAN-fähige Speicherkarte für die Kamera. Das Funktionsprinzip dabei ist einfach: eingelegt in die Spiegelreflex, nutzt die Karte die Akkuleistung für eine lokale WLAN-Verbindung. Das iPhone verbindet sich drahtlos mit der Karte und kann so auf die Fotos zugreifen. Kommt der Nutzer am Abend in Hotel an und verbindet sich mit Internet, synchronisiert das iPhone automatisch die gemachten Fotos mit dem Fotostream-Ordner, das heißt, sie sind auf allen anderen iCloud-fähigen Geräten verfügbar.

Kompatible Kameras

Das Konzept einer WLAN-fähigen Speicherkarte ist äußerst attraktiv: Mit einer geringen Zusatzinvestition wird die Kamera netzwerkfähig. Doch nicht jede DSLR unterstützt die WLAN-Speicherkarten, die Hersteller wie Sandisk, Toshiba oder Transcend weisen unterschiedlich lange Listen der kompatiblen Kameras auf. Im Zweifelsfall muss man sich vor dem Kauf auf der Webseite des Herstellers informieren oder die eigene Kamera zum Ausprobieren ins Fotogeschäft bringen.

Vorsicht vor dem Fehlkauf

Die Hersteller-Behauptungen, dass im Prinzip jede SD-fähige Kamera auch mit den WLAN-Karten funktioniert, erwiesen sich als falsch. Die Flashair scheiterte beispielsweise an der Nikon D60 und der Nikon D80, eine WLAN-Verbindung ließ sich nicht herstellen. Mit der Canon EOS 600D hat der Fototausch dagegen problemlos funktioniert.

Toshiba Flashair

Sandisc Eye-Fi

Transcend Wi-Fi

Stand 3. April 2013

Stand 10.07.2013

Stand 30.04.2013

Kompatibel mit Flashair

Kompatibel mit Eye-Fi

Kompatibel mit Transcend Wi-Fi

8 GB, 35 €  

8 GB, 38 €

16 GB, 44 €

Canon

EOS 5D Mark III

nicht bekannt

ja

ja

Canon

EOS 60D

nicht bekannt

ja

ja

Canon

EOS 6D

nicht bekannt

ja

ja

Canon

EOS Kiss X3

nicht bekannt

ja

nicht bekannt

Canon

EOS M

nicht bekannt

ja

ja

Canon

EOS 600D

ja

ja

ja

Canon

EOS 1100D

ja

ja

nicht bekannt

Canon

EOS 550D

ja

ja

ja

Canon

EOS DIGITAL REBEL T2i

ja

ja

ja

Canon

EOS-1D MarkIV

ja

ja

ja

Nikon

D3000

nicht bekannt

ja

nicht bekannt

Nikon

D300s

nicht bekannt

ja

ja

Nikon

D3100

nicht bekannt

ja

ja

Nikon

D3200

nicht bekannt

ja

ja

Nikon

D40

nicht bekannt

ja

nicht bekannt

Nikon

D40x

nicht bekannt

ja

nicht bekannt

Nikon

D5000

nicht bekannt

ja

nicht bekannt

Nikon

D5100

nicht bekannt

ja

ja

Nikon

D5200

nicht bekannt

ja

ja

Nikon

D60

nicht bekannt

ja

nicht bekannt

Nikon

D600

nicht bekannt

ja

ja

Nikon

D7000

nicht bekannt

ja

ja

Nikon

D7100

nicht bekannt

ja

nicht bekannt

Nikon

D80

nicht bekannt

ja

nicht bekannt

Nikon

D800

nicht bekannt

ja

ja

Nikon

D90

nicht bekannt

ja

ja

Einrichtung des Workflows

So weit die Theorie, in der Praxis haben wir für Fotostream mit DSLR und iPhone eine Toshiba Flashair mit 8 GB genutzt. Eingesetzt in eine kompatible Kamera ist die Karte sofort betriebsfähig. Auf dem iPhone richtet man die Verbindung zuerst in den Einstellungen ein. In der Liste mit verfügbaren WLANs erscheint nach einer kurzen Zeit der neue Eintrag „flashair_xxx“. Tipp man darauf, verlangt das Netz nach einem Passwort – das Standardpasswort der Karte sollte man auch gleich ändern. Die Verbindung zwischen der Flashair-Speicherkarte und dem iPhone ist mit WPA2 verschlüsselt, so können Dritte auf die Fotos nicht so leicht zugreifen.

Die Einrichtung der Karte funktioniert einfach: In Mobile Safari die IP-Adresse eingeben und das Standard-Passwort eintippen.
Vergrößern Die Einrichtung der Karte funktioniert einfach: In Mobile Safari die IP-Adresse eingeben und das Standard-Passwort eintippen.

Über App oder Safari sichern

Nach der Passwort-Eingabe hat der Nutzer mit dem iPhone mehrere Möglichkeiten zum Speichern der Fotos. Entweder kann er direkt auf die Fotos über eine Safari-Seite zugreifen und laden, oder die iOS-App Flashair von Toshiba dafür nutzen. Die beiden Wege unterscheiden sich in ihrer Funktionalität: In der App kann man alle verfügbaren Fotos auswählen und so auf einen Schlag auf dem iPhone speichern. Mobile Safari bietet dies nicht, man muss die Fotos einzeln auswählen und sichern. Eine entscheidende Funktion für ein komfortables Backup unterwegs fehlt jedoch: Selbst wenn die beiden Geräte, das iPhone und die Kamera, ständig verbunden sind, kann die Flashair die neuen Bilder nicht automatisch synchronisieren. Der Nutzer muss aktiv die Bilder markieren und speichern.

Die Bilder lassen sich mit der Flashair-Karte auf zwei Wegen herunterladen: Über eine Safari-Seite (links) oder über die iOS-App von Toshiba (rechts).
Vergrößern Die Bilder lassen sich mit der Flashair-Karte auf zwei Wegen herunterladen: Über eine Safari-Seite (links) oder über die iOS-App von Toshiba (rechts).

Dazu fallen im Praxis-Einsatz noch einige Besonderheiten der Toshiba-Karte auf: Für eine Übertragung mehrerer Bilder muss man in den Menüeinstellungen der Kamera den automatischen Standby-Modus abschalten. Versetzt sich die Kamera in den Ruhezustand, wird auch die WLAN-Übertragung unterbrochen. Flashair von Toshiba unterstützt den aktuellen WLAN-Standard 802.11n, Übertragungsgeschwindigkeit von 600 Megabits pro Sekunde darf man jedoch nicht erwarten – Die WLAN-Karte gehört zu der Klasse 6 der SD-Karten, kann also bis zu 6 Megabyte pro Sekunde (zirka 50 Mbits/s) übertragen.

Einschränkungen des Fotostreams

Es gelten Einschränkungen: Zum Einen werden über iCloud nur 1.000 Fotos abgeglichen. Vor dem Urlaub sollte man den entsprechenden Ordner auf dem iPhone ausmisten, damit die neuen Bilder Platz haben. Zum Anderen hält Fotostream Bilder nur aus den letzten dreißig Tagen bereit, danach sind die Fotos gelöscht. So bleibt dem Nutzer genügend Zeit, die Fotos vom iPhone mit einer Haupt-Mediathek abzugleichen. Die beiden Beschränkungen wirken jedoch nur zusammen: Sind in dem „Mein Fotostream“-Ordner weniger als tausend Bilder vorhanden, bleiben sie auch länger als ein Monat über den iCloud-Sync verfügbar. Die Synchronisierung der Bilder hat auch einen Haken: Sie funktioniert nur über WLAN. Über eine mobile Datenverbindung werden die Fotostream-Fotos nicht abgeglichen.

Fazit

Eine WLAN-fähige Speicherkarte ist ein Zubehör aus der Ecke für Profi-Fotografen, der durchaus seine Daseinsberechtigung in den Alltagssituationen wie etwa auf Reisen oder im Urlaub hat. Der Sync über die aufgebaute WLAN-Verbindung ist selbst auf den kürzeren Wanderpausen schnell erledigt, eingeloggt im Hotel-WLAN mit herkömmlichen Internet-Verbindung landen die geschossenen Fotos auf den Apple Servern. Auch wenn der automatische Abgleich à la iCloud nicht funktioniert, hat man in der Kombination iPhone und DSLR mit WLAN ein Backup, selbst wenn der Mac zu Hause bleibt.

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