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Backups mit Time Machine in OS X Mavericks

16.10.2014 | 10:30 Uhr |

Datenverluste sind ärgerlich und oft auch teuer. Wir zeigen, wie man die Backup-Funktion von OS X richtig nutzt und welche Maß­nahmen zur Sicherheit der eigenen Daten man noch ergreifen sollte.

OS X Mavericks bringt mit Time Machine eine sehr einfach zu nutzende Backupfunktion mit, die das Rückgrat der Datensicherung bildet. Vom Anschließen einer externen Festplatte bis zum Start des ersten Backups darauf dauert es nur Minuten. Time Machine sichert stündlich alle geänderten Dateien. Dabei behält es zunächst die Sicherungen der letzten 24 Stunden. Danach fasst es die Backups für einen Monat zu täglichen Ständen zusammen und danach zu wöchentlichen. So spart Time Machine Platz auf dem Backup-Volume. Geht der Platz trotzdem zur Neige, werden die ältesten Backups gelöscht.

Wer nicht die komplette Festplatte sichern will, kann bestimmte Ordner und Volumes ausnehmen. Zudem kann Time Machine mehrere Backup-Volumes abwechselnd nutzen, um die Ausfallwahrscheinlichkeit zu senken. Durch das nachträgliche Verdichten der Backups und das Löschen der ältesten Sicherungen eignet sich das Time-Machine-Volume jedoch kaum als dauerhaftes Archiv.

Hier kann man mit zusätzlichen manuell gestarteten Backups auf anderen Volumes für Abhilfe sorgen. In unserem Workshop zeigen wir nun Schritt für Schritt, wie Sie Time Machine unter OS X Mavericks richtig benutzen.

Macwelt-Schwierigkeitsgrad

Die Konfiguration von Apples integriertem Backup-Tool Time Machine für Ihren Mavericks-Mac braucht etwa 2-3 Stunden Zeit und ist auch für Einsteiger gut zu meistern.

1. Backup aktivieren: Time Machine starten und Backup-Volume wählen

Haben Sie Time Machine noch nicht konfiguriert und schließen eine externe Festplatte an, fragt OS X nach dem Mounten des Volumes automatisch, ob Sie es für Time Machine nutzen wollen. Bestätigen Sie das, beginnt in zwei Mintuen das erste Backup darauf. Sie können Time Machine aber auch selbst starten, indem Sie die gleichnamige Systemeinstellung öffnen.

Time Machine starten
Vergrößern Time Machine starten

Hier betätigen Sie den großen Schalter auf der linken Seite des Fensters oder klicken rechts auf „Backup-Volume auswählen“. Mit dem Schalter können Sie Time Machine später vorübergehend ausschalten und wieder einschalten, ohne die aktiven Einstellungen zu ändern.

Haben Sie Time Machine eingeschaltet, erscheint eine Liste der verfügbaren Volumes. Falls vorhanden, können Sie hier auch eine Time Capsule, Apples Router mit eingebauter Festplatte, auswählen. Wir wählen eine USB-Festplatte und aktivieren dazu noch unterhalb der Liste „Backups verschlüsseln“, um die Daten auf dem Volume zu sichern.

Ab OS X Mavericks lassen sich mehrere Backup-Festplatte auswählen.
Vergrößern Ab OS X Mavericks lassen sich mehrere Backup-Festplatte auswählen.

Die Verschlüsselung des Backups ist unabhängig von der entsprechenden Einstellung des Startvolumes und muss hier separat aktiviert werden, falls gewünscht. Sonst landen auch die Daten eines Filevault-verschlüsselten Volumes später ungesichert im Backup.

Apples Zeitmaschine

Dort markiert man die gewünschten Objekte und holt sie in die Gegenwart zurück. Startet der Mac allerdings nicht mehr vom ursprünglichen Startvolume, kann man Time Machine nicht wie gewohnt aufrufen.

Für diesen Fall startet man den Mac von der Notfallpartition und ruft Time Machine dann von dort auf. Fällt die interne Platte komplett aus oder haben Sie sie gegen ein neues Laufwerk getauscht, benötigen Sie ein anderes Startvolume, um die Wiederherstellung aus dem Backup starten zu können. Hier kann ein bootfähiger USB-Stick helfen.

Als Alternative zeigen wir Ihnen gleich noch, wie Sie eine startfähige Kopie Ihres Systems auf einer externen Festplatte erzeugen können.

2. Einstellungen anpassen: Ausnahmen definieren und alternierende Sicherungen konfigurieren

Nach Wunsch kann man bestimmte Ordner vom Backup herausnehmen.
Vergrößern Nach Wunsch kann man bestimmte Ordner vom Backup herausnehmen.

Im Prinzip ist Time Machine mit der Auswahl des Volumes bereits einsatzfähig, doch oft ist es weder nötig noch erwünscht den kompletten Datenbestand zu sichern. Um dem gerecht zu werden, kann man Ausnahmen definieren. Hierfür klicken Sie unten in den Time-Machine-Einstellungen auf „Optionen“.

Daraufhin erscheint eine Liste der Objekte, die nicht gesichert werden. Sie können nun einfach Dateien, Ordner oder ganze Volumes vom Finder in die Lis­te ziehen, um sie vom Backup auszunehmen. Außerdem können Sie über die Plus-/Minustasten unter der Liste deren Inhalt bearbeiten. Mit „Sichern“ übernehmen Sie die aktuelle Auswahl.

Eine praktische, mit Mavericks eingeführte Option ist die abwechselnde Sicherung auf zwei Volumes, die vor dem Ausfall einer Time-Machine-Platte schützt oder die Sicherung eines Macbooks an zwei Arbeitsplätzen erlaubt.

Sind mehrere Volumes für das Backup bestimmt, sichert Time Machine die Daten abwechseld auf beide Laufwerke.
Vergrößern Sind mehrere Volumes für das Backup bestimmt, sichert Time Machine die Daten abwechseld auf beide Laufwerke.

Hierzu klicken Sie in den Einstellungen von Time Machine erneut auf „Volume auswählen“, markieren das zweite Laufwerk und wählen „Volume verwenden“. Time Machine fragt dann, ob Sie das früher ausgewählte Volume durch das neue ersetzen wollen. Antworten Sie hier „Beide verwenden“, führt Time Machine die Sicherungen zukünftig abwechselnd auf beiden Volumes durch.

Archive mit Time Machine erstellen

Dafür wählen Sie das neue Volume über die Time-Machine-Einstellungen aus, klicken dann aber nicht auf „Beide verwenden“, sondern auf „Volume ersetzen“.

Dann starten Sie ein Backup und wechseln anschließend wieder zum normalen Backup-Volume zurück. Time Machine erkennt das alte Volume und macht damit wie gewohnt weiter. Das zusätzliche Backup können Sie archivieren.

Andere Backups durchsuchen

Time Machine erlaubt den Zugriff auf beliebige Backups. Das kann ein früher am gleichen Mac benutztes Volume sein, aber auch das Backup eines anderen Rechners. Hierfür wählen Sie im Menü des Docksymbols „Andere Time Machine-Volumes durchsuchen“.

Nun sucht OS X auf allen angeschlossenen Platten nach Time-Machine-Backups und zeigt sie in einem Fens­ter an. Wählen Sie eines aus, um es zum Wiederherstellen zu öffnen und Dateien daraus zu kopieren. Es wird dabei nicht für eigene Backups aktiviert.

3. Manuelle Kontrolle der Sicherungen

Mit dem Menü-Befehl startet man das neue Backup sofort.
Vergrößern Mit dem Menü-Befehl startet man das neue Backup sofort.

Für die Kontrolle des Backups im Alltag empfiehlt sich die Nutzung des Statusmenüs. Dafür muss in den Einstellungen „Time Machine in der Menüleiste zeigen“ ausgewählt sein. Über das Statusmenü sehen Sie, wann das letzte Backup erfolgt ist. Hier erscheint auch eine Fehlermeldung, falls die Sicherung nicht durchgeführt werden konnte.

Außerdem können Sie über das Menü sofort ein Backup starten, um zum Beispiel den Stand vor einer Softwareinstallation zu sichern, beziehungsweise abbrechen, falls es gerade läuft. Die Backup-Einstellungen lassen sich ebenfalls über das sehr nützliche Menü aufrufen. Öffnen Sie später die Time-Machine-Einstellungen, zeigt das Fenster einige Statusinformationen zur Backup-Funktion.

Der bekannte blaue Balken zeigt den Fortschritt und die verbleibende Zeit.
Vergrößern Der bekannte blaue Balken zeigt den Fortschritt und die verbleibende Zeit.

Dazu gehört neben dem aktiven Laufwerk auch, wie viel Platz darauf noch verfügbar ist. Außerdem sehen Sie darunter, wann das ers­te Backup und das letzte Backup darauf erfolgt sind, sowie den Zeitpunkt der nächsten Sicherung. Läuft gerade ein Backup, dann zeigt das Fenster einen Fortschrittsbalken und dazu den Umfang der aktuell zu sichernden Daten.

4. Daten wiederherstellen

Zur Wiederherstellung von Objekten aus einem Backup öffnet man das Programm Time Machine, das standardmäßig im Dock zu finden ist. Alternativ können Sie es auch über das Statusmenü aufrufen oder im Ordner Programme starten. Haben Sie die App gestartet, sehen Sie am rechten Bildschirmrand die Zeitleiste, über die Sie zu einem beliebigen Backup zurückspringen können.

In der Timeline lassen sich unterschiedliche Version eines Backups wählen.
Vergrößern In der Timeline lassen sich unterschiedliche Version eines Backups wählen.

Das aktuelle Fenster ändert dabei entsprechend seinen Inhalt. Sie können auch oben auf die Titelleiste eines Fens­ters klicken, um direkt zu zuvor gesicherten Zeitpunkten zurückzuspringen, oder Sie blättern die Backups einfach über die eingeblendeten Pfeiltasten einzeln durch. Ist das gerade angezeigte Verzeichnis in einem vorhergehenden Backup nicht vorhanden, wird die Titelleiste des Fensters übrigens schwarz dargestellt.

Um die richtige Datei zu finden, können Sie in Time Machine nicht nur die Fenstergröße und -ansichten ändern, sondern auch wie im Finder mit der Leertaste die Vorschaufunktion oder mit Befehls­tas­te-I schnell das Informationsfenster aufrufen.

So lässt sich praktisch jede gelöschte Datei erkennen und wieder zurückholen.
Vergrößern So lässt sich praktisch jede gelöschte Datei erkennen und wieder zurückholen.

Sie können natürlich auch Ordner öffnen oder über die Seitenleiste zu einem anderen Verzeichnis springen. Die Suchfunktion steht in Time Machine ebenfalls zur Verfügung. Im Aktionsmenü können Sie alle Backups der markierten Objekte löschen oder das gerade ausgewählte Backup. Über „Wiederherstellen“ holen Sie die Auswahl zurück in die Gegenwart.

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