Banking mit dem iPad
Bankgeschäfte online am iPad
Mit dem iPad lassen sich nahezu alle Bankgeschäfte von unterwegs abwickeln. Hier stehen sogar sichere TAN-Verfahren zur Verfügung. Wir sagen, worauf zu achten ist, und stellen Apps vor
Mobile Banking hat in den vergangenen Jahren deutlich an Akzeptanz gewonnen. Bereits jetzt verwendet jeder fünfte deutsche Internet-Nutzer mobile Datendienste. Aber auch seine Beliebtheit kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Mobile Banking in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt: Nur elf Prozent aller mobilen Internet-Nutzer erledigten 2009 Bankgeschäfte über ihr Mobiltelefon. Wirft man einen Blick in den iTunes Store, findet man eine Vielzahl mobiler Bankanwendungen für iPhone und iPad. Das Spektrum reicht von einfachen Währungsrechnern bis hin zu anspruchsvollen Aktienverwaltungen. Zwar hat das iPhone beim mobilen Banking sicher eine Vorreiterrolle eingenommen, aus vielerlei Gründen eignet sich das iPad aber viel besser für Bankgeschäfte unterwegs - auch hier geht es um Sicherheitsaspekte.
Vorteile Online-Banking
Es gibt diverse handfeste Gründe dafür, seine Bankgeschäfte online entweder direkt über Safari oder eine Banking-App abzuwickeln. Fast alle Banken lassen sich den guten alten Zahlungsverkehr über Papier recht happig bezahlen. Nutzt man eine App oder Safari samt Zugang zur Bank, hat man Einsicht in seine Kontoauszüge und kann den Zahlungsverkehr einfach unterwegs erledigen. Apps und Bankportale bieten das Speichern von Bankkontakten, sodass in vielen Fällen Tipparbeit erspart bleibt.
Gefahren beim Online-Banking
Einige der oft genannten Sicherheitsrisiken beim Online-Banking resultieren aus der Schwäche der Webbrowser - nicht nur bei iPad und iPhone, sondern auch auf dem PC. Dazu kommt oft eine gewisse Blauäugigkeit der Benutzer. Beim sogenannten "Phishing" etwa wird ein Benutzer mittels E-Mail aufgefordert, seine Kontoinformationen online zu aktualisieren. Die angegebenen Links führen allerdings nicht zur eigenen Bank, sondern auf täuschend echt aussehende, aber gefälschte Seiten. Dort wollen Betrüger die vertraulichen Daten abfangen. Basierend auf einer Manipulation der DNS-Anfragen von Webbrowsern versuchen Betrüger, den Benutzer auf gefälschte Webseiten trotz korrekt eingegebener URL umzuleiten - das wird "Pharming" genannt. Zu guter Letzt können "Trojaner" im Hintergrund sicherheitskritische Funktionen ausführen, wozu auch das Abfangen von Passwörtern gehört.
Sicherheit mit Banking-Apps
Die drei genannten Gefahren tauchen nicht auf, nutzt man am iPad statt des Browsers für die Bankgeschäfte geeignete Apps. Alle ernsthaften Anwendungen aus dem Bereich setzen mit HBCI (Homebanking Computer Interface) einen offenen Standard für den Bereich Electronic Banking ein. Er wurde von verschiedenen Bankengruppen in Deutschland entwickelt und vom Zentralen Kreditausschuss (ZKA) beschlossen. HBCI ist eine standardisierte Schnittstelle für das Home-Banking. Dabei werden Übertragungsprotokolle, Nachrichtenformate und Sicherheitsverfahren definiert. HBCI ist unter anderem dafür verantwortlich, dass der Benutzer einer Banking-App am iPad wirklich mit seiner Bank kommuniziert, die Daten dabei abhörsicher verschlüsselt sind.
Bankgeschäfte mit dem iPhone
Das multibankfähige iControl unterstützt neben HBCI-2.2/3.0-fähigen Bankkonten auch Paypal-Konten und DKB-Konten, jedoch nicht große Filialbanken wie die Commerzbank, SEB oder Targo Bank. Zahlungsaufträge kann man mittels iTAN, chipTAN comfort oder SmartTAN plus, aber auch mit den für das iPhone problematischen TAN-Verfahren wie mTAN oder smsTAN freigeben. Die App bietet nicht nur einfache Kontofunktionen wie Umsatzabfragen oder Überweisungen an, sondern ermöglicht auch die Verarbeitung von Daueraufträgen, Lastschriften oder EU-Standardüberweisungen. Erleichterung erhält man durch Vorlagen und ein Adressbuch mit Bankkontakten. Die abgerufenen Kontoumsätze kann man kategorisieren, um Auswertungen zur Finanzentwicklung zu erstellen. Zusätzlich erkennt man mit der Budgetfunktion, ob man sich noch in seinem finanziellen Rahmen bewegt. Die Anwendung importiert und exportiert Buchungen oder TAN-Listen mittels WLAN zwischen iPhone und Computer. Kontodaten, PIN und TAN werden verschlüsselt, zudem ist die Anwendung selbst durch ein Passwort geschützt. Die App ist einfach zu bedienen, dennoch wünscht man sich stellenweise etwas mehr Komfort.
Das ebenfalls multibankfähige iOutBank ist als Lite-Version für lediglich einen Bankkontakt, als Pro-Version für unbegrenzte Bankkontakte und zusätzlich als optimierte iPad-Version erhältlich. Die Anwendung eignet sich ebenfalls nicht für einige der großen Filialbanken wie Commerzbank, SEB oder Targo Bank. DKB-Konten werden ebenso wie Konten bei der 1822direkt unterstützt, jedoch werden Konten bei der 1822direkt mit fehlerhaften Kontosaldo angezeigt. Zahlungsaufträge wie Überweisungen oder Lastschriften kann man mit allen gängigen TAN-Verfahren, auch per mTAN oder smsTAN, freigeben. Daueraufträge oder EU-Standardüberweisungen stehen aber nicht zur Verfügung. Die Anwendung ermöglicht das Speichern von TAN-Listen in Tabellenform als CSV-Datei, als PDF oder als Foto. Im Tabellenformat kann man sie sogar einem Konto zuordnen. Darüber hinaus kann man auch Dokumente importieren und exportieren. Ein Kontorundruf lässt sich unmittelbar nach dem Start einrichten, Kontoauswertungen sind jedoch nicht möglich. Die Anwendung ist einfach zu bedienen und wirkt überaus aufgeräumt.
Das multibankfähige S-Banking vertreibt der Hersteller auch kostenlos unter dem Namen S-Finanzstatus, das auf Sparkassen-Konten beschränkt ist. Hat man andere Bankkonten, muss man auf das preiswerte S-Banking zurückgreifen. Allerdings gilt auch hier, dass man einige Banken wie die Commerzbank oder die SEB nicht einbinden kann. S-Banking unterstützt die problematischen TAN-Verfahren wie mTAN oder smsTAN grundsätzlich nicht, was sich durch die Nähe zu den Sparkassen erklären lässt. Die Anwendung bietet mit Kontoabfragen und Einzelüberweisungen einen überaus schlanken Funktionsumfang. Kleine Highlights zeigt die Anwendung unter anderem mit der grafischen Darstellung von Einnahmen und Ausgaben oder mit der Anpassung der Kontenreihenfolge in der Kontoübersicht. Die Anwendung lässt sich intuitiv bedienen, überzeugt durch eine übersichtliche Benutzeroberfläche und ist auch in einer türkischen Sprachversion erhältlich.
Die kostenlose ING-DiBa Mobile Banking App unterstützt ausschließlich die Girokonten und Extra-Konten der ING-DiBa. Depotabfragen sind nicht möglich. Der Funktionsumfang beschränkt sich auf das Abrufen der Kontostände und Umsätze sowie auf den Zahlungsverkehr mit Überweisungen und Terminüberweisungen. Vorlagen erstellt man entweder aus Umsatzdaten oder alternativ individuell. Zusätzlich zeigt die Anwendung die nächstgelegenen Geldautomaten an. Die App ist einfach zu bedienen und überzeugt durch eine aufgeräumte Benutzeroberfläche.
Die Kontodaten am iPad liegen bei den Apps zudem in einer sicher verschlüsselten Datei vor. Wird das iPad etwa gestohlen, kann auch ein begabter Hacker die Datei zwar auf einen PC übertragen, aber weder Kontostand noch Kontobewegungen auslesen oder gar selbst tätig werden und Geld überweisen.
Der einzige "Schwachpunkt" in der Sicherheitskette ist eher der Benutzer beziehungsweise das von ihm gewählte Passwort für den Zugriff auf die Banking-App. Wer hier sein Geburtsjahr oder den Namen der Freundin wählt, geht natürlich ein großes Risiko ein. Wie bei allen wichtigen Passwörtern ist ein komplexes mit Ziffern, Sonderzeichen und Buchstaben zu wählen.
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