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Eigene Fotos über Fotolia und Co. verkaufen

10.05.2012 | 17:43 Uhr |

Wir zeigen, wie und wo Sie Ihre besten Bilder im Web verkaufen können und was Sie in Sachen Recht beachten müssen

Fotografieren ist ein schönes Hobby und macht noch mehr Spaß, wenn man damit etwas Geld dazuverdienen kann - etwa um neues Equipment zu kaufen. Warum also nicht einige der besten eigenen Bilder im Web zum Verkauf anbieten? Eigentlich funktioniert der Einstieg ganz einfach, da es im Web schon fertige Verkaufsplattformen gibt, die sich um alles Wichtige kümmern. Zum Start gibt es einiges zu beachten, natürlich damit sich die Mühe lohnt und um rechtliche Probleme zu vermeiden. Wir zeigen, wie der Einstieg klappt.

Bildagenturen als ideale Partner

Theoretisch könnten Sie Fotos über die eigene Website verkaufen. Doch dann müssten Sie sich um Bezahlung, Rechte und vieles mehr selbst kümmern. Viel einfacher ist es, eine oder mehrere der etablierten Bildagenturen als Platt-form für die eigenen Bilder zu nutzen. Stockfotos ("Stock" von englisch "Stockpile", es gibt stapelweise gebrauchsfertige Fotos) sind heute die größte, schnellste und günstigste Quelle, wenn es um Bildmaterial für Grafik vom Hobby- bis Profibereich geht. Wenn jemand ein bestimmtes Motiv sucht, schickt er heute nur selten einen Fotografen vor Ort, um das Bild aufzunehmen, sondern kauft meistens den passenden Shot bei einer Bildagentur. Wenn Sie ein Foto aufnehmen, erhalten Sie automatisch das Copyright (obwohl es hier einiges zu beachten gibt, später dazu mehr).

Wenn jemand Ihr Bild für den Druck, im Web oder andere Medien verwenden möchte, muss er die Genehmigung dafür haben. Die Nutzungsrechte kann er bei Bildagenturen einkaufen. Also verkaufen Sie nicht das Bild selbst, sondern nur die Rechte, es zu verwenden. Solange Sie ein Bild nicht bei einem Anbieter exklusiv anbieten, können Sie die Rechte auf mehreren Plattformen verkaufen. Auf der anderen Seite zahlen die Bildagenturen für Exklusivbilder - also Bilder, die nur über diese Plattform verkauft werden - höhere Provisionen. Generell ist es gut, mit einer Plattform loszulegen und, falls Zeit und Lust da sind, noch weitere hinzuzufügen. Die Auswahl ist groß, empfehlen können wir etablierte wie Fotolia , Shutterstock , Dreamstime und iStock .

Bilder hochladen und verschlagworten

Einen guten Einstieg in die Stockfotowelt für Verkäufer bietet Fotolia. Die Anmeldung ist schnell erledigt und für Bildkäufer oder -verkäufer gleich. Zudem hält Fotolia viele Infos für Verkaufsneulinge bereit. Hier gibt es auch keine "Aufnahmeprüfung" wie bei Shutterstock - auch wenn die Fotolia-Bildredaktion immer wieder mal einige hochgeladene Aufnahmen nicht für den Verkauf freigeben wird. Wichtig ist gute Vorbereitung: Beachten Sie technische Vorgaben des Anbieters an Mindestauflösung, Dateiformat, maximale Dateigröße et cetera. Bildkorrekturen bei Farbe, Belichtung, Kratzer und Staubentfernung sollten Sie vorab erledigen.

Bei Fotolia können Bilder per Weboberfläche einzeln oder in einem Rutsch per Flash-Modul im Browser oder FTP-Programm hochgeladen werden. Nach dem Fotoupload sind die eigenen Werke schon im Mitgliedsbereich unter "Dateien" zu sehen. Jede Datei muss nach dem Upload einzeln zur Prüfung durch das Fotolia-Team freigegeben werden. Um Erfolg zu haben, ist die Bildbeschreibung wichtig: In der Detailansicht müssen Sie mindestens sieben Schlagworte, die das Foto gut beschreiben, eingeben. Die Schlagworte bestimmen auch die Einordnung in Kategorien im Fotolia-Angebot, daher sollten Sie treffende Begriffe überlegen. Nach der Prüfung durch die Bildredaktion können sie nicht mehr geändert werden.

Klassiker wie der Strand mit der untergehenden Sonne sind bei jedem Anbieter schon tausendfach vorhanden. Gefragt sind also neue Ideen, Nischen, seltene gelungene Momentaufnahmen oder Motive, die zu aktuellen Bild- und Werbetrends passen. Wichtig ist natürlich Topqualität. Unscharfe Bilder werden meist aussortiert. Auch andere Bildmängel sollten Sie vor dem Upload korrigieren.

Lizenzrechte bei eigenen Bildern

Wird ein Foto kommerziell, gelten strenge Regeln. Fotolia verkauft sogenannte lizenzfreie Fotos. Lizenzfreie Bilder müssen frei von Rechten Dritter sein, und dafür haftet der Fotograf. Prüfen Sie kritisch vor dem Upload, ob das Motiv geeignet ist. Problematisch sind Personenfotos - hier brauchen Sie eine Freigabe von dem Fotografierten -, markenrechtlich geschützte Motive wie eine Redbull-Dose oder Fotos von Privateigentum. Da reicht schon ein Bild vom Nachbarhaus. Fotolia bietet Tipps und Infos zu diesem komplexen Thema, kann aber keine Beratung leisten. Der beste Schutz: Prüfen, ob sich jemand verletzt sehen könnte, und alles Bedenkliche erst gar nicht hochladen.

Auszahlung und Steuern

Bei jedem Bildverkauf auf Fotolia wird ein Anteil sofort im Mitgliedskonto gutgeschrieben. Ab einer Summe von 50 verdienten Credits (1 Credit entspricht 1 Euro) können diese ausgezahlt werden. Die Höhe des Anteils ist bei Fotolia (und anderen Anbietern) verschieden und abhängig von Faktoren wie Exklusivität und davon, mit welchem Modell der Käufer das Foto genutzt hat. Ausgezahlt wird bei Fotolia zum Beispiel über den Internet-Bezahldienst Paypal. Das ist bequem und sicher.

Zu beachten ist noch das Steuerrecht bei allen Anbietern mit Sitz im Ausland. Da alle Einnahmen von Fotolia in den USA verdient werden, müssen daher die richtigen Steuerformulare ausgefüllt und übermittelt werden. Fotolia bietet dafür ein Steuerformular im Anbietermodus an. So stellen Sie sicher, dass alles korrekt läuft.

Fazit und Empfehlung

Ob und wie sehr sich der Fotoverkauf im Internet lohnt, hängt stark von den Bildern, deren Anzahl und guter Verschlagwortung ab. Aber warum nicht? Anmeldung und Upload sind gebührenfrei, Sie investieren einzig etwas Zeit und Mühe, die sich mit Glück zu einem hübschen Zubrot von Zeit zu Zeit addieren können.

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