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Von Bunt nach Schwarz-Weiß

25.08.2009 | 13:05 Uhr |

Ob Fine Art Prints im Posterformat, Bilder in Zeitschriften oder einfache Fotoabzüge: Schwarz-Weiß ist nicht totzukriegen. Im Gegenteil: Unter digitalen Bedingungen erlebt das klassische Genre der Schwarz-Weiß-Fotografie geradezu eine Renaissance. Photoshops Farbmodus Graustufen ist nur eine von mehreren Methoden, Farbfotos in klassisches SchwarzWeiß umzuwandeln. Macwelt zeigt die besten Alternativen

Richtig in Medias res gehen kann man in der digitalen Schwarz-Weiß-Bilderzeugung vor allem dann, wenn das Bildmaterial in Farbe vorliegt. Grund hierfür sind die einzelnen Farbkanäle - das Rohmaterial, aus dem sich die unterschiedlichsten Schwarz-Weiß-Kombinationen zusammenstellen lassen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist für klassische Schwarz-Weiß-Fotografen lediglich die Terminologie. In der Sprache der Bildbearbeitung heißen Schwarz-Weiß-Bilder Graustufenbilder, weil sie auf nur einem Kanal basieren.

Farbbilder hingegen enthalten mehrere Kanäle. Da jeder von ihnen eine unterschiedliche Helligkeitsinterpretation des Bildes liefert, sind sie die beste denkbare Rohmasse für die Erzeugung kreativer Schwarz-WeißAbzüge. Farbumrechnungen sind eine der Stärken der digitalen Schwarz-Weiß-Bilderzeugung. Ähnlich wie analoge Farbfilter (allerdings viel flexibler) ermöglichen sie, bestimmte Farbspektren wie zum Beispiel Rot oder Grün gezielt in Helligkeitswerte umzusetzen. Einige Methoden kaprizieren sich genau auf diesen Effekt. Geeignet sind sie vor allem dann, wenn bestimmte Bildmotive (Hauttöne oder ein dramatisch blauer Himmel) akzentuiert werden sollen (siehe auch "Ein Grau für alle Fälle"). Andere Verfahren setzen mehr auf eine neutrale Grauumsetzung - so auch Photoshops Standard-Umwandlungsmethode Graustufen.

© Elke Dennis

Masken und Korrekturen

Mit neuen Funktionen für die Schwarz-Weiß-Umsetzung wartet die aktuelle Photoshop-Version CS4 zwar nicht auf - dafür allerdings mit zwei neuen Bedienfeldern für die Arbeitserleichterung. "Korrekturen" stellt für das Anlegen von Einstellungsebenen eine eigene Oberfläche zur Verfügung. Es eignet sich vor allem dann, wenn man Kanalmixer- oder Schwarz-Weiß-Einstellungen rein einstellungsbasiert vornehmen möchte. "Masken" liefert organisatorische Hilfestellung beim Arbeiten mit Ebenenmasken.

Anspruchsvolle Schwarz-Weiß-Bild-umsetzungen sind nicht nur in der klassischen Portraitfotografie verstärkt en vogue. Weil Photoshop im Bereich Bildbearbeitung nach wie vor die Nummer eins ist, gibt es auch eine Reihe von Drittanbieter-Plug-ins, die in diesem Bereich zusätzliches Know-How liefern. Nik Software , Hersteller der Plug-in-Reihe Color Efex, bietet für die ambitionierte Graustufenumsetzung ein separates Modul: Silver Efex Pro. Auch Color Efex Pro beinhaltet mehrere Module für die kreative Umsetzung in Schwarz-Weiß. Schwarz-Weiß-Filter offerieren auch zwei weitere Hersteller von Plug-ins für die Digitalfoto-Aufbereitung: Power Retouche (Black and White Pro) und Schneider-Kreuznach , ein deutscher Hersteller, der zwei kleine Reihen für die Fotooptimierung in petto hat.

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