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RAW-Fotos in Indesign nutzen

01.10.2009 | 12:11 Uhr |

Indesign unterstützt auch in der Version CS4 immer noch kein direktes Platzieren von RAW-Dateien. Mit einem Umweg über Photoshop und Camera Raw kann man diese Einschränkung leicht umgehen

Nicht nur professionelle Digitalfotografen arbeiten im RAW-Format, da es erlaubt, mit geschickten nicht-destruktiven Optimierungen verborgene Qualitätsmerkmale eines Fotos ans Licht zu bringen. Leider weiß Indesign CS4 mit dem RAW-Format nichts anzufangen.

RAW-Dateien enthalten die nicht verarbeiteten, "rohen" Bilddaten als Graustufen der Farbkanäle R, G und B (samt allen Metadaten, die die Kamera erfassen konnte). Die Formate RAW und DNG bieten unübertroffenes Potenzial für nicht-destruktive Optimierungen der Farbeigenschaften von Fotos. Bei der Konvertierung von RAW-Daten in ein anderes Format wie PSD oder TIFF wechselt das Bild in den RGB-Farbraum und wertvolle Bildinformationen gehen unwiederbringlich verloren. Das Konvertieren von RAW-Daten in die Formate TIFF oder PSD beschneidet den ursprünglichen Datenumfang einer RAW- beziehungsweise DNG-Datei und beraubt den Mediengestalter zahlreicher Möglichkeiten für effiziente Optimierungen, die eben diese Informationen voraussetzen.

Mit dem in sieben Schritten geschilderten Workaround kann man einen nicht-destruktiven RAW-Workflow direkt in Indesign CS4 aufbauen und das, ohne die unkomprimierten Camera-Raw-Dateien mit Qualitätsverlust zu konvertieren.

TIPP Beim Öffnen von RAW-Bildern aus Lightroom 2.3 kann man direkt den Befehl "Als Smart Object in Photoshop öffnen" aufrufen. Der Befehl "Bearbeiten in > Adobe Photoshop CS4" (aus dem Menü am Mauszeiger) übergeht das Camera-Raw-Modul und führt nicht ans Ziel.

TIPP Jede Digitalkamera hat ein eigenes, herstellerspezifisches RAW-Format (*.NEF bei Nikon, *.CR2 bei Canon). Damit diese RAW-Bilder auch in Zukunft genutzt werden können, sollte man sie im hardwareunabhängigen DNG-Format archivieren.

Fazit

RAW-Bilder können über einen Umweg Indesign CS4 zur Verfügung gestellt werden. Der in wenigen Schritten eingerichtete Workflow bedeutet nur eine kleine Umstellung und bringt messbare Vorteile: Man kann damit einen wirklich nicht-destruktiven Workflow unter Wahrung aller Qualitätsmerkmale des ursprünglichen Fotos mit Photoshop und Indesign fahren.

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