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Rezension: Wie Bilder wirken - Buch für Bildgestalter

13.01.2012 | 11:38 Uhr |

Durch die Fotoausstellung in einem Buch führt der renommierte Fotograf und Autor George Barr zusammen mit den jeweiligen Künstlern. Für Profis ist das Buch inspirierend, aber auch Einsteiger können viel zu Bildaufbau und Gestaltung lernen.

George Barr: Wie Bilder wirken
Vergrößern George Barr: Wie Bilder wirken

Fotografie lässt sich auf viele Arten erlernen, immer wichtig ist das Lernen an Beispielen. Museum oder Fotoausstellungen bieten sich an, die man am besten mit einem fachkundigen Museumsführer besucht: Dieser erklärt auf seinen Führungen die Werke und eröffnet uns dadurch ihre tiefere Bedeutung. Er erklärt den Bildaufbau, die Gestaltungsgrundlagen und warum uns manches Bild so magisch anzieht. Beim Zuhören will man wissen, wie es erstellt wurde und wir möchten am liebsten direkt losziehen und das Bild nachfotografieren.

Nicht immer sind Museen und Ausstellungen erreichbar, also kommt ein Buch ins Spiel, das nicht nur eine Auswahl exzellenter Fotografien bietet, sondern auch den Präsentator ein Stück weit ersetzen will.

Das ist die Intention des kanadischen Fotografen George Barr, der auch als Autor von gelungenen Fotobüchern bekannt ist. Für dieses Buch hat er seine umfangreiche Büchersammlung gesichtet, Vorschläge von Freunden und das Internet nach in seiner Sicht herausragenden Fotografien durchstöbert. "52 große Fotografien und was sie einzigartig macht" lautet so der Untertitel.

Die Auswahl ist typisch für den nordamerikanischen Fotogeschmack. Dennoch überzeugen die Bildbeispiele, die Genre wie Architektur, Landschaft, Portrait, Pflanzen, Reise, Tiere und Stillleben abdecken. Die Motive sind daher auch eher die stilleren, die manchmal eines zweiten Blickes bedürfen. Immerhin freuen wir uns, dass auch drei Landsleute vertreten sind - einer davon Harald Mante, der für seine perfekten Farbharmonien und Bildkompositionen bekannt ist. Auch Nick Brandt zählt zu den bekannten Fotografen mit seinen eindringlichen Schwarz-Weiß-Bildern der afrikanischen Wildnis.

George Barr analysiert jede der 52 Fotografien ausführlich, in Bezug auf Gestaltung und auch Inhalt. Die Sprache ist einfach zu verstehen, meist anschaulich und wenig fachspezifisch. Hinzu kommt die Bildanalyse des jeweiligen Fotografen. Das ist eine perfekte Abrundung und zeigt dem Leser, wie er selbst an Fotoprojekte herangehen kann. Biographien des Fotograden und technische Angaben zu den Bildern runden die Besprechung auf drei Seiten pro Fotografie ab.

Empfehlung

Wer es lieber bunt, schrill und aktionsgeladen mag, wird mit dem Buch keine Freude haben. Hier geht es um ausgefallene Kompositionen und meist aufwendig ausgearbeitete Fotografien. Dies merkt man nicht nur daran, dass viele der Fotografen mit Großbildkameras unterwegs sind, sondern auch klassischen Fotolaborexperten sind. Natürlich ist das alleine kein Qualitätsmerkmal und wenn man sich die wenigen Digitalfotografen ansieht, so brauchen diese sich nicht dahinter zu verstecken. Die Beschreibungen sind meist informativ und sehr gut verständlich, langweilige Aufzählungen sind nur selten vertreten. Die Kommentare der Fotografen zu ihrer Intention, sowie die Angaben zu der Aufnahme sind die wichtigen Punkte, die das Buch abrunden und so empfehlenswert machen. Ideal für Fotografen, die sich im künstlerischen Bereich sehen und sich verbessern wollen. Für Einsteiger in die Fotografie ist es zu zäh, auch sollte man es idealerweise nicht am Stück lesen, das ist zu ermüdend.

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