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iPhone-Anwendung: Car Sharing mit Car2Go

25.04.2013 | 09:22 Uhr |

Autovermietung war gestern – heute gibt es Car-Sharing-Konzepte, die ohne Smartphone kaum denkbar sind. Wir probieren mit Car2Go einen der prominentesten Vertreter aus

Das Mieten eines Autos ist oft kompliziert und nervig: Nachdem man telefonisch reserviert hat, fährt man einen weiten Weg zur Autovermietung, führt Papierkrieg und kann letztlich doch nur ahnen, was der Spaß bei der Rückgabe mit allen Kilometer-, Stunden- und Versicherungstarifen kosten wird.

Doch es geht auch ganz anders: per iPhone nach einem freien Auto in der Gegend suchen, kurz mit einer Chipkarte vor der Windschutzscheibe wedeln und einfach losfahren. Später irgendwo parken und darauf warten, dass ein fester Minutenbetrag abgebucht wird. Kein Papierkram, keine festen Stationen – jede Busfahrt ist komplizierter.

Alte Idee, neu interpretiert

Die Carsharing-Idee an sich ist mehr als 60 Jahre alt, doch die moderne Interpretation bietet ein extrem einfaches Handling für den Mieter. Die Autos sind mit GPS und mobiler Datenverbindung ausgestattet. So übermitteln sie ständig ihre Position und ihren Zustand. Potenzielle Mieter können auf diese Daten zugreifen und dafür ihr iPhone nutzen, mit dem sie auch unterwegs stets ein freies Auto finden können. Dadurch wird es möglich, auf feste Verleihstationen zu verzichten und stattdessen ein ganzes Stadtgebiet zur Nutzung freizugeben. Für Großstädte ist dieses Konzept ideal.

Car2Go-Fahrzeuge stehen an jeder zweiten Ecke zur Verfügung und sind recht beliebt.
Vergrößern Car2Go-Fahrzeuge stehen an jeder zweiten Ecke zur Verfügung und sind recht beliebt.
© Car2Go

Anbieter und Konzepte

Das Konzept der vollkommen freien Parkplatzwahl innerhalb eines Geschäftsgebiets setzen bislang nur die Anbieter Car2Go ( www.car2go.com ) in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und Ulm sowie Drive Now ( www.drive-now.com , Seite 2) in Berlin, Köln, Düsseldorf und München um. Bei anderen Anbietern ist man auf feste Verleihstationen angewiesen, hat dafür aber andere Vorteile wie mehr Auswahl an Fahrzeugen oder längerfristige Buchungsmöglichkeiten. Passende Apps, die den Umgang erleichtern, bieten oft auch die anderen. Auf Seite 2 stellen wir mit dem Flinkster-Angebot der Deutschen Bahn den größten Carsharing-Anbieter kurz vor. Für den Test gehen wir mit den Smarts von Car2Go in Hamburg auf diverse Kurztouren.

Registrierung und Kosten

Letztlich muss man nur ein einziges Mal bei der Anmeldung für den Dienst einem Mitarbeiter von Car2Go in die Augen sehen. Die Registrierung lässt sich weitgehend per Webformular erledigen, doch bevor man einsteigen darf, muss man sich einmalig identifizieren, seine Bankkarte zeigen und natürlich den Führerschein mitbringen. Wie hoch die einmalige Registrierungsgebühr ausfällt und ob man einen RFID-Chip auf den Führerschein geklebt oder eine Chipkarte bekommt, unterscheidet sich von Stadt zu Stadt.

Der Minutenpreis inklusive allem liegt aber immer bei 29 Cent, eine Minute Parken ohne Rückgabe des Fahrzeugs schlägt mit 9 Cent zu Buche. Fährt man weiter als 20 Kilometer, was bei einer Stadtfahrt ja eher unwahrscheinlich ist, kommt noch Kilometergeld hinzu, andererseits gelten für lange Mietzeiten etwas günstigere Stunden- und Tagestarife. Für längere Touren kann es sich allerdings lohnen, auch mit anderen Autoverleihern zu vergleichen, denn Car2Go ist auf Kurzstreckenfahrten spezialisiert.

Fahrer sucht Auto

Im begrenzten Geschäftsgebiet sind immer etliche Autos frei.
Vergrößern Im begrenzten Geschäftsgebiet sind immer etliche Autos frei.

Das iPhone kommt spätestens bei der Suche nach einem freien Wagen ins Spiel, die sich alternativ natürlich auch über den Webbrowser am Rechner erledigen lässt. Erstaunlicherweise ist die offizielle Car2Go-App relativ jung, weshalb die Auswahl an teilweise auch kostenpflichtigen Apps von Drittanbietern zurzeit noch recht groß ist. Die Car2Go-App weist im Test trotz einiger Updates noch kleinere Bugs auf, erledigt ihre Aufgabe allerdings insgesamt zufriedenstellend.

Die App findet den nächsten Wagen und weist den Weg dorthin.
Vergrößern Die App findet den nächsten Wagen und weist den Weg dorthin.

Die App zeigt nach dem Start zunächst die Wagen in der näheren Umgebung auf der Karte und weist den Fußweg zum nächstgelegenen Smart. Sie zeigt anschaulich die Verteilung der Autos sowie die Grenzen des Geschäftsgebiets. Man kann auf der Karte oder einer Listendarstellung jeden freien Wagen antippen und bekommt das Kennzeichen, den genauen Standort, die Entfernung dorthin, den Tankinhalt und die Bewertungen der letzten Mieter über den inneren und äußeren Zustand zu sehen. Wer möchte, kann das Auto nun für 30 Minuten reservieren und sich auf die Socken machen.

Die Detailansicht zeigt Tankinhalt und den Zustand des Wagens.
Vergrößern Die Detailansicht zeigt Tankinhalt und den Zustand des Wagens.

Darüber hinaus zeigt die App mögliche, speziell für Car2Go reservierte Parkplätze, Tankstellen und auf Wunsch auch Taxis, die mit dem Mytaxi-Dienst fahren und eine Alternative sein könnten, wenn weit und breit kein Smart in Sicht ist.

Autos per iPhone suchen

Auf Wunsch lassen sich auch Taxis auf der Karte zeigen.
Vergrößern Auf Wunsch lassen sich auch Taxis auf der Karte zeigen.

Die offizielle Car2Go-App kann man auch ausprobieren, ohne einen Account zu besitzen, sie zeigt bereits dann alle verfügbaren Smarts in der Umgebung an. Dazu steht eine Karten- oder Listendarstellung zur Verfügung. Für jedes Auto lässt sich der Tankinhalt zeigen und außerdem der Mittelwert der letzten Beurteilungen bezüglich der Sauberkeit. Ist der Tank leer, darf der nächste Mieter übrigens mit einer Kundenkarte aus dem Auto tanken und sich damit eine Zeitgutschrift sichern. Tankstellen und für Car2Go zugängliche Parkhäuser stellt die Karte auf Wunsch ebenfalls dar. Den Fußweg zum nächsten Auto zeigt die App automatisch, im Auto selbst findet der Mieter nicht nur ein Navigationssystem, sondern auch Radio und Klimaanlage vor.

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