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Continuity auf nicht unterstützten Macs verwenden

22.12.2014 | 15:54 Uhr |

Das Continuity Activation Tool kann auf einigen nicht offiziell von Apple unterstützten Macs Funktionen wie Airdrop und Handoff aktivieren. Wir haben das Tool einem ersten Praxistest unterzogen.

Die neue Yosemite-Funktion Continuity steht nur bei Macs ab dem Baujahr 2012 zur Verfügung, die aktuelle WLAN- und Bluetooth-Hardware besitzen. Das Continuity Activation Tool versucht auch bei älteren Macs die Continuity-Funktionen Handoff, Instant Hotspot und Airdrop zu aktivieren. So würden das Macbook Air von 2011 und der Mac Mini von 2011 eigentlich die Hardware-Voraussetzungen für die neuen Funktionen erfüllen, Continuity ist bei diesen Modellen aber durch Apple gesperrt. Durch das Abändern von zwei Kernel-Erweiterungen kann das Tool Continuity bei diesen und vielen weiteren Geräten aktivieren. Bei anderen Modellen wie iMac undMacbook Pro ist dagegen ein zusätzlicher Bluetooth-Adapter oder sogar eine neuere WLAN-Karte  erforderlich. Zum Download des Tools gehört deshalb eine Liste der Geräte mit einer Auflistung des Grads ihrer Unterstützung. Bei vielen Macs genügt ein billiger USB-Bluetooth-Adapter mit Unterstützung von Bluetooth 4.0 LE und Chip von Broadcom. In unserem Praxistest nutzen wir den winzigen Bluetooth-USB-Adaper Asus BT400 , der für 15 Euro im Fachhandel erhältlich ist.

Der Bluetooth-Stick Asus BT400 kann bei älteren Macs die Funktion Continuity nachrüsten.
Vergrößern Der Bluetooth-Stick Asus BT400 kann bei älteren Macs die Funktion Continuity nachrüsten.
© Asus

Einstellungen per Terminal-Fenster

Die Oberfläche des Tool ist sehr simpel, nach dem Programmstart hat man ein Terminal-Fenster mit vier Optionen vor sich. Über die Eingabe von Ziffern kann man diese auswählen. Den aktuellen Systemstatus erfährt man durch Eingabe der Zahl „2“ und der Bestätigung durch die Eingabetaste. Das englischsprachige Tool testet nun, welche Funktionen der Mac bereits unterstützt und erklärt, welche weiteren Schritte nötig sind. Mit Eingabe der Zahl „1“ kann man die Aktivierung von Continuity starten. Über eine Uninstall-Funktion ist schließlich der Wiederherstellung des Originalzustands möglich - vor der Bearbeitung werden die Kernel-Dateien nämlich im Nutzer-Verzeichnis gesichert. Vor der Aktivierung ist ein Backup des Systems trotzdem sehr zu empfehlen!

Einige der neuen Funktionen von Yosemite werden nur von Rechnern unterstützt, die nach 2012 produziert wurden. Dazu gehören vor allem Funktionen für die Integration zwischen Mac und iPhone, die Apple als Continuity und Handoff bezeichnet. Aktivieren kann man Handoff bei unterstützten Rechnen über die Systemeinstellung „Allgemein“. Das Tool „Systeminformationen“ listet unter dem Eintrag „Bluetooth“ auf, welche Funktionen der Mac unterstützt.

Handoff

Arbeitet man abwechselt an einem iPhone und Mac mit einer unterstützten App wie Pages, sorgt Handoff für den Abgleich zwischen den Geräten. Das funktioniert ebenfalls mit Safari und Mail.

Instant Hotspot

Über das Menüleistentool für WiFi kann man ein iPhone oder iPad als Internetzugangspunkt auswählen. Das iPhone erscheint dabei automatisch im Menü.

Airdrop

Airdrop zwischen zwei Macs ist problemlos auch mit älteren Macs möglich, nur bei Rechnern ab 2012 ist dagegen der Datenaustausch zwischen iOS und Mac möglich.

Ist zusätzliche Hardware nötig, muss diese vor dieser Aktivierung eingesteckt sein. Bei unseren Testgeräten, einem Mac Mini von 2009 und einem Macbook Pro von 2011 müssen wir für die Erkennung des Adapters außerdem die integrierte Bluetooth-Schnittstelle deaktivieren, da der USB-Stick sonst von dem Tool nicht erkannt wird.

Tiefer Systemeingriff

Die durch mehrere Skripte durchgeführten Eingriffe ins System sind leider recht riskant. Um die neuen Yosemite-Funktionen zu aktivieren, verändert das Tool nämlich die beiden Kernel-Extensions IO80211Family und IOBluetoothFamily und deaktiviert zusätzlich eine Sicherheitsfunktion des Systems. Ab OS X 10.10 überprüft das System beim Systemstart nämlich, ob alle Extensions unverändert sind, diese Prüfung ist auch als Kext Signing bekannt. Eigentlich würde der Rechner nach dem Patch die Treiber deshalb nicht mehr laden, das Tool muss deshalb die automatische Prüfung der Extensions deaktivieren. Das Problem bei diesem so genannten Developer-Modus: Wenn sich diese automatische Prüfung später wieder aktiviert, etwa durch ein Systemupdate oder nach dem Zurücksetzen des Parameter-RAMs eines Macs, kann WLAN oder Bluetooth ausfallen. Gedacht ist das Tool für erfahrene Anwender, so ist das Tool unter anderem für Nutzer eines so genannten Hackintosh gedacht. Erwähnen sollte man aber, dass das Problem mit Apples neuer Kernel-Signierung schließlich auch andere nützliche Systemtools betrifft. So muss man für die Nutzung des SSD-Tools Trim Enabler die Kernel-Prüfung ebenfalls deaktivieren. Bei diesem Tool kann es durch den Patch dann aber sogar zu Bootproblemen kommen, da ein Festplattentreiber verändert wird.

Die Aktivierung selbst ist nur bei unserem Macbook Pro Late 2011 erfolgreich, anders bei dem Mac Mini Late 2009: Obwohl das Gerät laut Liste zu den unterstützten Geräten gehört, ist eine Freischaltung auch nach mehreren Versuchen nicht möglich. Wahrscheinlich müsste man bei diesem Gerät auch das WLAN-Modul ersetzen, um Continuity zu nutzen. Einen besseren Eindruck macht die App bei unserem Macbook Pro. Die Funktion Handoff funktioniert nach einigen Anfangsproblemen recht solide. Daten zwischen den Keynote-Apps zweier Macs werden, wenn auch recht langsam, automatisch aktualisiert. Problemlos kann man per Airdrop von einem iPhone Daten auf das Macbook senden, eine wirklich nützliche Continuity-Funktion. Wir stellen allerdings fest, dass nicht jede Continuity-Funktion nutzbar sind. So lässt sich die Funktion Instant Hotspot bei unserem Macbook nicht zum Laufen bringen und Handoff zwischen Mac und iPhone funktioniert ebenfalls nicht. Wie Forenberichte zeigen , ist die Anzahl der unterstützten Funktionen wohl bei jedem Modell unterschiedlich. Recht gut funktionieren laut Berichten vor allem Macbook Air und Mac Mini von 2011. Nicht vergessen sollte man außerdem, dass die Nutzung eines zusätzlichen Bluetooth-Adapters Probleme nicht nur einen USB-Steckplatz blockiert, sondern auch Probleme mit Peripherie-Geräten verursachen kann.

Fazit Continuity Activation Tool

Das Continuity Activation Tool funktioniert, ist aber nicht unproblematisch. Da es sehr tief ins System eingreift, empfehlen wir die Nutzung nur eingeschränkt. Interessant ist die Lösung vor allem für Besitzer eines Macbook Air oder Mac Mini von 2011, da keine zusätzliche Hardware erforderlich ist. 


Hier lässt sich das Tool laden: Continuity Activation Tool

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