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.DS_Store: So funktioniert der Gedächnisbaustein von OS X

24.03.2016 | 09:08 Uhr |

Eine Datei, mit der womöglich schon jeder OS X Nutzer mindestens einmal in seinem Leben zu tun hatte: .DS_Store. Diese ominöse Datei taucht sporadisch in Ordner auf, und wenn es ganz schlimm kommt, auch auf externen Festplatten und in Netzwerkordnern. Was es dahinter auf sich hat, und warum dieser virtuelle Gedächtnisspeicher von OS X auch Vorteile mit sich bringt, erklären wir in diesem Artikel.

Der Finder von OS X ist ambivalent: Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn förmlich. Eine neutrale Meinung zum Dateibrowser Apples haben die wenigsten. Das Programm hinter dem lächelnden Symbol ist auch für die Datei .DS_Store verantwortlich. Diese spielt immer dann eine Rolle, wenn der Benutzer eine Ansicht in einem Finder-Fenster ändert.

Das  Mac-Äquivalent zur Windows-Datei desktop.ini

Unter Windows ist die Datei desktop.ini dafür verantwortlich, das System an Symbolgrößen und Dateiansichten zu erinnern. OS X hat eine Standardansicht global gespeichert, die es bei jeder Ordneransicht im Finder aufruft. Eigenschaften wie Listen- oder Symbolansicht, Symbol- und Schriftgröße. Mit einer Ausnahme: Immer, wenn das Betriebssystem eine .DS_Store-Datei in einem Ordner findet, überschreibt die in dieser Datei gespeicherte lokale Ansicht die global gültige.

Zum Problem wird dies bei Zip-Datein und externen Festplatten. Der Punkt vor der Datei bedeutet nämlich, dass diese Datei vom Finder nicht angezeigt wird (unter Unix bedeuten Punkte vor Dateinamen dass eben diese “unsichtbar” für den Nutzer ist). Bei einem ZIP-Vorgang werden aber auch unsichtbare Dateien zusammengefasst.

Die Datei .DS_Store ist der unsichtbare Speicherort für die Eigenschaften des Finders. Sichtbar wird die Datei nur über einen speziellen Terminal-Befehl. Zudem ist auch der Aufbau und Inhalt dieser Dateien streng geheim, .DS_Store wird von Apple proprietär entwickelt.
Vergrößern Die Datei .DS_Store ist der unsichtbare Speicherort für die Eigenschaften des Finders. Sichtbar wird die Datei nur über einen speziellen Terminal-Befehl. Zudem ist auch der Aufbau und Inhalt dieser Dateien streng geheim, .DS_Store wird von Apple proprietär entwickelt.

Entpackt ein Nutzer dieses Zip anschließend auf einem anderen Rechner, so taucht auch die ungeliebte .DS_Store-Datei dort auf. So ähnlich ergeht es Versionierungssystemen wie Git und passiert auf externen Festplatten. Das Problem besteht nicht nur, wenn man eine Platte direkt an den Mac hängt, sondern auch auf NAS-Volumes. .DS_Store-Dateien tauchen also überall auf, wo man sie nicht brauchen kann. Das verärgert viele Nutzer, die ihre Ordner mit diesen ominösen Dateien zugefüllt sehen und so die Übersicht über ihre Projekte verlieren. Die externen Besucher, die einen Zugriff auf solche Festplatte bekommen haben und noch nie in Berührung mit OS X kamen, sind oft durch die unbekannten Dateien verwirrt und halten sie für Viren oder Schad-Software.

Abhilfe schafft das Terminal

Zumindest für Netzwerkfestplatten schafft ein Terminal-Kommando Abhilfe. Suchen Sie dazu via Spotlight das Programm Terminal, öffnen es, und geben folgendes Kommando ein:

defaults write com.apple.desktopservices DSDontWriteNetworkStores true

Das folgende Kommando macht diese Einstellung rückgängig, und erlaubt das Schreiben von .DS_Store-Dateien auf Netzwerkgeräten wieder:

defaults write com.apple.desktopservices DSDontWriteNetworkStores false

Wenn alles schon zu spät ist, und Sie sich in einem Wust aus Voreinstellungen nicht mehr zurecht finden, kann ein komplettes Löschen aller .DS_Store Dateien in einem ausgewählten Ordner (und darin befindlichen):

find . -name '*.DS_Store' -type f -delete

Navigieren Sie also zum Beispiel erst in Ihr Benutzerverzeichnis (cd ~), und führen anschließend diesen Befehl aus. Ein Hinweis noch: Die Dateien tauchen nach kurzer Zeit wieder auf. Dann nämlich, wenn Sie Ansichtseinstellungen im Finder ändern.

Handhabung von .DS_Store

Apple gibt sich bedeckt über den genauen Inhalt dieser Dateien. Struktur und Art der Datei ist nicht veröffentlicht und wird proprietär von Apple entwickelt. Nutzer beschweren sich außerdem vom fehlenden Zugriff aus Nutzerseite beim Erstellen und Verwalten der Dateien. Der Finder kreiert diese nämlich auch dann, wenn der Nutzer nicht aktiv an Einstellungen herumschraubt.

Die einzige Chance, diese Dateien sichtbar zu machen, ist über das Terminal, oder sich alle versteckten Dateien im Finder anzeigen zu lassen. Dies geschieht mit folgenden Schritten:

  • Im Terminal diesen Befehl ausführen: defaults write com.apple.finder AppleShowAllFiles YES

  • Den Mac neustarten, oder mit gehaltener alt-Taste und einem Rechtsklick auf das Finder Symbol, um den Finder neu zu starten.

  • Anschließend finden können .DS_Store Dateien einfach in den Papierkorb geschoben werden.

Rückgänging macht das der Befehl:

defaults write com.apple.finder AppleShowAllFiles NO

und dann Schritt zwei (Neustart von OS X oder Finder).

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