Von Tom Loske - 24.01.2013, 18:00

Spielen am Mac

Das Macbook Pro 15-Zoll Retina als Spiele-Rechner

Gaming-Notebooks erfreuen sich großer Beliebtheit, wirklich mobil und noch dazu gut aussehend sind aber die wenigsten. Wie gut lässt es sich mit dem schicken und leichten Apple MacBook Pro 15 Retina spielen? Dieser Frage ist unser Kollege Tom Loske von GameStar nachgegangen.
Mit dem Laptop spielen liegt im Trend. Immer mehr Spieler, vor allem solche, die nur gelegentlich zocken, verzichten auf einen ausgewachsenen Desktop-PC und legen sich ein spieletaugliches Notebook zu. Die meisten davon sind aber als hauptsächlich stationäre Geräte konzipiert. Oft ist der Bildschirm 17,3 Zoll groß und das Gewicht liegt bei weit über drei Kilogramm. Hinzu kommen häufig klobige Gehäuse und massive externe Netzteile. Wirklich mobiles Spielevergnügen sieht anders aus. Das Apple MacBook Pro 15-Zoll Retina ist durch sein 15-Zoll-Display deutlich kompakter, mit einem Gewicht von unter 2,5 kg vergleichsweise leicht und bietet eine für Spiele brauchbare Geforce-Grafikkarte. Stellt sich also die Frage, welche Spiele es überhaupt für Apples Betriebssystem Mac OS X gibt und ob die verbaute Geforce GT 650M Spiele auch in der nativen Auflösung von 2880x1800 Pixeln flüssig darstellen kann.
Wir haben für Sie die wichtigsten Bezugsquellen zu Mac-Spielen gesammelt. Außerdem finden Sie dort Informationen zu Zahlungsarten und Schnäppchen.

Der Intel-Mac macht’s möglich

Traditionell bringen die wenigsten Apples Mac-Rechner mit Spielen in Verbindung – professionelle Bild- und Videobearbeitung kommen da schon eher in den Sinn. Spiele hingegen sind seit je her eher etwas für Windows-PCs. Bis 2006 ließ sich dieser Gedankengang auch problemlos nachvollziehen, denn Apple setzte in seinen Rechnern auf die von IBM entwickelte PowerPC-Architektur, die übrigens noch bis heute Einsatz in der Xbox 360 findet, wenn auch in modifizierter Form. In PCs dagegen stecken schon seit den späten 80er Jahren klassische x86-Prozessoren von AMD und Intel. Der Aufwand, ein Spiel von Windows auf das Mac-Betriebssystem OS X zu portieren, war durch die elementaren Unterschiede der beiden Prozessorarchitekturen enorm. Zieht man die damals äußerst geringe Verbreitung von Apple-Systemen in Betracht, ist es leicht nachzuvollziehen, warum nur die wenigsten Entwickler Mac kompatible Versionen ihrer Spiele angeboten haben.
Seit 2006 bezieht Apple seine Prozessoren aber von Intel. Damit einher ging ein Wechsel der Systemarchitektur. Seitdem basieren alle Macs auf den bekannteren x86-Prozessoren und sind somit streng genommen nichts anderes als PCs. Weiterhin müssen die Spiele aber auf Apples Betriebssystem Mac OS X angepasst werden. Das Hauptproblem bleibt die fehlende DirectX-Unterstützung. Nahezu alle modernen PC-Spiele setzen auf diese von Microsoft etablierte Schnittstelle, um die Grafikkarte des Systems anzusprechen.
Für OS X hingegen müssen die Entwickler die OpenGL-Schnittstelle verwenden, die auch unter Linux und in der Playstation 3 zum Einsatz kommt und den Vorteil der größeren Plattformunabhängigkeit bietet. Ein Spiel von DirectX auf OpenGL zu portieren, stellt ein komplexes Unterfangen dar. Betrachtet man etwa bei Steam die immer noch geringe Verbreitung von Macs unter Spielern (laut der Steam-Hardware-Umfrage von November 2012 liegt Mac OS bei einem Marktanteil von 3,2 Prozent), sparen sich die meisten Entwickler die damit verbundenen Kosten und Mühen. Wird ein Spiel doch an Apples Plattform angepasst, liegt das Erscheinungsdatum oft Monate hinter dem der PC-Version. Ein Beispiel ist Call of Duty: Black Ops, das erst kürzlich für Apples Betriebssystem veröffentlicht wurde, während PC-Spieler schon den Nachfolger auf der Festplatte haben.

Nur Titel, die von vornherein für OpenGL konzipiert waren, erscheinen meist ohne längere Verzögerungen auch auf für Apple-Systeme, prominentestes Beispiel 2012 ist Diablo 3. Trotzdem können alle Apple-Nutzer mittlerweile jeden Titel spielen, sofern sie auf ihrem Rechner mittels »Bootcamp« zusätzlich zu Mac OS X eine Windows-Partition einrichten. Das wird offiziell von Apple unterstützt, funktioniert in den meisten Fällen problemlos und kostet außer Festplattenspeicher nur ein wenig Zeit. Voraussetzung ist natürlich eine gültige Windows-Lizenz.

Macs zum Spielen

Mit einem aktuellen High-End-Spiele-PC kann kein Mac mithalten. Im einzig echten Desktop-Computer, dem Mac Pro, werden zwar schnelle Quad-Core-Prozessoren von Intel verbaut, als Grafikchip kommt jedoch noch immer die mittlerweile arg betagte Radeon HD 5770 zum Einsatz. Gegen Aufpreis lässt sich ein Crossfire-System mit zwei solchen Karten bestellen oder alternativ eine schnellere, aber ebenfalls betagte Radeon HD 5870 wählen. Aktuelle Blockbuster laufen daher selten in Full HD mit maximalen Details, mit reduzierten Grafikeinstellungen aber noch flüssig. Ein Mac Pro kostet allerdings mindestens 2.600 Euro, gleichteure PCs sind mehrere 100 Prozent schneller.
Der All-In-One-Rechner iMac ist absurderweise spieletauglicher als der ausgewachsene Mac Pro, zumindest die ab Januar 2013 erhältlichen neuen Modelle. Einzige Ausnahme ist dabei das 1.350 Euro teure Einstiegsmodell, mit dessen Geforce GT 640M aktuelle Titel höchstens mit reduzierten Details in niedrigen Auflösungen wie etwa 720p flüssig laufen.
Die größeren iMacs sind auch mit schnelleren mobilen Grafikchips zu haben. Der schnellste verfügbare Grafikchip, die Geforce GTX 680MX, dürfte in der Lage sein, viele Spiele in der nativen Auflösung des 27-Zoll-iMac (2560x1440 Pixel) ruckelfrei darzustellen. Der Grafikchip ist offenbar exklusiv im iMac verfügbar und besitzt anders als die bereits verfügbare Notebook-Grafikkarte Geforce GTX 680M alle 1.536 Shader-Einheiten der Desktop-Grafikkarte Nvidia Geforce GTX 680. Der Kerntakt von 720 MHz liegt deutlich unter den 1.006 MHz der GTX 680 und auch der Speichertakt erreicht mit 5.000 statt 6.008 MHz nicht das Niveau der Desktop-Version. Insgesamt entspricht die GTX 680MX damit ungefähr einer Nvidia Geforce GTX 670. Bis einschließlich 1920x1080 Pixel laufen auf jeden Fall alle Spiele flüssig. Allerdings werden für den neuen iMac mit GTX 680MX mindestens 2.200 Euro fällig.
Einziges spieletaugliches Apple-Notebook ist unser Testobjekt MacBook Pro 15-Zoll (hier im Macwelt-Test). Ob mit oder ohne hochauflösendem Retina-Display spielt dabei keine Rolle, in beiden Modellen steckt eine Geforce GT 650M mit 384 Shader-Einheiten, aber 128 Bit schmaler Speicheranbindung. Insgesamt liegt die GT 650M ungefähr auf dem Niveau einer Geforce GTX 460von 2010. Auf den folgenden Seiten zeigen wir, welche Spiele sich in Kombination mit der eingesetzten Core-i7-CPU auf dem MacBook Pro gut spielen lassen.

Sonderfall Seitenverhältnis

In allen Apple Macbook Pro Modellen stecken Displays mit einem Seitenverhältnis von 16:10. Die im Vergleich zu 16:9 zusätzlichen Pixel in der Vertikalen machen sich vor allem beim Arbeiten positiv bemerkbar. Filme, die meist ein Bildverhältnis von 16:9 oder gar 21:9 besitzen, stellen die Macbooks mit schwarzen Rändern am oberen und unteren Bildschirmrand dar. Da die meisten Spiele mittlerweile auf 16:9 optimiert wurden, werden diese Titel auf 16:10-Bildschirmen entweder ebenfalls mit schwarzen Rändern dargestellt oder aber verzerrt, wie das untere Beispiel zeigt.
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