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Das iPad als Musikzentrale

13.03.2013 | 12:37 Uhr |

Ob als eigenständiger Player, zur Fernsteuerung des Rechners oder als Frontend für Mediaserver, mit dem iPad haben Sie die zentrale Steuerung der Musikwiedergabe in der Hand

Bei der Automatisierung des Privatbereichs spielen iOS-Geräte eine wichtige Rolle, helfen Sie doch bei der Bedienung der installierten Helfer. Da wird das iPad zur Kommandozentrale der Wohnung. Nicht nur Beleuchtung, Heizung und Überwachung lassen sich steuern, sondern natürlich auch die Musikwiedergabe. Mit dem bahnbrechenden Erfolg von iPod und iTunes hat Apple der Musik endgültig den Weg von der CD und der guten alten Hi-Fi-Anlage auf den PC geebnet. Während die klassischen iPods langsam an Bedeutung verlieren, treten die vielseitigen iOS-Geräte in ihre Fußstapfen.

iPad, das Musik-Multitalent

Man kann einfach seine komplette Musiksammlung auf das iPad kopieren, bei den meisten Anwendern dürfte das locker passen, und das iPad dann über Aktivboxen oder eine Dockingstation als Player benutzen, doch damit kratzt man gerade einmal an der Oberfläche der Möglichkeiten des iPad. Neben der lokalen Wiedergabe kann das iPad die Musik auch via Airplay im WLAN auf den Weg schicken. Außerdem kann man mittlerweile iTunes auf dem Rechner vom iPad aus hervorragend fernsteuern oder die Wiedergabefunktionen eines Apple TV kontrollieren. Zudem ist das iPad per Privatfreigabe oder iTunes Match in das iTunes-Universum eingebunden. Da gibt es oft mehr als einen Weg, um auf die Musiksammlung zuzugreifen und die Wiedergabe zu steuern. Mit genau diesen vielfältigen Möglichkeiten wollen wir uns im Folgenden ausführlich beschäftigen. Dazu gibt es auch noch einige Alternativen und Ergänzungen, die nicht direkt von Apple kommen.

So kommt Musik aufs iPad

Ein Apple TV (109 Euro) dient als universeller Airplay-Empfänger, der per HDMI oder Audiokabel (analog und digital) die Verbindung zu normalen Fernsehern, AV-Receivern oder Audiogeräten herstellt. Die ebenfalls nur 10 cm breite Airport Express Basis (99 Euro) unterstützt nur Audio, ist aber auf Wunsch auch DSL-Router oder WLAN-Basis.
Vergrößern Ein Apple TV (109 Euro) dient als universeller Airplay-Empfänger, der per HDMI oder Audiokabel (analog und digital) die Verbindung zu normalen Fernsehern, AV-Receivern oder Audiogeräten herstellt. Die ebenfalls nur 10 cm breite Airport Express Basis (99 Euro) unterstützt nur Audio, ist aber auf Wunsch auch DSL-Router oder WLAN-Basis.
© Apple

Das iPad lässt sich zwar prima „PC-free“, also unabhängig vom Rechner einrichten und betreiben, doch das Herz von Apples Musikkonzept ist und bleibt iTunes. Hier wird Musik importiert und verwaltet. Auf das iPad gelangt sie dann über die Synchronisierung mit iTunes, wobei sich gezielt bestimmte Titel, Alben oder Interpreten auswählen lassen.

Ein anderer Weg ist die Nutzung von iTunes Match. Wer Apples Dienst abonniert und seine Sammlung darüber verfügbar macht, kann auch vom iPad aus darauf zugreifen. Der Vorteil ist, dass man nicht vorab bestimmte Titel auswählen muss, sondern überall, wo man eine Internet-Verbindung hat, auf die komplette Sammlung zugreifen kann. Dabei muss man die Titel seit iOS 6 nicht einmal dauerhaft herunterladen, sondern kann sie zum Abspielen direkt von iTunes Match streamen. Der Nachteil von iTunes Match beim iPad ist, dass die Sammlung aus dem Internet die lokale Musik komplett ersetzt, wenn man den Dienst aktiviert. Schaltet man iTunes Match wieder ab, wird das Musikarchiv auf dem iPad daher vollständig geleert.

Ein weiterer Weg zum Befüllen des iPad ist der iTunes Store. Neben dem Kauf von Musik mit der iTunes-App des iPad, bietet Letztere auch alle früher mit dem aktuell benutzten iTunes-Konto gekauften Musiktitel zur kostenlosen Nutzung auf dem iPad an. Diese nützliche Funktion nennt Apple iTunes in der Cloud.

Wiedergabe vom iPad

Die einfachste Form der Musikwiedergabe ist natürlich die analoge Ausgabe über die Kopfhörerbuchse. Schließt man hier Aktivboxen an, ist die Minianlage bereits komplett. Alternativ verbindet man den Ausgang über ein einfaches Adapterkabel mit der Hi-Fi-Anlage, schon kann die Musik direkt vom iPad abgespielt werden. Wer den Kabelsalat vermeiden will, stellt das iPad in eine Dockingstation mit eigenen Boxen oder einem analogen Audioausgang.

Airplay nutzen

Viele Geräte bieten selbst Airplay-Support, wie der Soundfly-Air-Lautsprecher von JBL (199 Euro), der einfach in eine Steckdose gesteckt wird, oder der Denon AVR-1713 (499 Euro), der kleinste Airplay-fähige AV-Receiver des Herstellers. Auf solche Geräte lässt sich die Musikausgabe direkt umleiten.
Vergrößern Viele Geräte bieten selbst Airplay-Support, wie der Soundfly-Air-Lautsprecher von JBL (199 Euro), der einfach in eine Steckdose gesteckt wird, oder der Denon AVR-1713 (499 Euro), der kleinste Airplay-fähige AV-Receiver des Herstellers. Auf solche Geräte lässt sich die Musikausgabe direkt umleiten.
© Denon und IBL

Unterstützt das Wiedergabegerät Airplay, kann man die Musik auch drahtlos per WLAN vom iPad ausgeben. Der Vorteil hierbei ist nicht nur, dass man sich die Kabel spart und sich dadurch weiterhin frei mit dem iPad im Raum bewegen kann. Auch um die Klangqualität muss man sich bei Airplay keine Sorgen machen. Tatsächlich ist es, eine schnelle und stabile WLAN-Verbindung vorausgesetzt, sogar die hochwertigste Audioausgabe. Das Signal geht nicht durch die DA-Wandler des iPad, die zwar nicht schlecht, aber eben doch eher durchschnittlich sind, sondern wird digital übertragen. Das ist freilich nur ein Vorteil, wenn die DA-Wandler auf der Empfangsseite besser sind, wovon man jedoch bei Mittelklasseverstärkern ausgehen kann.

Für die Übertragung nutzt Airplay die Kodierung mit Apple Lossless. Das Signal wird also verlustfrei komprimiert, sodass die volle Qualität beim Verstärker ankommt. Kopieren Sie allerdings eine AAC- oder MP3-komprimierte Datei auf das iPad, so wird diese durch die Lossless-Ausgabe nicht mehr besser. Was einmal beim Komprimieren verloren gegangen ist, lässt sich nicht mehr zurückholen. Da hilft nur noch der erneute Import von CD. Bei sehr anspruchsvollen Musikfreunden ist die Qualität durchaus ein Argument gegen iTunes Match. Der Dienst bietet nämlich maximal die Qualität des iTunes Store, also AAC mit 256 KBit/s, selbst wenn Sie die Titel in iTunes mühevoll mit Apple Lossless von Ihren CDs importiert haben.

Geräte für Airplay

Musik-Streaming im WLAN

Steht unterwegs kein Netzwerk zur Verfügung, lässt sich mit einem UMTS-Router wie dem Huawei E5331 (auch ohne eingelegte SIM-Karte) ein lokales WLAN aufbauen, in dem Airplay auch unterwegs im Hotelzimmer oder Ferienhaus funktioniert.
Vergrößern Steht unterwegs kein Netzwerk zur Verfügung, lässt sich mit einem UMTS-Router wie dem Huawei E5331 (auch ohne eingelegte SIM-Karte) ein lokales WLAN aufbauen, in dem Airplay auch unterwegs im Hotelzimmer oder Ferienhaus funktioniert.
© Huawei

Apples Schlüsseltechnologie für die drahtlose Musikwiedergabe ist Airplay. Das Protokoll sorgt dafür, dass sich kompatible Geräte in einem lokalen Netz automatisch finden. So zeigt das iPad genau wie iTunes alle gefundenen Airplay-Geräte im zugehörigen Menü an, wo man eines oder mehrere auswählen und die Lautstärke individuell regeln kann. Der Vorgänger von Airplay hieß Airtunes und diente der Übertragung von Musik auf Apples Airport Express oder Apple TV. Mit der Umbenennung in Airplay erweiterte Apple das Protokoll nicht nur um Bilder und Videos, sondern gab es auch zur Lizenzierung durch andere Hersteller frei. Als Folge findet man Airplay-Unterstützung bei immer mehr Geräten im Unterhaltungsbereich, wie Soundsystemen, Verstärkern oder Streaming-Clients. Mit Programmen wie Airserver und Airparrot werden auch Mac und PC zum Airplay-fähigen Empfänger.

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