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Das ist neu in Watch OS 2.0

22.09.2015 | 11:42 Uhr |

Mit Watch OS 2.0 bringt Apple zusätzliche Ziffernblätter, schnellere Apps und natürlich jede Menge neue Funktionen. Wir zeigen, was Sie nach dem Update erwartet

Wie üblich erfolgte nach der Vorstellung der Apple Watch im Frühjahr in den Foren die Forderung nach weiteren Funktionen und Möglichkeiten, die Smartwatch zu nutzen. Kurz nach der Vorstellung brachte Apple mit dem Update 1.0.1 ein Bug-Fixing, das kennen iOS-Nutzer von iPhone und iPad. Nach wenigen Wochen tauchen Fehler auf, die Apple schnell bereinigen muss.

Neu beim Ziffernblatt ist die Option Zeitraffer bei der Auswahl.
Vergrößern Neu beim Ziffernblatt ist die Option Zeitraffer bei der Auswahl.

Erfreut zeigte sich die Gemeinde der Apple-Watch-Fans im Zuge der Ankündigungen zur Entwicklerkonferenz im Sommer, Apple zeigte bereits erste Details zum ersten großen Firmware-Update für die Apple Watch – WatchOS 2.0. Natürlich bereinigt Apple mit WatchOS 2.0 Probleme und Fehler der ersten beiden Versionen, 2.0 bringt aber jede Menge neuer Funktionen und einige der von den Anwendern bereits zur ersten Version geforderten Möglichkeiten, mit der Apple Watch zu arbeiten.

Hier lassen sich animierte Aufnahmen von Weltstädten wählen.
Vergrößern Hier lassen sich animierte Aufnahmen von Weltstädten wählen.

Ob es die neuen Funktionen schlicht nicht bis zur Vorstellung in den Lieferumfang geschafft haben oder ob Apple möglichst schnell mit einem Update erneut auf die Apple Watch aufmerksam machen wollte, ist natürlich nicht bekannt.

Die Animation zeigt den Tagesverlauf in 24 Stunden an.
Vergrößern Die Animation zeigt den Tagesverlauf in 24 Stunden an.

Neuer Look

Es beginnt alles mit dem Ziffernblatt: Sobald Sie den Arm heben, zeigt die Apple Watch das ausgewählte Ziffernblatt. Bis WatchOS 1.0.1 war die Auswahl eingeschränkt, mit Version 2.0 bietet Apple weitere Optionen. Die neuen Ziffernblätter heißen Hongkong, London, Mack Lake, New York und Schanghai. Sie sind animiert und zeigen im Zeitraffer tolle 24-Stunden-Sequenzen der Städte.

Ein synchronisiertes Foto lässt sich als Hintergrund wählen.
Vergrößern Ein synchronisiertes Foto lässt sich als Hintergrund wählen.

Wer auf der Suche nach einem ganz persönlichen Foto als Hintergrund für das Ziffernblatt ist, wird ebenfalls bei WatchOS 2.0 fündig. Sie können einfach das Lieblingsfoto aus Ihren mit der Apple Watch synchronisierten Bildern als Hintergrund bestimmen. Wer sich hier nicht entscheiden kann, wählt einfach ein ganzes Fotoalbum aus: Jedes Mal, wenn der Arm gehoben wird, erscheint als Hintergrund für das Ziffernblatt ein neues Bild aus dem Album.

Sie könne auch ein ganzes Album als Hintergrund festlegen.
Vergrößern Sie könne auch ein ganzes Album als Hintergrund festlegen.

Komplikationen

Unter „Komplikationen“ versteht Apple Zusatzinformationen anderer Apps, die auf dem Ziffernblatt mit angezeigt werden, neben der eigentlichen Uhrzeit. Das gab es schon unter WatchOS 2.0, etwa anstehende Ereignisse, die Zeit von Sonnenauf-und -untergang, Ladestand der Batterie, aktuelles Wetter, Aktienkurse und mehr.

Die Farbe eines Ziffernblattes ändern Sie über die Digitale Krone.
Vergrößern Die Farbe eines Ziffernblattes ändern Sie über die Digitale Krone.

Allen Komplikationen gemein war die Tatsache, dass sich nur Zusatzinformationen aus Apps von Apple einblenden ließen, die sich im Lieferumfang des Watch?OS befinden. Das ändert sich mit WatchOS 2.0, auch Apps aus dem App Store, die entsprechend programmiert sind, erlauben das Einblenden von Komplikationen. So kann etwa ein Flug-Tracker den anstehenden Abflug ebenso einblenden wie Apps zum Thema TV-Programm, Messenger und mehr. Komplikationen wird mit WatchOS 2.0 noch nützlicher.

Danach könne Sie die Komplikationen einfach auswählen und ändern.
Vergrößern Danach könne Sie die Komplikationen einfach auswählen und ändern.

Time Travel

Eines der für uns coolsten Features von WatchOS 2.0 ist die Funktion „Time Travel“, die auch auf dem Ziffernblatt stattfindet. Drehen Sie bei sichtbarem Ziffernblatt an der Digitalen Krone, beginnt je nach Drehrichtung eine Zeitreise: Während des Drehens geht das Ziffernblatt in der Zeit vor-oder rückwärts, und dabei kommt den Komplikationen eine wichtige Rolle zu. Je nach Wahl der Komplikationen sehen Sie anstehende Abflüge, vergangene Ereignisse oder Erinnerungen, den in der Vergangenheit oder für die Zukunft angezeigten Wetterbericht und mehr.

Watch OS 2.0 unterstützt auch Drittanbieter-Apps.
Vergrößern Watch OS 2.0 unterstützt auch Drittanbieter-Apps.

Time Travel ist eines der nützlichsten Features für solche Benutzer, die viele Termine haben und schnell nachschauen wollen, was am nächsten Tag anliegt oder in der Vergangenheit wichtig war.

Synchronisieren Sie ein Album des iPhone mit der Apple Watch.
Vergrößern Synchronisieren Sie ein Album des iPhone mit der Apple Watch.

Nachttisch-Uhr

Einfach, aber sehr cool für Benutzer, die viel unterwegs sind: Mit dem neuen WatchOS wird die Apple Watch zur durchgängig beleuchteten Uhr auf dem Nachttisch. Zeitgenossen, die nachts immer wissen müssen, wie spät es gerade ist, verbinden die Apple Watch mit der Stromversorgung und drehen die Uhr auf die Seite. Sofort wird die Nachttischuhr aktiviert, zeigt immer die Zeit an. Automatisch wechselt die Apple Watch in den Weckermodus. Das digitale Display leuchtet auf, wenn es berührt wird, alternativ recht ein Drücken der Digitalen Krone. In diesem Modus ändert WatchOS 2.0 auch die Funktion der Tasten. Klingelt der Wecker, reicht das Drücken der Seitentaste, ein Drücken auf die Digitale Krone aktiviert den Schlummermodus und gibt dem Benutzer noch ein paar Minuten Zeit bis zum Aufstehen.

Wer nachts die Uhrzeit griffbereit benötigt, nutzt ab Watch?OS 2.0 die Apple Watch.
Vergrößern Wer nachts die Uhrzeit griffbereit benötigt, nutzt ab Watch?OS 2.0 die Apple Watch.
© © Apple, Inc.

Apple hat mit WatchOS 2.0 nicht nur die Optik des Ziffernblattes erheblich aufgepeppt, sondern auch nützliche, zusätzliche Funktionen integriert.

Native Apps sind mit Watch OS 2.0 endlich möglich,
Vergrößern Native Apps sind mit Watch OS 2.0 endlich möglich,
© © Apple, Inc.

Native Apps

Einer der oft berechtigten Kritikpunkte an App-Lösungen auf der Apple Watch ist die zeitliche Verzögerung der Reaktion. So lösen Sie auf der Apple Watch in einer App eine Aktion aus, die per Bluetooth-Verbindung an die zugehörige App am iPhone übertragen wird. Dort wird sie ausgeführt, das Ergebnis wiederum per Bluetooth zurück an die Apple Watch übertragen.

sie bieten bessere Performance und haben direkten Zugriff auf die Apple-Watch-Sensoren.
Vergrößern sie bieten bessere Performance und haben direkten Zugriff auf die Apple-Watch-Sensoren.
© © Apple, Inc.

Als besonders störend empfinden Benutzer die langen Ladezeiten der Apps an der Apple Watch. Das wird sich mit WatchOS 2.0 gravierend ändern, das neue System erlaubt native Apps. Das sind solche, die auch allein auf der Apple Watch existieren können, ohne dass das Gegenstück auf dem iPhone vorhanden sein muss. Apps laden schneller, können mehr und verwenden zudem die Hardware-Features der Apple Watch.

Mails lassen sich schnell beantworten, Siri hilft dabei.
Vergrößern Mails lassen sich schnell beantworten, Siri hilft dabei.

Power für Drittanbieter-Apps

Mit WatchOS 2.0 haben Apple-Watch-Apps noch mehr Möglichkeiten. Auch Drittanbieter-Apps können jetzt Features wie die Taptic Engine, die Digitale Krone, die Sensoren für Beschleunigung und Herzfrequenz, den Lautsprecher und das Mikrofon verwenden. Als Beispiel nennt Apple Golf-Apps, die den Beschleunigungssensor der Apple Watch direkt nutzen, um die Geschwindigkeit des Golfabschlags zu messen. Die Lauf-und Radfahr-App Strava zum Beispiel soll laut Apple mit WatchOS 2.0 auf den Sensor für die Herzfrequenz zugreifen, um während des Trainings Daten zu sammeln und anzuzeigen. Schon kurz nach der Vorstellung werden sicherlich viele Apps angekündigt oder verfügbar sein, die den direkten Zugriff auf die Sensoren der Apple Watch nutzen. Hier hat Apple endlich auch App-Anbietern die technischen Funktionen zur Verfügung gestellt, die bisher nur der Watch-Hersteller nutzen konnte.

Karten kennt auch bei der Watch öffentlichen Nahverkehr.
Vergrößern Karten kennt auch bei der Watch öffentlichen Nahverkehr.

Neue App-Funktionen

Auch die im Lieferumfang enthaltenen Apps bieten haufenweise neue Funktionen, die die Arbeit erleichtern oder neue Wege mit der Apple Watch eröffnen.

Watch OS 2.0 kann jetzt auch Homekit, erlaubt Abfrage und Steuerung.
Vergrößern Watch OS 2.0 kann jetzt auch Homekit, erlaubt Abfrage und Steuerung.

Schon von Anfang an konnte der Benutzer mit der Apple Watch Mails empfangen und lesen. Mit WatchOS 2.0 lassen sie sich jetzt auch beantworten. Am Ende der Mail finden Sie den Button Antworten. Wer keine Zeit hat, wählt eine der vorgegebenen Standardantworten wie „Melde mich später“ – das Feature kennen Nutzer des iPhone bei eingehenden Anrufen – hier wird dann eine iMessage beziehungsweise SMS geschickt. Alternativ lässt sich dank Siri eine Antwort diktieren und mit einem Emoji aufpeppen.

Sie wird nach der Eingabe des Passwortes zur Apple-ID zurückgesetzt (entkoppelt), sobald sie in ein WLAN eingebucht wird. Zur erneuten Inbetriebnahme ist die Apple-ID des ursprünglichen Eigentümers samt Passwort notwendig.
Vergrößern Sie wird nach der Eingabe des Passwortes zur Apple-ID zurückgesetzt (entkoppelt), sobald sie in ein WLAN eingebucht wird. Zur erneuten Inbetriebnahme ist die Apple-ID des ursprünglichen Eigentümers samt Passwort notwendig.

An der Apple Watch lassen sich die zwölf wichtigsten Freunde in der gleichnamigen App festlegen. Ein Druck auf die Seitentaste fördert die Liste zutage, mit einem Fingertipp ist ein Kontakt ausgewählt. Der lässt sich wiederum per Fingertipp anrufen oder eine Nachricht an ihn versenden. Unter WatchOS 2.0 lassen sich Freunde direkt aus den Kontakten der App zuweisen, dazu Freunde in Gruppen sortieren, etwa „Privat“, „Sport“ und „Beruf“, die Beschränkung auf zwölf Freunde ist gefallen.

Die App Karten bietet unter iOS 9 auch Nahverkehrsinformationen für ausgewählte Städte, die gibt es mit WatchOS 2.0 auch direkt am Handgelenk. Ganz ohne das iPhone aus der Tasche zu ziehen, sehen Sie jetzt schon zum Beispiel in Berlin, wie die Reise von A nach B mit Bus und Bahn erfolgt.

Siri mit mehr Funktionen

Nicht nur unter iOS 9, auch natürlich unter WatchOS 2.0 wird Siri noch smarter. Gerade an der Apple Watch ist Siri das Eingabemedium der Wahl, Tipperei entfällt. Siri beantwortet mehr Fragen zu verschiedenen Themen. Daneben lassen sich etwa auch Apps starten, zum Beispiel das tägliche Training, oder Apps abfragen, etwa Karten nach Wegen mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Endlich eine Rolle wird Siri auch bei der Haussteuerung über Homekit spielen. Am iPhone lassen sich schon länger die Homekit-fähigen Geräte abfragen oder steuern, die Apple Watch verweigerte die Zusammenarbeit. Mit WatchOS 2.0 kennt Siri an der Apple Watch Homekit und lässt sich zur Steuerung einsetzen.

Aktivierungssperre

Bei der Vorstellung der Apple Watch wurde ein Sicherheits-Feature schmerzlich vermisst, das es unter iOS für iPhone und iPad schon länger gibt, die Aktivierungssperre. Eingeschaltet verhindert Aktivierungssperre, dass ein Dieb des iPhone oder iPad dieses wiederherstellt und dann weiterverkauft. Die Funktion allein verhindert zwar keinen Diebstahl, macht diesen aber weniger attraktiv, da ein Scheitern des Weiterverkaufs droht, wenn sich das Gerät nicht in Betrieb setzen lässt. Auch die Apple Watch hatte immer die Voraussetzungen, da sie über ein WLAN-Modul verfügt, das hier notwendig ist. Die Aktivierungssperre ist ein Dienst von iCloud, setzt also eine Internet-Verbindung voraus. Unter WatchOS 1.0 waren die Voraussetzungen noch nicht gegeben, mit WatchOS 2.0 hat Apple das geändert. Mithilfe der App Watch am iPhone lässt sich die Apple Watch „Als vermisst markieren“, damit ist die Aktivierungssperre gesetzt.

Die Watch kann dann nur mit der iCloud-Apple-ID und dem zugehörigen Passwort des Benutzers aktiviert werden. So bleiben zudem die Daten sicher, falls die Apple Watch verloren oder gestohlen wird.

Tools für Entwickler

Wie bei neuen Versionen von iOS gibt es für Entwickler neue Tools zur Entwicklung und zum Testen neuer Apps. Das neue „Software Development Kit“ (SDK) bietet bessere Integrationsmöglichkeiten der Apple-Watch-Hardware wie Taptic Engine, Digitale Krone und Gesundheitssensoren der Apple Watch mit den Apps der Entwickler. Dabei sind auch die Tools, um Komplikationen der App für das Ziffernblatt zu entwickeln. Unter dem Namen Clockkit gibt es ein neues Framework für die Entwickler, das die Einblendung stets aktueller Informationen auf dem Ziffernblatt erlaubt. Die Funktion Time Travel von WatchOS 2.0 funktioniert nicht nur mit Komplikationen von Apple-Apps, über Clockkit können auch Entwickler ihre Apps fit für Time Travel machen. WatchOS 2.0 ist nicht einfach lediglich ein kleines Update, die Fülle der neuen Funktionen und Möglichkeiten rechtfertigt den Versionssprung und ist weit mehr als ein Marketinggag von Apple.

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