1783212

Das kann das Netzwerkdienstprogramm

16.07.2013 | 10:00 Uhr |

OS X verwendet in der untersten Architektur-Schicht einen Unix-Kernel. In diesem Kernel stehen Funktionen zum Überwachen, Testen und Verfolgen von Datenpaketen zur Verfügung.

Eigene Internet-Probleme oder die Erreichbarkeit von Webseiten sind Beispiele solcher Alltagssituationen bei denen diese Funktionen helfen. Apple hat die wichtigsten Helfer in einer Anwendung zusammengefasst und dieser den Namen „Netzwerkdienstprogramm“ gegeben.

Warum diese Internet-Helfer nicht separat verfügbar sind, liegt daran, dass es Kommandozeilenprogramme sind, die ihren Ursprung  meist schon um 1985 haben. Apple hat sie durch das Netzwerkdienstprogramm also auch für Benutzer zugänglich gemacht, die nicht so häufig mit dem Terminal in Berührung kommen.

Ein erster Überblick

Das Netzwerkdienstprogramm liegt im Ordner “/Programme/Dienstprogramme“, alternativ kann man das Programm über Spotlight suchen und öffnen. Es bietet ein Fenster mit acht unterschiedlichen Reiten, die die nützlichen Informationen über den Datenverkehr des eigenen Rechners beinhalten. Der erste Reiter „Informationen“ gibt Auskunft über die aktiven Netzwerkschnittstellen wie Wlan, Bluetooth oder Ethernet. Im Unterschied zu der herkömmlichen Anzeige wie sie die Menüleiste bietet, kann man hier die Verbindungsgeschwindigkeit oder die Übertragungsstatistik prüfen. 

Unter dem ersten Reiter im "Netzwerkdienstprogramm" sind alle Informationen zu Ihren Internetschnittstellen aufgeführt. Wählen Sie im Aufklapp-Menü also WLAN aus, wenn Sie via WLAN mit dem Netzwerk verbunden sind. Wenn Sie via einem Kabel mit Ihrem Router verbinden sind, so ist der Eintrag "Ethernet" der richtige.
Vergrößern Unter dem ersten Reiter im "Netzwerkdienstprogramm" sind alle Informationen zu Ihren Internetschnittstellen aufgeführt. Wählen Sie im Aufklapp-Menü also WLAN aus, wenn Sie via WLAN mit dem Netzwerk verbunden sind. Wenn Sie via einem Kabel mit Ihrem Router verbinden sind, so ist der Eintrag "Ethernet" der richtige.

Netstat - Professionelle Hilfe für Netzwerk-Administratoren

Mit Netstat kann der Nutzer herausfinden, welche Ports geöffnet sind und wie die Netzwerk-Umgebung eines Mac aussieht. Netstat ist die erste Anlaufstelle um Auffälligkeiten im eigenen Netzwerk ausfindig zu machen. Infizierte Programme, die Ihren Mac ausspionieren und von Zeit zu Zeit diese Informationen an einen entfernten Server schicken, tauchen hier ebenso auf wie geöffnete Webseiten.

Unter dem Reiter Netstat finden Sie heraus, welche Verbindungen Ihr Mac aktuell mit dem Internet hergestellt hat. Es bedarf einer genaueren Analyse ob es sich um legitime oder vielleicht um "Spitzel" handelt die geheime Informationen Preis geben.
Vergrößern Unter dem Reiter Netstat finden Sie heraus, welche Verbindungen Ihr Mac aktuell mit dem Internet hergestellt hat. Es bedarf einer genaueren Analyse ob es sich um legitime oder vielleicht um "Spitzel" handelt die geheime Informationen Preis geben.

Ping - Webseiten-Check

Streikt die Internet-Verbindung, kann man diese direkt im Browser überprüfen. Dafür tippt man in die Adresszeile "www.google.de" und ruft die Seite auf. Da Google zu 99 Prozent erreichbar ist, kann man davon ausgehen, dass ein leeres Fenster auf ein Problem im eigenen Netzwerk hinweist.

Professioneller geht es mit Ping. Dort gibt man IP-Adressen (z.B. 173.194.113.191) oder Domain-Namen (z.B. macwelt.de) ein. Anschließend schickt das Tool Datenpakete an diese Adresse und bekommt als Antwort welche zurück. Gehen auf dem Weg also die Datenpakete verloren, deutet dies auch auf ein Netzwerkproblem hin.

Die Webseiten-Betreiber oder Service-Provider können mit Ping überprüfen, ob diese richtig mit den Benutzern kommunizieren.

Lookup - Was steckt hinter der IP/Domain?

Via Lookup kann der Anwender Informationen über eine Webseite oder IP-Adresse herausfinden. Über einen MX-Eintrag kann man herausfinden, dass der E-Mail-Verkehr über Outlook respektive Exchange Server abgewickelt wird, und der A-Eintrag ( A Record ) zeigt die IP-Adresse des Servers an, auf dem der Inhalt beispielsweise der Macwelt-Web-Seite liegt.

Trace - Den Datenweg nachvollziehen

Die Daten einer Webseite erreichen den Nutzer meistens nicht direkt, sondern auf den Umwegen über mehrere Server. Mit Trace kann man diese Server herausfinden. Diese Informationen klingen sehr abstrakt, doch können sie auch im Alltagsgebrauch nützlich sein. Steht eine Datei über mehrere Download-Quellen zur Verfügung, lässt sich mit Trace herausfinden, welche davon am schnellsten ist. Faustregel hier: je weniger Zwischenstationen, desto schneller funktioniert der Download.

Mit dem Trace-Programm kann die Route eines Datenpakets verfolgt werden. Nach Eingabe einer Webadresse sehen Sie alle Server die dazwischen liegen, und Ihre Daten weiterverarbeiten damit sie zum Ziel kommen.
Vergrößern Mit dem Trace-Programm kann die Route eines Datenpakets verfolgt werden. Nach Eingabe einer Webadresse sehen Sie alle Server die dazwischen liegen, und Ihre Daten weiterverarbeiten damit sie zum Ziel kommen.

Whois - Wer betreibt eine bestimmte Webseite?

Mit Whois lässt sich abfragen, wer eine bestimmte Webseite registriert hat und für die gesuchte Domain verantwortlich ist. Leider scheitert die eingebaute Whois-Abfrage von Apple bei den deutschen Domain-Namen. Eine gute Alternative bietet hier die Webseite denic.de. Die Webseite bietet die notwendigen Informationen zu den Webseiten unterhalb der Top Level Domains ".de".

Mit der Whois-Abfrage lassen sich verdächtigte Seiten leicht überprüfen. Verlangt die Seite ein Paypal- oder Apple-ID-Login, die Whois-Informationen aber weisen auf die Server in China hin, sollten bei Ihnen sofort die Alarm-Glocken klingeln. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um einen Phishing-Versuch, die Konto-Informationen landen nicht beim Anbieter, sondern bei den Cyber-Kriminellen.

Finger - Die ersten Status-Updates vor Facebook und Co.

Mit Finger lässt sich der Status der angemeldeten Benutzer überprüfen. Tippt der Nutzer den eigenen Benutzer-Namen und betätigt "Finger", zeigt das System an, seit wann sich der Benutzer am Mac angemeldet hat. Die gleichen Informationen lassen sich über die anderen Anwender im gleichen Netzwerk herausfinden. In der heutigen Zeit ist Finger nur noch eine Randnotiz und wird kaum mehr verwendet. Oft erhält man nur die lapidare Rückmeldung "Connection refused".

Portscan - Offene Ports anzeigen

Das Tool Portscan prüft und listet die offenen Schnittstellen eines Rechners oder Servers auf. Portscan kann man sowohl für die Sicherung als auch fürs Troubleshooting am Mac verwenden. Ist beispielsweise der zuständige Port 21 nicht geöffnet, muss man sich nicht wundern, warum die Verbindung mit einem FTP-Server nicht funktioniert.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1783212