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Datenaustausch zwischen iPhone und Mac leicht gemacht

10.08.2016 | 17:31 Uhr |

Es gibt viele Möglichkeiten, unterwegs Daten vom iPhone weiterzugeben oder von anderen zu empfangen. Wir geben Tipps, wann sich welche Methode empfiehlt.

Zu den Situationen, die wohl jeder schon einmal erlebt hat, gehört, dass man mit seinem iPhone bei Freunden oder Kollegen zu Besuch ist und irgendwelche Daten austauschen möchte. Das können Kontaktdaten sein, wichtige Office-Dokumente oder größere Datenmengen, die man nach Hause oder ins Büro transportieren will. Das iPhone bietet viele Wege hierfür an, klassisch mit dem USB-Kabel oder drahtlos über WLAN, Bluetooth oder die mobile Internetverbindung.

Erste Überlegungen

Welcher Weg der beste ist, hängt von der jeweiligen Situation ab. Neben Art und Umfang der Daten spielt auch die Gegenstelle eine Rolle. Soll zwischen iOS-Geräten oder mit einem Rechner kommuniziert werden? Wer dabei Absender und wer Empfänger sein soll, ist dagegen eher unwichtig, da die meisten Methoden in beide Richtungen funktionieren.

Transfer per Internet

Es klingt vielleicht, als ob man mit Kanonen auf Spatzen schießt, aber der Weg über das Internet ist selbst für zwei Geräte im gleichen Raum oft der einfachste. Das iPhone ist nun mal von Apple als mobiles Internetgerät konzipiert worden, das bereits mit Bordmitteln Kontakt über das Internet aufnehmen kann. Für die Verbindung zum Internet gibt es zwei Möglichkeiten. Steht vor Ort ein WLAN zur Verfügung, zum Beispiel ein öffentlicher Hotspot oder ein privater Router bei Bekannten, aktivieren Sie, falls nötig, beim iPhone unter „Einstellungen > WLAN“ das drahtlose Netzwerk. Dann sollte das gewünschte WLAN in der Auswahl erscheinen. Wählen Sie es aus, und tragen Sie die Zugangsdaten ein. Viele Router für den privaten Bereich bieten inzwischen einen Gastzugang an, über den Besucher schnell in das Internet kommen, ohne dass man das Passwort für das private WLAN verraten muss.

Als zweite Möglichkeit kann das iPhone über das Mobilfunknetz auf das Internet zugreifen. Der Vorteil hierbei ist, dass man praktisch überall online gehen kann, da man nicht mehr auf fremde Zugänge angewiesen ist. Trotzdem sollte man, wenn möglich, WLAN vorziehen. Der Zugang über das Mobilfunknetz ist nämlich mit einigen Nachteilen verbunden. Zunächst ist die Geschwindigkeit extrem von den lokalen Empfangsverhältnissen abhängig. Zeigt das iPhone neben der Provider-Kennung oben links einen kleinen Kreis (für GPRS) oder „E“ (für EDGE) an, so sind maximal 53,6 beziehungsweise 237 KBit/s möglich. Sollen mehr als nur ein paar kleinere Dateien übertragen werden, sollte „3G“ (für UMTS) mit guter Empfangsstärke angezeigt werden. Optimal wäre der Status „LTE“, seit dem iPhone 5 sind Apples Smartphones mit passenden Chips ausgestattet und alle Provider haben ihre Netze auf die vierte Generation des Mobilfunkstandards aufgerüstet.  Ein weiterer Nachteil bei Nutzung der Mobilfunknetze ist, dass man mit gewissen Einschränkungen leben muss. Einige Dienste benötigen mindestens 3G-Empfang, andere wie Fotostream sogar WLAN. Außerdem muss man bei der Übertragung größerer Datenmengen das mit dem Mobilfunkvertrag gebuchte Datenvolumen berücksichtigen. Die meisten Flatrates schalten bei Überschreitung einer bestimmten Grenze auf GPRS-Geschwindigkeit runter.

Klassische Internetdienste

Die einfachste Methode des Austauschs ist wohl der Versand als Mail-Anhang. Die meisten Apps, die Daten an andere Apps und Dienste weitergeben können, bieten E-Mail als Option an. Das gilt für Bilder aus der App Fotos genauso wie für Kontakte aus dem Adressbuch, den aktuellen Ort in Karten oder PDFs in iBooks , um nur einige zu nennen. Die Daten lassen sich mit wenigen Handgriffen weitergeben.

Der große Vorteil des Mail-Versands ist die Plattformunabhängigkeit, ein E-Mail-Client steht auf praktisch jedem Rechner, Smartphone oder Tablet-PC als Gegenstelle zur Verfügung. Im umgekehrten Fall ist das iPhone ebenfalls gut vorbereitet. Erhalten Sie eine Nachricht mit Anhang, können Sie viele Dokumente gleich in der Mail-App anzeigen lassen. Außerdem bietet sie geeignete Apps zum Öffnen an.

Ist eine Datei zu groß für den Mail-Versand, sind Mac- und iPhone-Nutzer am besten vorbereitet. Mit Mail Drop lassen sich selbst Gigabyte-große Anhänge verschicken. Die Datei landet dann auf einem Apple-Server und wird dort einen Monat gespeichert, der Empfänger bekommt einen Link darauf zugestellt. Das beste dabei – die Dateigröße wird dem eigenen iCloud-Speicher nicht abgezogen. Aber auch Alternativen gibt es zu Genüge: Mit Goodreader for iPhone (4,99 Euro) können Sie vom iPhone auf diverse Arten von Servern zugreifen, darunter WebDAV, FTP sowie Mac- und Windows-Freigaben (AFP und SMB). Auch Dropbox und andere Cloud-Speicher werden unterstützt.

Externe Speicherdienste

Cloud-Dienste wie Dropbox sind eine prima Alternative zu E-Mail und klassischen Fileservern. Die Daten werden auf dem Cloud-Speicher im Internet hinterlegt, worauf alle Beteiligten zugreifen können. Ein Dienst mit großer Verbreitung auf iOS, Windows und OS X ist Dropbox. In der kostenlosen Version bietet er bereits 2 GB Online-Speicher, der sich automatisch mit den Clients für Mac und PC synchronisieren lässt. Zudem gibt es eine kostenlose App für iPhone und iPad, die den Inhalt der Dropbox auf iOS-Geräten anzeigt und Up- und Downloads erlaubt. Dadurch bildet Dropbox eine gute Basis für den Datenaustausch zwischen iPhone und anderen iOS-Geräten oder Rechnern.

Um vom iPhone Daten hochzuladen, installiert man die Dropbox-App . Diese steht dann zur Weiterleitung in diversen Apps im Menü der Funktionen „Senden“ oder „Öffnen mit“ zur Auswahl bereit. In Pages oder Numbers können Sie Ihr Dokument dabei zum Beispiel auch gleich in ein MS-Office-Format oder ein PDF umwandeln. Das Dokument wird in den Dropbox-Bereich auf dem iPhone kopiert, von wo es automatisch von der App auf den Server geladen wird. Andere Apps wie die Office-Suite Documents To Go Premium beherrschen selbst den Zugriff auf Dropbox und arbeiten mit dort liegenden Dokumenten. Für die Weitergabe von Daten an Dritte gibt es zwei Möglichkeiten. Benutzt der Empfänger ebenfalls Dropbbox, können Sie einen Ordner für ihn freigeben. Dieser taucht dann in beiden Dropbox-Accounts mit gleichem Inhalt auf.

Fotos via Fotostream weitergeben

Für iPhones und iPads bis iOS 7 bietet sich als einfache und elegante Möglichkeit zur Weitergabe von Bildern der Fotostream an. Der Apple-Dienst erledigt nicht nur den automatischen Abgleich von Bildern zwischen eigenen Geräten, sondern erlaubt auch die Freigabe von Fotos für andere und deren Präsentation als Webgalerie. Der Abgleich über Fotostream klappt zwischen iOS-6-Geräten und Macs mit OS X 10.8 und höher, während die Webgalerie auf jedem Gerät mit einem Browser erreichbar ist. Zum Anlegen eines gemeinsamen Fotostreams benutzen Sie auf dem iPhone die App Fotos. Die Funktion „Senden“ unterstützt Fotostreams als Ziel der Ausgabe. Dabei können Sie einen neuen Stream erzeugen oder zu einem vorhandenen Bilder hinzufügen. Sie können auch nachträglich noch weitere Personen zu einem gemeinsamen Fotostream hinzufügen oder eingetragene löschen.

Die Empfänger werden durch eine E-Mail eingeladen, die den Link zum Abonnieren des Streams oder zum Öffnen der HTML-Galerie enthält. Beide Wege erlauben den Download von Bildern des Fotostreams.

Alle Mitglieder der Freigabe können sofort nach dem Upload einer Datei am Rechner oder iOS-Gerät darauf zugreifen. Diese Methode empfiehlt sich besonders, wenn man mit mehreren Personen regelmäßig Daten austauscht. Der zweite Weg funktioniert auch, wenn der Empfänger über keine eigene Dropbox verfügt. Sie können in der Dropbox-App auf dem iPhone eine Datei auswählen und zur Weitergabe per Sendemenü einen Download-Link zur Dropbox per Mail oder SMS versenden. Dieser Weg eignet sich gut für sehr große Dateien oder für Partner, mit denen man nicht regelmäßig Daten austauscht.

Apples eigene Lösung: iCloud Drive

Das iCloud Drive, das Apple mit OS X 10.11 El Capitan und iOS 9 eingeführt hat, dient vor allem dazu, Daten zwischen den eigenen Geräten auszutauschen, von Mac zu iPad zu iPhone zu Mac. Doch ist es relativ einfach, auf dem iCloud Drive gespeicherte Dokumente an Freunde und Kollegen weiter zu geben. Öffnen Sie das entsprechende Dokument, etwa einen in Pages verfassten Text und tippen Sie auf die "Senden"-Schaltfläche rechts oben. Sie haben dann die Möglichkeit, einen Link auf die Datei zu versenden oder gleich das Dokument im Ganzen.

Das iCloud Drive erleichtert vor allem den Datentausch zwischen den eigenen Geräten.
Vergrößern Das iCloud Drive erleichtert vor allem den Datentausch zwischen den eigenen Geräten.

Fotos und Videos weitergeben

Einen Sonderfall stellen Fotos dar, da es hierfür spezielle Dienste gibt, die den Austausch erleichtern. Eine einfache und elegante Möglichkeit zur Weitergabe von Bildern bietet seit iOS 8 die iCloud-Fotomediathek, konkret die iCloud-Fotofreigabe, die ab Werk in den Einstellungen von iOS 8 und höher eingeschaltet ist – unabhängig davon, ob man die iCloud-Fotomediathek benutzt oder nicht. Das Teilen geschieht unkompliziert, zunächst wählt man die Fotos oder ganze Momente aus und tippt dann auf die Schaltfläche "Freigeben". Ab hier hat man die Auswahl, ob man die Fotos per Mail, iCloud-Fotofreigabe oder per angepasster App freigeben will. Apple hat ja diese Schnittstelle ab iOS 9 auch Dritt-Entwicklern zur Verfügung gestellt, so ist es momentan möglich, direkt aus Fotos die Bilder per Facebook Messenger zu versenden.

iCloud-Fotofreigabe ist auf Mac- oder iPhone-Nutzer beschränkt und stellt einen Sonderweg dar. Man wird dabei gefragt, ob man die Bilder einem bereits bestehenden via iCloud freigegebenen Album zuweisen möchte oder ein neues erstellen will. Nach Eingabe der E-Mailadresse(n) des oder der Adressaten stellt man das Album via "Posten" zur Verfügung, die Empfänger erhalten dann eine E-Mail mit dem Link und optional eine Benachrichtigung in Fotos für OS X, sofern das Programm installiert ist. Das freigegebene Album bindet sich dann auch gleich in Fotos auf dem Mac ein.

Die iCloud-Fotofreigabe löst ab iOS 8 den Fotostream als Option zum Teilen von Bildern ab.
Vergrößern Die iCloud-Fotofreigabe löst ab iOS 8 den Fotostream als Option zum Teilen von Bildern ab.

Lokales WLAN nutzen

Der Zugriff auf Fileserver mit Goodreader for iPhone funktioniert natürlich nicht nur über das Internet, sondern auch im lokalen Netz. Wenn Sie am Mac oder PC Ordner freigeben, kann Goodreader sich für die Übertragung von Dateien anmelden. Die App bietet aber noch eine Option für den lokalen Datentransfer. Sie verfügt über einen eigenen Webserver, über den sie den Zugriff auf ihr eigenes Archiv ermöglicht, also auf Dateien, die man auf dem iPhone mit den Funktionen „Öffnen mit“ oder „Senden“ im lokalen Speicher von Goodreader abgelegt oder mit der App von irgendwelchen Diensten geladen hat.

Auf den Goodreader-Server kann jedes Gerät im lokalen Netz zugreifen. Für einfache Dateitransfers reicht ein Browser. Komfortabler wird es, wenn Sie ihn als Netzwerk-Volume in OS X oder Windows mounten. Sie können auch von anderen iOS-Geräten mit Goodreader zugreifen.

Eine hauseigene Alternative für gemeinsame Netzwerke bietet Airdrop an. Der Dienst funktioniert jedoch nur zwischen den neueren Apple-Geräten (iOS – ab Ende 2012, OS X – ab Ende 2010).

Bluetooth und USB

Die direkte Übertragung von einem iOS-Gerät zum nächsten ist auch via Bluetooth möglich. Wir empfehlen hierfür die kostenlose App Bluetooth Share Center (ehemals Bluetooth Sharepoint). Sie muss auf beiden Geräten installiert und geöffnet werden. Fotos werden zur schnelleren Übertragung leider ungefragt verkleinert.

Steht ein Rechner mit iTunes zur Verfügung, kann man die Daten auch per USB übertragen, was am schnellsten geht. Dabei sollten sie aber daran denken, Ihr USB-Kabel mitzunehmen. Eine gute Schaltstelle zwischen den unterschiedlichen Geräten bieten mittlerweile die sogenannten USB-auf-Lightning-Sticks. Diese haben zwei Schnittstellen: Per Lightning werden die Daten von und auf ein iPhone oder iPad übertragen, per USB – auf alle anderen Geräte. Die Sticks funktionieren auch prima als herkömmliche Speichersticks, so sind sie für die größeren Datenmengen wie zum Beispiel Videos zu empfehlen. Eine Auswahl an Lightning-Sticks haben wir hier vorgestellt .

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