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Datenschutz für das iPhone

09.02.2012 | 13:12 Uhr |

Mit iOS 5 hat Apple weitere Schutzmechanismen für die Daten des iPhone-Nutzers eingeführt. Beherzigt man einige Grundregeln, lassen sich sensible Daten sicher vor Hackangriffen schützen. Wir zeigen, wie das geht

Teaser Code-Sperre
Vergrößern Teaser Code-Sperre

Das Thema Datensicherheit taucht in schöner Regelmäßigkeit - spätestens nach jedem großen iOS-Update - wieder auf. Gemeint ist die Sorge der Benutzer, ob ihre Daten ausgespäht werden können, und wenn ja, was Apple dagegen tut.

In den vergangenen Jahren konnten wir immer wieder zeigen, dass zumindest ein Teil des Datenbestands von Unbefugten ausgelesen werden kann, wenn das iPhone in falsche Hände gerät. Das hat sich auch unter iOS 5 nicht grundsätzlich geändert.

Verschlüsselter Datenbestand

Zwar verfügen die drei aktuell von Apple angebotenen iPhone-Modelle ebenso wie die beiden iPad-Versionen über eine hardwareseitige Verschlüsselungsfunktion, die kommt aber nicht flächendeckend über den gesamten Datenbestand zum Einsatz. Der partielle Schutz ist zudem nur aktiv, wenn der Benutzer einige der Schutzmechanismen, die Apple mit iOS anbietet, auch einsetzt.

Seit iOS 5 ist der Datenbestand der sogenannten Root-Partition auf dem iPhone automatisch verschlüsselt. Anders verhält sich das bei der User-Partition, auf der wesentliche Teile der Benutzerdaten gespeichert werden. Wenn Sie keinen von Apples Schutzmechanismen einsetzen, kann der Dieb Ihres iPhone etwa Ihre Adressen, Mails, Fotos und Dateien problemlos auslesen, über iTunes oder Hilfsprogramme wie Phoneview .

Code-Sperre

Die iOS-Funktion " Code-Sperre " verhindert nicht nur, dass ein Unbefugter in einem unbeobachteten Moment einen Blick auf Ihre iPhone-Daten wirft. Ist die Funktion eingeschaltet, kann er die genannten Daten nicht mehr über iTunes, Phoneview und andere Programme auslesen. Zudem lässt sich Code-Sperre so konfigurieren, dass nach zehn Versuchen der Code-Eingabe der Datenbestand des iPhone sicher gelöscht wird.

Gerät das iPhone in die Hände eines technisch versierten Diebes, hat der bei eingeschalteter Code-Sperre mit speziellen Tools zwar Zugriff auf Teile der User-Partition, viele Dateien wie etwa Mails sind aber sicher verschlüsselt.

"Code-Sperre" gibt es in zwei Varianten: als vierstellige Zahl, ähnlich wie ein PIN-Code, oder als Passwort mit Zahlen und Zeichen. Die erste Variante können geübte Datendiebe über eine " Bruteforce " genannte Attacke knacken. Da hier nicht direkt auf dem iPhone-Interface alle möglichen 10 000 Kombinationen der vier Zahlen probiert werden, sondern das Smartphone von einem PC gebootet wird, geht die Attacke relativ schnell und umgeht die Datenlöschung nach zehn Fehlversuchen. In ein paar Minuten ist der Code geknackt, der komplette Datenbestand liegt frei. Deshalb sollte man die komplexe Variante von Code-Sperre wählen, mit der Bruteforce-Attacke lässt sich das Passwort dann nicht knacken.

Backup und sichere Apps

Wer das iPhone wie bisher mit dem Rechner über iTunes synchronisiert, legt automatisch ein Backup auf dem PC an. Ist das nicht verschlüsselt, lassen sich auch hier sensible Benutzerdaten extrahieren - Verschlüsselung ist also Pflicht.

Mit Code-Sperre und verschlüsselten Backups verfügen Sie über eine solide Grundlage für sichere Daten. Wenn Sie dann noch Spezial-Apps für das Speichern Ihrer Kontodaten und anderer wichtiger Informationen nutzen und dazu Lösungen wie Good Reader für die Aufbewahrung von wichtigen Dateien, etwa Kalkulationen, Geschäftsbriefen und anderen, ist der lokale Datenbestand relativ sicher gegen Datenklau geschützt.

Risiko Internet

Das iPhone lebt wie alle Smartphones von seiner Kommunikationsfähigkeit über das Internet. Die erfolgt in vielen Fällen unterwegs per Wi-Fi in Hotels, an Flughäfen oder Hotspots. Genau hier können böswillige Zeitgenossen den Datenverkehr abhören und Mails, Zugangspasswörter und andere Informationen "mitschneiden". Wir zeigen, wie Sie verschlüsselte Mail- und Webserver-Verbindungen nutzen, dazu optional einen VPN-Tunnel für den perfekten Datenschutz unterwegs. Mit der Unterstützung von digitalen Signaturen und Verschlüsselung von Mails über S/MIME ( Secure/Multipurpose Internet Mail Extensions ) hat Apple iOS 5 einen weiteren Schutz verpasst.

Schon mit den in diesem Workshop gezeigten Schutzmechanismen sind Ihre iPhone-Daten sehr sicher verwahrt und Kommunikation vor Mithörern geschützt.

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