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Mac aufräumen - Programme richtig deinstallieren

19.09.2016 | 10:48 Uhr |

Apple hat macOS Sierra für den 20. September angekündigt. So schaffen Sie für den Installter Platz auf Ihrem Mac. Vor allem Programme, die Sie nicht mehr benötigen, beanspruchen überflüssig viel Speicher. Sie zu deinstallieren ist jedoch nicht schwierig.

Nach gut drei Monaten Betatest von Entwicklern und interessierten Anwendern steht nun das neue Mac-Betriebssystem macOS 10.12 Sierra zur Veröffentlichung bereit. Apple hat den 20. September als Termin genannt, aller Voraussicht nach bietet der Mac App Store das zwölfte große Update für das auf Unix basierende Mac-Betriebssystem ab etwa 18 Uhr MESZ an.

Die Installation über den Mac App Store ist einfach und bequem, gerade in der Nacht zum Mittwoch werden Sie aber mit Verzögerungen rechnen müssen, wenn viele Mac-Anwender gleichzeitig den Download starten.

Vor der Installation sollten Sie ohnehin noch zwei Dinge erledigt haben: Sie benötigen für den Fall der Fälle ein sauberes, etwa mit Time Machine erstelltes Backup , damit Ihnen keine Daten verloren gehen und Sie im Zweifelsfall wieder zurück zu OS X 10.11 El Capitan oder 10.10 Yosemite können. Danach sollten Sie auf Ihrem Mac Platz schaffen, denn macOS Sierra wird davon erheblich beanspruchen. Lesen Sie hier im Folgenden, wie Sie alte und nicht mehr benötigte Dateien auf dem Mac aufspüren und sie entfernen.

Platz für macOS Sierra frei räumen

OS X liefert, anders als Windows, kein eigenes Programm zum Deinstallieren von Anwendungen mit. Hier ist der Benutzer auf die Hersteller selbst angewiesen, die aber oftmals nur sehr unzureichend hinter sich aufräumen. Bei kleineren Programmen reicht das Löschen des Programmpakets aus, bei größeren Installationen wie Photoshop ist es damit jedoch nicht getan. Tipp: Hier lesen Sie, wie Sie Apps aus dem Mac App Store restlos löschen .

1. Programme am Mac deinstallieren

Es gibt ein relativ einfaches Vorgehen beim Deinstallieren von Programmen. Zuerst lokalisieren Sie alle Dateien, die zu einer Anwendung gehören und löschen sie anschließend. Zahlreiche Dritthersteller haben sich auf diese vernachlässigte Stelle in OS X spezialisiert, und bieten verschiedene Hilfsprogramme für diese Aufgabe an. Genau wie die mitgelieferten Deinstallationsprogramme der Hersteller kann solche Software aber auch für viel Unheil sorgen.

Besser selbst machen als Software einsetzen

Mit einem einfachen Terminal-Befehl sparen Sie sich daher viel Zeit und Geld. Ersetzen Sie in unten stehender Zeile Anwendung durch die von Ihnen gewünschte Software. Ist der Hersteller nicht bekannt, reicht auch einfach der Programmname.

find / -iname "*Anwendung*" >> ~/Datei.txt
Nach dem Ausführen des Suchbefehls auf dem Terminal befinden sich in der erstellten Datei alle Pfade zu den gefundenen Dateien. Nach einem gründlichen Check, ob diese auch zum gewünschten Programm gehören, kann via Finder oder direkt Terminal zum Ort navigiert, und die Datei gelöscht werden.
Vergrößern Nach dem Ausführen des Suchbefehls auf dem Terminal befinden sich in der erstellten Datei alle Pfade zu den gefundenen Dateien. Nach einem gründlichen Check, ob diese auch zum gewünschten Programm gehören, kann via Finder oder direkt Terminal zum Ort navigiert, und die Datei gelöscht werden.

Öffnen Sie also das Terminal im Ordner Dienstprogramme, und geben den Befehl (Achtung, hochgestellte Punkte stehen für Leerzeichen) und anschließend Ihr Passwort ein. Mit der Bestätigung der Eingabetaste wird Ihr gesamtes System nach Dateien mit dem Namen innerhalb der Hochkommata durchsucht, und die Pfade in einer Textdatei auf Ihrem Desktop gespeichert. Die Sternchen vor und nach dem Namen geben an, dass der Anwendungsname auch nur Teil eines Dateinamens sein kann.

Zum Löschen öffnen Sie einfach ein neues Finder-Fenster, drücken die Tastenkombination „Befehl-Umschalt-G“ (cmd-Shift-G), und kopieren eine Zeile der Textdatei in die Eingabezeile im Finder. Mit einem Klick auf „Gehe zu“ gelangen Sie zur entsprechenden Stelle, und können die Datei anschließend löschen. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob sie die Datei nicht doch noch brauchen, lesen Sie einfach weiter.

Programmspuren im System beseitigen

Der Programme-Ordner ist nur die erste Anlaufstelle, in der Hersteller ihre Software platzieren. Datenbanken, Einstellungen und Caches sind im gesamten System verteilt, und werden oft nicht bei der Deinstallation berücksichtigt. Unsere Auflistung der wichtigsten Stellen zeigt, wo sich die meisten Programmfragmente finden lassen:

/Users/benutzername/Library/Application Support

/Users/benutzername/Library/Saved Application State

/Users/benutzername/Library/Preferences

/Users/benutzername/Library/Caches

Im Ordner „Application Support“ finden sich Backups, Logs oder Programmdatenbanken. Hersteller legen hier einen Ordner mit dem Programmnamen an, und speichern dann zur Laufzeit benötigte Inhalte ab. Der Ordner „Saved Application State“ dient dem System dazu, Anwendungen in dem Zustand zu öffnen, in dem sie beendet wurden.

Preferences heißt auf deutsch Voreinstellungen, und genau diese befinden sich, programmspezifisch, im gleichnamigen Ordner. Alle Dateien hier haben eine Endung .plist. Dieses Format nutzt OS X um Grundeinstellungen auszulesen. Jeder Hersteller speichert dabei andere Werte.

Der Ordner „Caches“ ist dazu da, um immer wiederkehrende Dateien und Zustände vorzuhalten. Zeigt zum Beispiel ein Browser zum zehnten Mal in der Minute den Suchbegriff „Macwelt“ an, kontaktiert er dazu nicht mehr die Server von Google, sondern zeigt die bereits zuvor geladene Ansicht.

Neben den bereits besprochenen Stellen gibt es noch zwei weitere Orte, die Sie beim Forschen nach Resten alter Programme unbedingt durchsuchen sollten.

Programmablagerungen aufspüren

Zum einen ist das der Ordner „Cookie“. Browser beziehungsweise aufgerufene Webseiten legen dort benutzerspezifische Daten, wie Benutzername und Passwort, an. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Viele Websites nutzen dies, um eine nutzerspezifische Version der Website anzuzeigen. Wer hier löscht, muss eventuell individuelle Einstellungen neu treffen oder Name und Passwort neu eingeben.

Alle installierten Drucker befinden sich im Druckerverzeichnis im Library Ordner des Home-Verzeichnisses. Ein einfaches Löschen der einzelnen Pakete reicht meist aus. Zur Sicherheit kann der Datei-Finden-Trick aus dem ersten Kapitel angewandt werden.
Vergrößern Alle installierten Drucker befinden sich im Druckerverzeichnis im Library Ordner des Home-Verzeichnisses. Ein einfaches Löschen der einzelnen Pakete reicht meist aus. Zur Sicherheit kann der Datei-Finden-Trick aus dem ersten Kapitel angewandt werden.

Seit OS X Lion hat Apple auch das sogenanntes Sandboxing als Sicherheitsmaßnahme eingeführt. Dieser Mechanismus sorgt für programmeigene Ordner, in denen der Nutzer walten und schalten kann wie er will. Diese Programm-Container befinden sich im Verzeichnis ~/Library/Container. Auch hier sollten Sie nur Ordner von Programmen löschen, die nicht mehr auf Ihrem Rechner existieren.

Der Komfort, mit dem es Apple erlaubt, Drucker in das System zu integrieren hat auch einen Preis: Mit der Zeit lagern sich viele Druckerinstallationen im System ab, der Nutzer verliert schnell den Überblick. Die richtige Anlaufstelle ist auch hier der Library-Ordner im eigenen Benutzerverzeichnis. Öffnen Sie mit der Tastenkombination „Befehl-Umschalt-G“ (cmd-Shift-G) das Eingabefenster und geben Sie dort „~/Library“ (ohne Anführungszeichen) ein. Dies führt Sie direkt zu allen installierten Druckern im Ordner “Printers”.

Ein einfaches Löschen der Datei genügt, um einen Treiber vollständig vom System zu entfernen. Auch wenn jeder einzelne oftmals nur ein paar KB groß ist: In der Summe können die Druckertreiber bei einem Macbook mit wenigen GB an Festplattenspeicher eine Menge Platz belegen. Die passende Treiber-Software ist wie im ersten Teil des Artikels über den Terminal-Befehl zu finden.

3. Sprachpakete

Anwendungen bieten oftmals verschiedene Sprachoptionen bei der Installation an. Doch nur weil man die eigene Sprache auswählt, bedeutet das nicht, dass nicht weitere Sprachen installiert werden. Auch nach dem Installieren ist die Oberfläche in verschiedenen Sprachen verfügbar. Für Anwender, die nicht in mehreren Sprachen auf dem Rechner arbeiten, hat das keine Vorteile. Sprachpakete kosten Speicherplatz. Die zusätzlichen Pakete zu jedem Programm finden sich nach einem Rechtsklick (bzw. Klick mit gehaltener Control-Taste) auf das Programmicon im Kontextmenü über den Eintrag „Paketinhalt anzeigen”.

Mit der Tastenkombination „Befehl-Umschalt-G“ öffnet sich ein Eingabefenster, das einen Pfad als Eingabe aktzeptiert. Der Ordner Application Support in der Library des Benutzerverzeichnisses enthält Unterordner jeder auf dem System installierten Anwendung. Damit ist er auch die erste Anlaufstelle nach dem Entfernen des Programmpakets im Programme-Ordner.
Vergrößern Mit der Tastenkombination „Befehl-Umschalt-G“ öffnet sich ein Eingabefenster, das einen Pfad als Eingabe aktzeptiert. Der Ordner Application Support in der Library des Benutzerverzeichnisses enthält Unterordner jeder auf dem System installierten Anwendung. Damit ist er auch die erste Anlaufstelle nach dem Entfernen des Programmpakets im Programme-Ordner.

Im sich öffnenden Fenster erscheinen diese dann unter Contents/Ressources. Alle Sprachen-Ordner haben die Endung .lproj. Auch hier ist allerdings Vorsicht geboten: Manchmal beschädigt das Entfernen von Sprachen eine Anwendung, sodass sie neu installiert werden muss. Der Speicherplatzgewinn ist jedoch teilweise beachtlich: Beim Programm 1Password ist ein typisches Sprachpaket circa 500 KB groß.

4. Schriften

Ein unterschätzter Faktor beim Thema Platz schaffen sind Schriften. OS X bietet standardmäßig eine Fülle an unterschiedlichen Variationen und Typen an. Wer im Grafikbereich arbeitet, dürfte um den immensen Datenbedarf Bescheid wissen. Ein Beispiel: Die Ubuntu Font (auf der Website erhältlich), beansprucht rund 5 MB auf der Festplatte. Zahlreiche Programme installieren Schriften nach, die auch nach der Deinstallation im System bleiben und dort mehrere hundert MB bis zu einem GB Platz blockieren.

Schriften werden an verschiedene Stellen im System gelagert. Die wichtigsten Orte sind im eigenen Ordner „Library“ (~/Library/Fonts) und im Library-Ordner des Systems (/Library/Fonts). Im Benutzerverzeichnis sind die Schriften zu finden, die der Nutzer selbst installiert hat. Im Systemordner befinden sich alle, von OS X standardmäßig aufgespielten Schriften. Der gesamte Ordner beträgt nach einer frischen Installation circa 980 MB.

Schriften haben nach der ersten Installation eine Größe von knapp einem GB. Anwendungen installieren aber meist einzelne Schriftpakete nach, die jeweils eine Größe von mehreren hundert MB haben können. Ein Vergleich der Ordnergröße kann also hilfreich sein, um nicht mehr verwendete Schriften zu löschen.
Vergrößern Schriften haben nach der ersten Installation eine Größe von knapp einem GB. Anwendungen installieren aber meist einzelne Schriftpakete nach, die jeweils eine Größe von mehreren hundert MB haben können. Ein Vergleich der Ordnergröße kann also hilfreich sein, um nicht mehr verwendete Schriften zu löschen.

Eine genaue Recherche ist jedoch Pflicht vor jeder Löschaktion. Yosemite verwendet zum Beispiel die Schriftart Helvetica Neue, sie muss auf dem Rechner bleiben. Auch Standardschriften wie Arial sollten Sie nicht aus dem System entfernen. Eine gesunde Mischung, beziehungsweise ein prüfendes Auge dürfte für die nötige Balance sorgen.

5. Verknüpfungen

Startet ein Programm direkt nach dem Hochfahren des Rechners, so muss dieses Verhalten irgendwo niedergeschrieben sein. Befindet sich eine Programmerweiterung prominent in den Systemeinstellungen, so ist auch dazu im System ein Eintrag vorhanden. Diese Einträge bleiben nach dem Löschen einer Anwendung oftmals im System zurück, sind also ebenfalls Kandidaten für einen Frühjahrsputz.

Zum besseren Verständnis: OS X hat drei verschiedene Library-Ordner. Einen im Benutzerverzeichnis, einen direkt unter dem Root-Verzeichnis (Hauptwurzel des Systems), /Library, und den letzten im Verzeichnis /System. Eine Rolle spielen hier nur die ersten beiden Einträge, da im System-Library-Ordner OS-X-spezifische Daten gesichert werden. Bei diesem Ordner gilt also in der Regel der gute Rat: Finger weg!

In den Library-Ordnern sind die Verzeichnisse LaunchDaemons und LaunchAgents von Bedeutung. Dort befinden sich Programmdateien, die direkt beim Laden von OS X starten. Unter LaunchDaemons sind die zu finden, die keine grafische Oberfläche haben sondern lediglich einen Dienst starten. Programme, die sich nach dem Start direkt öffnen, oder eine angepasste Oberfläche beziehungsweise kleinere Helfer starten, liegen im Ordner LaunchAgents.

6. Verwaiste Kernel Extensions

Fortgeschrittene Benutzer kommen noch mit einer weiteren Dateigruppe in Berührung: Kernel Erweiterungen (oder Extensions). Programme wie Parallels oder Virtualbox installieren auf der untersten Ebene des Betriebssystems eigene Erweiterungen, um ein vollständiges Betriebssystem simulieren zu können.

Der Befehl „kextstat“ listet alle installierten Kernel-Erweiterungen auf. Allerdings muss der Speicherort vom Benutzer selbst ermittelt werden. Eine Dateisuche, oder das Abarbeiten der im Artikel angegebenen Pfade kann an dieser Stelle durchaus hilfreich sein.
Vergrößern Der Befehl „kextstat“ listet alle installierten Kernel-Erweiterungen auf. Allerdings muss der Speicherort vom Benutzer selbst ermittelt werden. Eine Dateisuche, oder das Abarbeiten der im Artikel angegebenen Pfade kann an dieser Stelle durchaus hilfreich sein.

Übersicht verschaffen

Beim Deinstallieren beziehungsweise Löschen der Programme werden diese Erweiterungen oft vergessen, und laden weiterhin beim Start von OS X. Fehlerhafte Verknüpfungen können Verzögerungen hervorrufen, und unnötige Fehler verursachen. Der erste Schritt ist, sich eine Übersicht aller geladenen Erweiterungen zu verschaffen.

Liste Prüfen

Der Befehl „kextstat“ (ohne Anführungen) im Terminal listet alle geladenen Erweiterungen unter OS X auf. Die Mehrzahl ist dabei von Apple selbst. Ein Prüfen der angezeigten Liste kann aber Aufschluss über Programme geben, die längst nicht mehr existieren. Das einzelne Löschen von Kernel Extensions gestaltet sich jedoch als etwas kompliziert.

Alte Verknüpfungen löschen

Nicht jede Anwendung lädt die eigenen Extensions in einen gemeinsamen Ordner. Vielmehr bleiben diese im eigenen Programmordner, und werden von dort aus geladen. Der Benutzer muss also selbst eingreifen und sich im System auf die Suche machen. Ein guter erster Anlaufpunkt ist hierbei der Ordner „Application Support“ im Root-Library-Verzeichnis (/Library/Application Support).

7. Alte Dateienauf dem Mac löschen

OS X kann Bescheid darüber geben wie lange man eine gewisse Datei schon nicht mehr geöffnet hat. Am einfachsten ist dies über das Terminal mit folgendem Befehl zu erledigen (die hochgestellten Punkte stehen für Leerzeichen):

find  /verzeichnis  -atime   +12w

Nach dieser Eingabe sehen Sie alle Dateien, die länger als 12 Wochen nicht verwendet wurden. Statt der 12 können Sie jede beliebige Zahl angeben. Die Abkürzung dahinter steht für die Einheit. Das w steht für Wochen, und kann durch d für Tag, oder h für Stunden ersetzt werden.

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn diese Abfrage auf ein großes Verzeichnis mit vielen Dateien ausgeführt wird. Nicht nur kann es sehr lange dauern bis ein Ergebnis erscheint, auch die Anzahl hängt stark von der Kombination Dauer/Dateimenge ab. Der Befehl durchsucht außerdem alle Unterordner und Programmpakete. Die Ausgabe der gefundenen Dateien erscheint danach direkt im Terminal-Fenster.

Mit einem kleinen Trick lassen sich im Finder alle Dateien ab einer bestimmten Größe anzeigen. Das Eingeben eines *-Zeichens, mit einem anschließenden Klick auf das Plus am rechten Rand öffnet den gewünschten Filter. Der Stern muss in einem dritten Schritt entfernt, und durch ein Leerzeichen ersetzt werden. Alte Filme oder Musikadateien lassen sich so systemweit aufspüren.
Vergrößern Mit einem kleinen Trick lassen sich im Finder alle Dateien ab einer bestimmten Größe anzeigen. Das Eingeben eines *-Zeichens, mit einem anschließenden Klick auf das Plus am rechten Rand öffnet den gewünschten Filter. Der Stern muss in einem dritten Schritt entfernt, und durch ein Leerzeichen ersetzt werden. Alte Filme oder Musikadateien lassen sich so systemweit aufspüren.

8. Große Dateien deinstallieren

Heruntergeladene Filme über iTunes, das vom iPhone exportierte Familienvideo, oder die Musiksammlung die man vor Monaten nur mal „zwischenlagern“ wollte. All diese Dateien nehmen eine Menge Platz weg, und sind viel besser auf einer externen Festplatte ausgelagert. Beim Aufspüren solcher Platzfresser hilft die intelligente Suche im Finder.

Dazu öffnen Sie ein neues Finder-Fenster, und geben in der Suchzeile zuerst ein Sternchen (*) ein. Anschließend erscheint eine Unterzeile, in der Sie den gesamten Mac, oder nur einen Ordner wählen können. Wählen Sie den gesamten Mac aus, und klicken Sie anschließend auf das Plussymbol am rechten Fensterrand. Dadurch erscheint eine neue Zeile, in welcher Sie über das Ausklappmenü bei „Art“, weitere Eigenschaften festlegen können.

Der Menüeintrag „Andere…“ führt sie zu einer langen Liste, die Sie noch einmal durchsuchen können. Hier ist die Größe das entscheidende Kriterium, das sich über das zweite Ausklappmenü „ist größer als“ und eine Zahl eingrenzen lässt.

Das Ersetzen des Sternchens durch ein Leerzeichen zeigt nun alle Dateien, ohne genaue Namenseinschränkung an. Im unteren Teil des Fensters erscheinen alle Anwendungen, die den eingegebenen Größen-Kriterien entsprechen. Durch geschicktes Eingrenzen der Suche lassen sich Dateien finden, die schon lange vergessen sind.

Mythos Defragmentieren

Fragmentierung beschreibt einen Zustand, in dem eigentlich zusammengehörende Dateien im Dateisystem verstreut sind, da sie dort gespeichert werden, wo auf der Festplatte Platz frei ist

Das Betriebssystem benötigt dadurch mehr Zeit, einzelne Anwendungen zu öffnen, da es an mehreren Stellen im System suchen muss. Die Dateistücke selbst geben den Pfad zum nächsten Stück an bis die Anwendung vollständig ist. Unter Windows ist Defragmentierung ein allgegenwärtiges Programm, das dafür sorgt, diese Dateien wieder näher zueinander zu schieben.

OS X ist in dieser Hinsicht nicht besser. Auch dort treten einzelne Dateifragmente auf. Anders als NTFS, das Dateisystem von Microsoft, verwendet Apple HFS+. Dort sind Mechanismen integriert, die zum Teil vorbeugend wirken (Dateien werden nicht gleich geschrieben sondern erst gepuffert, um den bestmöglichen Speicherplatz zu finden), und zum anderen Teil im Hintergrund für das Verschieben und Aufräumen von Dateiblöcken sorgen. Ein von Hand angestoßenes Defragmentieren kann sich sogar negativ auf die sowieso schon stattfindenden Prozesse auswirken.

Defragmentierungs-Software gilt unter Mac-Profis als unnötig und sogar gefährlich. Die Versuchung ist da, denn nach langer Nutzung kann eine Mac-Festplatte deutlich an Performance verlieren: Spürbar ist der Effekt vor allem bei Videoschnittanwendern oder starker Nutzung von TV-Software, da hier häufig große Dateien geschrieben und wieder gelöscht werden. Eine Defragmentierung mit Apps wie iDefrag und Tec h Tool ist aber riskant, mitunter können solche „Optimierungen“ durch einen Fehler bei der Dateiübertragung zu Datenverlust führen.

Einfacher und deutlich schneller ist das Löschen der Festplatte und eine Wiederherstellung des Systems mit Time Machine. Dabei muss man allerdings aufpassen, ob in den Time-Machine-Einstellungen Ausnahmen vom Backup definiert wurden. Oder man klont das Startvolume auf eine externe Platte, löscht es und kopiert die Daten dann wieder zurück. Auf SSDs ist Defragmentierung grundsätzlich völlig sinnlos und schädlich für die Lebensdauer, da der SSD-Controller die Daten automatisch verteilt, um eine gleichmäßige Nutzung aller Speicherzellen zu erreichen („Wear Leveling“).

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